Die Entdeckung der Wandler 5
Zusammenprall
Ich legte mir gerade noch rechtzeitig die Hand vor den Mund, bevor ich loskreischen konnte. Dann geschah alles ganz schnell: Ich hastete instinktiv los und vergaß, dass ich nichts anhatte. Christof warf sich mit einem kühnen Satz nach vorne und schlang seine Arme um Esel, der immer noch hinter Finn her hastete. Meine Mama schrie: "Vorsicht, Herr Bürgermeister!". Erschrocken drehte der Herr Bürgermeister sich um - und Finn rannte geradewegs in ihn hinein. Der Bürgermeister gab einen dumpfen "Uff"-Laut von sich und fiel rückwärts in sein teures Auto. Finn wieherte erschrocken und stieg. Dann machte er kehrt und galoppierte auf den Stall zu.
Mama, Christof und ich hatten nur noch Augen für den Herrn Bürgermeister und rannten schnell zu ihm rüber. Gott sei Dank hatte er sich nicht ernsthaft verletzt, aber sein Auto hatte eine prächtige Delle bekommen - und er höchstwahrscheinlich einen ordentlichen Magenstrudler, denn er stöhnte erbärmlich und funkelte uns an. "Ich bin Ihrer Einladung gefolgt", flüsterte er, "und als Begrüßung werde ich gleich umgeworfen. Als wäre es nicht schon genug, dass in Ihrem Garten nackte Mädchen herumlaufen!" Er starrte mich an und mir fiel wieder ein, dass ich keinen einzigen Fetzen am Körper hatte.
"Ich verlange", fuhr der Bürgermeister fort, "dass Sie dieses Pferd beseitigen. Es ist eine Gefahr für die Menschen. Und das Essen können Sie vergessen!" Langsam stieg der Bürgermeister wieder in sein Fahrzeug und fuhr aus der Einfahrt. Er ließ sein Fenster herunter und rief hinaus: "In drei Tagen komme ich wieder und dann ist das Pferd weg, verstanden?" Wir sagten nichts dazu.
Alle gegen Julia
Als der Bürgermeister endlich wieder weg war, brach ich in Tränen aus. Musste ich Finn jetzt wirklich weggeben? "Anscheinend ist dieses Pferd nichts für dich!", meinte meine Mama eisig, drehte sich um und marschierte mit schnellen Schritten zurück ins Haus. Ich starrte ihr nach. Das konnte sie doch nicht ernst meinen! Wollte sie Finn, MEINEN Finn, ernsthaft verkaufen, oder - noch schlimmer - einschläfern?
Christof, der neben mir stand, meinte: "Okay, Julia. Jetzt hast du ein Problem." Manchmal war Christof einfach nur dumm. Hatte er mir in dieser Situation nichts anderes zu sagen? Auf einmal wurde ich wütend. "Niemals", zischte ich fast so durchdringend, wie der Herr Bürgermeister, "niemals werde ich Finn hergeben!" Und dann marschierte ich in den Stall zu Finn, der sich in seine Box verkrochen hatte.
Trost suchen bei Finn
Eigentlich fand ich, war das alles Christofs Schuld gewesen. Warum hatte er meinen Hengst quer durch den Garten gehetzt, wenn er doch wusste, wie schreckhaft er war? "Mein Kleiner", schniefte ich und steckte meine Nase in Finns schöne, lange Mähne. Finn schnupperte mich ab. Ich schaute auf, direkt in die Augen meines Pferdes. Ich war so wütend auf alle. Auf Christof, der mein Pferd gejagt hatte. Auf den Herrn Bürgermeister, der offensichtlich nichts von Pferden verstand. Auf meine Mama, die das alles einfach so hinnahm. Und ja, auch auf mich selbst war ich wütend. Hätte ich nicht schneller reagieren können?
Finn verstand mich offenbar, denn er brummelte und stupste mich an. Auf einmal spürte ich dieses Kribbeln in mir, das ich schon während meiner Verwandlung gespürt hatte. Ich fühlte, wie sich mein Körper wieder verformte, und ich ließ es zu. Und das war der Moment, in dem mir die rettende Idee kam.
So, das wars dieses Mal auch schon wieder. Ich grüße heute Icey_penguin, weil sie einfach immer sehr nett ist und mir motivierende Kommentare schreibt.
Fedrige Grüße Tiermädchen 
Vielen Dank 🥰
Du kannst echt schön schreiben 🤩🤩🤩🤩,
Eine sehr schöne Geschichte 😃