Die Entdeckung der Wandler 4
Ein schönes Pferd
"Christof?", fragte ich verwirrt und stieg noch einmal sehr hoch. Christof wich nicht zurück. "Julia? Du bist es wirklich? Aber... wie geht das bitte?", fragte er und blieb, wo er war. "Tja, weiß ich auch nicht!", lachte ich innerlich. Ich war sehr erleichtert, also beruhigte ich mich und ließ mich von Christof streicheln. "Hey!", rief meine Mama und ich zuckte zusammen, "Wie hast du denn das geschafft, Christof?" Christof schaute meine Mama nur kurz an, dann wandte er sich wieder mir zu. "Bist ein schönes Pferd!", flüsterte er, was ich recht komisch fand. Hatte er nichts anderes im Kopf, jetzt, wo die einzige Tochter seiner Arbeitgeberin sich auf einmal in eine Stute verwandelt hatte?
Kannst du das auch?
Trotzdem brummelte ich geschmeichelt und meinte: "Wenn du mich verstehen kannst, kannst du dich dann auch verwandeln?", fragte ich Christof neugierig. Der hörte ruckartig auf, mich zu streicheln, und starrte mich an. Ich war kurz davor, mich von diesem starren Blick abzuwenden, als unser Diener antwortete: "Du meinst ... Ich könnte mich auch in ein Tier verwandeln, so wie du?" "Keine Ahnung!", sagte ich ehrlich.
Zurückverwandeln?
"Hallooooooo???", schrie meine Mama mittlerweile, weil Christof nicht auf sie reagierte. "Was ist denn?", fuhr Christof sie genervt an, entschuldigte sich aber fast im selben Moment tausendmal. Mama starrte ihn fassungslos an, und der Stallbursche entschuldigte sich noch ein paar Mal. Dann erklärte er ihr alles, was er mit mir besprochen hatte, und meine Mama schaute mich ungläubig an. "Na Habedere!", meinte sie in ihrem starken Wienerdialekt und fügte hinzu: "Und jetzt?" "Ich könnte versuchen, mich zurückzuverwandeln, das muss doch irgendwie gehen!", schlug ich vor und Christof übersetzte für meine Mama. Sie war mehr als einverstanden mit meinem Vorschlag, also dachte ich angestrengt nach.
Pferdekopf
Früher hatte ich mir vorgestellt, wie es wäre, ein Pferd zu sein, und dann hatte ich mich verwandelt. Das müsste doch auch umgekehrt gehen! Also kniff ich meine großen Pferdeaugen zusammen und stellte mir vor, wie ich als Mensch über den Rasen in unserem Garten lief. Ich spürte, wie ein Kribbeln von meinen Beinen über meinen Körper lief und dieser sich verformte, wie er dünner wurde, schwächer, zerbrechlicher. Da hörte ich meine Mama quietschen. Ich riss die Augen wieder auf, meine Ohren legten sich an. Aber mein restlicher Körper war doch normal... Ich sah Christof, wie er mich halb amüsiert, halb besorgt musterte. "Dein Kopf sieht noch nicht sehr menschlich aus!", meinte er nur und ich verstand. Aha, ich war nun also ein Mädchen mit Pferdekopf. Perfekt für eine Halloweenparty, aber jetzt passte es nicht.
Splitterfasernackt
Also konzentrierte ich mich auch noch auf meine Ohren, meine kleine Nase... Und schon war ich wieder die normale Julia Meier, das Mädchen mit den schwarzen Haaren und den klobigen Händen und Füßen, die ich ab diesem Tag "Hufe" nannte, was ja auch halb stimmte, wenn ihr versteht, was ich meine. Es war komisch, meinen Menschenkörper wiederzuhaben, außerdem war mir ganz schön kalt. Ich sah, wie Christof den Blick abwendete, und ich sah an mir herab. Ich war... nackt. In diesem Moment hörte ich das Knirschen von Autoreifen auf Kies. Erschrocken schaute ich zu unserer Einfahrt, die direkt an den Garten angrenzte. Und ich bekam einen Schock, denn das war das Auto vom Herrn Bürgermeister.
Der Bürgermeister
Oh sch****, der kam ja heute zum Mittagessen! Und ich stand hier nackt im Garten herum! Auch Mama erschrak und stellte mich schnell vor mich, während Christof loshastete, um Finn und Esel einzufangen, die noch immer frei im Garten herumrannten. Ich sprintete los in Richtung Hintereingang, um mich schnell umzuziehen, splitternackt wie ich war. Ich ruckelte an der Türklinke. Abgeschlossen! Mama bekam einen eisigen Gesichtsausdruck. Panisch durchsuchte sie ihre Taschen nach dem Schlüssel. Ich riskierte einen Blick zu Christof, der hinter Finn herrannte, dieser Trottel! Mein Hengst rannte vor ihm davon, direkt auf die Einfahrt zu. Und das war der Moment, in dem der Bürgermeister ausstieg.
So, puh. Seid ihr gespannt, wie es weitergeht! Super, es wird nämlich ziemlich spannend. 
Heute grüße ich Flammenstern, weil sie einfach eine sehr nette Userin ist! Fedrige Grüße, Tiermädchen 
Hi Icey penguin, vielen Dank und gerne 😃
Ich liebe deine Geschichte! Wollen wir ks-Freunde sein?
Vielen Dank ❤️
Ich bin auf jeden Fall gespannt! Du schreibst sehr gut!