Panorama

In­ter­view: Was ist Ge­ne­ra­ti­on Kp­lus auf der Ber­li­na­le?

Melika Gothe ist seit 2014 bei der Berlinale und ist die Managerin im Bereich der Kinder- und Jugendfilme. Dabei organisiert und plant sie vieles für den Bereich Generation Kplus und versucht, durch verschiedene Projekte das junge Publikum zu erreichen. 

Warum ist die Berlinale wichtig? 

Melika Gothe: Die Berlinale ist etwas ganz Besonderes! Menschen aus der Filmwelt und ein großes Publikum kommen zusammen, um Filme zu schauen. Wir richten uns also nicht nur an Filmschaffende, sondern auch an das Publikum. Filmschaffende und das Publikum haben auf der Berlinale auch die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Das ist eine große Chance für alle!  

Viele Filme auf der Berlinale werden zum ersten Mal in Deutschland gespielt, einige auch zum allerersten Mal überhaupt.  

Auf der Berlinale werden Filme aus der ganzen Welt gezeigt. Wer sucht die Filme aus? 

Melika Gothe: Man kann Filme einreichen. Bei denen werden dann bestimmte Regeln überprüft. Wir haben ein Auswahl-Gremium für die Langfilme und eins für die Kurzfilme in dem Bereich Generation. Das guckt sich die Filme an und trifft dann die Auswahl, welche Filme in der Generation Kplus gezeigt werden. 

Was ist der Bereich Generation Kplus? 

Melika Gothe: Wir wollen Kinder in die Berlinale mit einbeziehen, weshalb es einen eigenen Bereich für Kinder- und Jugendfilme gibt. Dieser Bereich zeigt Filme, die besonders interessant für Kinder sind. Es beginnt mit Filmen mit einer Altersempfehlung von 5 Jahren und endet bei 13 Jahren. Generation Kplus ist also auch von den Altersempfehlungen sehr vielfältig. Generation 14 Plus ist für Jugendliche ab 14 Jahren.   

Warum findest du es wichtig, dass in dem Bereich Generation Filme aus anderen Ländern gezeigt werden? 

Melika Gothe: Kinder können sich auch in Filmen aus anderen Ländern wiederfinden. Die Welt ist zwar riesig, aber wir sind uns alle gar nicht so fremd. Wir wollen Filme zeigen, wo die Kinder genauso alt sind wie unser Publikum. Durch die Filme aus anderen Ländern kann man über seinen eigenen Tellerrand hinausschauen. Außerdem kann man sehen, wie es in anderen Teilen der Welt zugeht. 

Die Filme auf der Berlinale sind nicht deutsch synchronisiert. Warum nicht? 

Melika Gothe: Eine Film-Synchronisation ist ein großer Aufwand. Dafür braucht man ein Studio und verschiedene Personen, die die einzelnen Rollen sprechen.  

Wir zeigen unsere Filme immer in der Originalsprache. Bei manchen Filmen gibt es einen deutschen Untertitel zum Mitlesen. Bei anderen Filmen wird das Gesprochene von einer Person live übersetzt. Dadurch verbinden wir uns mit Teilen der Welt. 

Sprache allein ist nicht alles. Man kann den Film auch verstehen, ohne die Sprache zu sprechen. Auch der Tonfall von einer bestimmten Sprache vermittelt ein Gefühl. Das ist uns sehr wichtig.  

Bei der Berlinale gibt es eine Kinder- und Jugendjury. Was macht die Jury und wer ist in der Jury? 

Melika Gothe: Das ist eine der wichtigsten Jurys der ganzen Berlinale, weil damit auch das Publikum mitentscheiden kann. Die Kinder- und Jugendjury vergibt die "Gläsernen Bären" für den besten Langfilm und den besten Kurzfilm in dem Bereich Generation.  

Die Kinderjury besteht aus sieben Kindern aus dem Publikum zwischen 11 und 14 Jahren. Jeder und jede aus dem Publikum könnte in der Jury mitmachen. Die einzige Voraussetzung ist, dass man schon mal einen Film auf der Berlinale gesehen hat. Über die Filmfragebögen im Kino kann uns jedes Kind seine Meinung über den Film mitteilen. So bewirbt man sich dann auch für die Kinderjury im nächsten Jahr. 

Man kann dann mit sechs anderen Kindern alle Filme aus dem Wettbewerb sehen. Es geht darum, sich mit anderen über die Filme auszutauschen und sich eine Meinung zu bilden. Am Ende entscheidet die Gruppe, welchen Film sie mit dem Gläsernen Bären besonders herausheben möchte. 

Die Planung der Berlinale dauert bestimmt sehr lange. Wann fangt ihr damit immer an? 

Melika Gothe: Es hört nie wirklich auf, wir machen uns jetzt schon Gedanken für das nächste Jahr. Nach der Sommerpause fangen wir ab August wieder an, die Filme zu gucken. Wir schauen auch, wer mit uns zusammenarbeitet und lesen die Fragebögen, um die Jury auszuwählen. 

Danke für das Interview! 

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