Politik

Ko­lo­nia­lis­mus – Was ist das? 

Was sind Kolonien? 

Das Wort Kolonie kommt von dem lateinischen Wort “colonia” und bedeutet “Siedlung, Niederlassung”. Das bedeutet, ein Land erobert Gebiete in einem anderen Land. Manche Gebiete nehmen sich die Eroberer mit Gewalt. Sie übernehmen die Macht in den eroberten Gebieten, siedeln und unterwerfen die Menschen, die dort leben. Sehr oft liegen die Kolonien weit entfernt auf einem anderen Kontinent.  

Kolonialismus in den letzten 500 Jahren 

Um das Jahr 1500 begannen Länder aus Europa in anderen Teilen der Erde Gebiete meist mit Gewalt zu besetzen. Sie wollten ihre Macht ausbauen und Menschen und Rohstoffe ausbeuten. Viele Länder Europas hatten früher solche Kolonien vor allem in Asien, Afrika und Amerika. Wenn Länder so etwas machen, nennt man das “Kolonialismus”.  

Ausbeutung der Kolonien 

in etlichen Reihen stehen eine große Anzahl von geöffneten Säcken voll gefüllt mit den verschiedensten Gewürzen in bunten Farben auf einem Wochenmarkt
Um 1500 waren Gewürze sehr wertvoll. 

Die Europäer brachten aus den Kolonien zum Beispiel Gold, Diamanten, Gewürze, Kaffee, Kakao und viele andere Waren nach Europa, um sie dort für viel Geld weiterzuverkaufen. Dabei nahmen sie keine Rücksicht auf die indigenen Bevölkerungsgruppen. So bezeichnet man die Menschen (und ihre Nachkommen), die schon vor der Kolonisierung durch die Europäer in einem bestimmten Gebiet lebten. Ihnen wurden alle Rechte genommen, sie wurden ausgebeutet, versklavt oder sogar umgebracht. So hatten zum Beispiel fast alle indigenen Völker in Afrika bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Freiheit verloren. 

Diese europäischen Länder hatten viele Kolonien:  

  • Portugal 
  • Spanien 
  • Italien  
  • Frankreich  
  • Niederlande  
  • Belgien  
  • Großbritannien  
  • Deutschland  
schematische Darstellung des Dreieckshandels zwischen Afrika, Amerika und Europa in Zeiten des Kolonialismus

Der Dreieckshandel 

Es wurde ein sogenannter Dreieckshandel aufgebaut: Schiffe segelten aus Europa mit Textilien oder Stoffen beladen nach Afrika. Dort "tauschte" man die Waren gegen versklavte Indigene ein. Von Afrika fuhren die Schiffe weiter in die europäischen Kolonien Amerikas. Auf der Überfahrt wurden die Sklavinnen und Sklaven auf sehr engem Raum untergebracht, oftmals angekettet. Viele von ihnen verdursteten oder verhungerten. Diejenigen, die die Überfahrt überlebten, wurden in Amerika auf dem Sklavenmarkt verkauft. Mit dem Geld aus dem Verkauf von Sklaven wurde in Amerika zum Beispiel Zucker, Kaffee, Baumwolle, Tabak oder Indigo (blauer Farbstoff) gekauft. Diese Güter wurden zurück nach Europa gebracht und dort mit viel Gewinn an Händler verkauft. 

Die Rolle Deutschlands 

Zwischen den Jahren 1870 und 1914 wurde fast ganz Afrika zwischen den Ländern Europas aufgeteilt. Auch Deutschland machte mit und besetzte Gebiete in Ostafrika, Südwestafrika und Zentralafrika, aber auch in Asien. Die bestehenden Grenzen wurden dabei völlig ignoriert. Alle deutschen Kolonien zusammen waren am Ende 6-mal so groß wie Deutschland. Heute heißen diese Länder zum Beispiel Togo, Kamerun, Tansania, Namibia, Ruanda, Burundi und Papua-Neuguinea. Deutschland musste alle seine Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg aufgeben. Die Siegermächte hatten das entschieden, weil Deutschland den Krieg verloren hatte. 

Die Deutschen behandelten die Menschen in den Kolonien schlecht und raubten ihr Land. Die unterdrückten Menschen im heutigen Namibia wehrten sich gegen die deutschen Besatzer. Das waren die Herero und die Nama. Es kam zu schlimmen Kämpfen. Insgesamt sollen die deutschen Kolonialtruppen zwischen 1904 und 1908 bis zu 75.000 Herero und Nama ermordet haben. Bis heute gab es keine Wiedergutmachung für die Nachkommen. 

Folgen des Kolonialismus 

Schon lange vor der Ankunft der Europäer lebten Menschen zum Beispiel auf dem amerikanischen, dem afrikanischen oder australischen Kontinent: die indigene Bevölkerung. Sie mussten die Gesetze der Kolonialmacht annehmen, ebenso deren Sprache, Religion und Lebensweise. Die Kolonialmächte dachten, dass die Lebensweise der indigenen Völker weniger wert sei als ihre eigene. Viele der kulturellen Schätze der indigenen Bevölkerung wurden geraubt oder zerstört.  

Das Ende des Kolonialismus kam erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Einige der ehemaligen Kolonien erkämpften sich ihre Freiheit, andere wurden in die Freiheit entlassen. Bis heute leiden viele Nachkommen der indigenen Bevölkerung unter den Folgen des Kolonialismus. Viele der ehemaligen Kolonien sind heute arm, weil sie von den Kolonialmächten so stark ausgebeutet wurden. Es gibt Kriege und Hunger. Viele der Länder haben Probleme, weil sie nicht gut auf ihre Freiheit vorbereitet waren. 

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Ich finde es voll interessant also wirklich cool 👍