Eure Geschichten

Die Entdeckung der Wandler 3

Ein komisches Gefühl

Erschrocken schnaubte ich und buckelte. Meine riesigen, schweren Hufe donnerten auf den Rasen und Finn wich (noch erschrockener als ich) zurück. Ich versuchte, mein Pferd zu beruhigen, es kam aber nur ein etwas wunderliches Schnauben heraus. Finn beäugte mich misstrauisch. Das war ein komisches Gefühl. Es war überhaupt komisch, ein Pferd zu sein! Aber irgendwie ... irgendwie war es auch cool. Ich probierte meinen neuen Körper gleich einmal aus und trabte los. Ich spürte, wie meine kräftigen Muskeln unter meinem dichten Fell spielten und wie meine Hufe sich jedesmal, wenn ich sie aufhob und wieder aufsetzte, so unglaublich richtig anfühlten. So richtig hatte ich mich noch nie in meinem Körper gefühlt und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Meine Hände und Füße waren so klobig, weil meine zweite Gestalt ein Friese war! Die waren ja auch schlank und schön, hatten aber große Hufe!

Zwei Pferde

Aber... Meine zweite Gestalt? Wie ging das überhaupt? Das war der Moment, in dem meine Mama aus unserem Schloss geschritten kam. Auch sie hatte ein Reitershirt an, vermutlich wollte sie mit ihrer Stute Mara (einer wirklich schönen Appaloosa Stute) etwas machen. Doch als sie auf einmal zwei schwarze Pferde auf der Weide stehen sah, (wo sie doch nur eines kannte, nämlich Finn) erstarrte sie mitten im Gehen und glotzte Finn und mich an. Dann rief sie: "Julia? Wo bist du? Hier sind auf einmal zwei Friesen! Habe ich etwas verpasst?" Ich musste kichern, aber in meiner Pferdegestalt kam nur ein hohes Wiehern heraus. Mama zuckte zusammen. "Hallo, Julia?", rief sie noch einmal, ohne mich aus den Augen zu lassen. Ich musste ihr irgendwie mitteilen, dass ICH ihre Tochter war!

Mama und Finn

Weil ich überhaupt keinen anderen Ausweg kannte, stieg ich auf meine Hinterhufe, wedelte mit meinen Vorderhufen und wieherte laut und kräftig. Meine Mama wich einen Schritt zurück. Okay, das war keine gute Idee gewesen. Ich ließ mich wieder auf alle vier Hufe sinken und schaute mich nach irgendwelchen Hilfsmitteln um, mit denen ich mich mitteilen konnte. Da fiel mein Blick auf Finn, der mich noch immer komisch anschaute, aber längst nicht mehr so ängstlich. An der Art, wie er seine Ohren aufstellte und sich seine Muskeln ein kleines wenig entspannten, erkannte ich, dass mein Hengst mich erkannt hatte. So kleine Veränderungen wären mir als Mensch niemals aufgefallen! Vielleicht lag es daran, dass ich nun selbst ein Pferd war.

Christof

Meine Mama rief in der Zwischenzeit nach Christof, der sofort angeeilt kam. "Christof", sagte Mama gerade etwas ängstlich, "Was macht dieses schwarze Pferd da? Und wo ist Julia?" Christof erwiderte irgendetwas, dann rannte er davon, um gleich darauf auch schon wieder mit einem langen Seil zu kommen. Langsam ging er mit dem Seil auf mich zu und machte "Sch" - Laute. Finn neben mir legte die Ohren an, wich aber nicht von meiner Seite. Ich verstand nicht ganz. Christof kam immer näher. Erst jetzt bemerkte ich, dass das Seil zu einer Schlinge gebunden war! Wollte er mir das Ding etwa um den Hals legen, mich zähmen, mich einsperren? Und dann womöglich verkaufen?

Stimmen

Ich schlug mit den Vorderhufen aus, um mir Christof vom Hals zu halten, dann galoppierte ich zusammen mit Finn los, quer über die Weide. Esel fand das anscheinend lustig, denn er buckelte fröhlich und lief neben uns her. Christof rannte uns nach, dieser Trottel! Wusste er nicht, dass Pferde - und somit ab jetzt auch ich - extrem scheu waren?  Hör auf, du Trottel!, schrie ich ihn in Gedanken an, obwohl ich wusste, dass das rein gar nichts bringen würde. Doch da blieb Christof stehen und starrte mich fassungslos an. Auch ich blieb stehen. Was hatte er?  Da hörte ich auf einmal eine sehr leise, unsichere Stimme in meinem Kopf flüstern: Hallo?, und als ich Christof´s leuchtende Augen sah, wusste ich sofort, wer da gerade gesprochen hatte. 

 

So ihr Lieben, das war Teil drei. Ich möchte heute Flora Tonks grüßen, weil sie meine Beiträge gefühlt immer liest und mir immer einen netten Kommentar gibt. Vielen Dank!

Fedrige Grüße, Tiermädchen heart

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Eure Kommentare

Hi! Vielen Dank für diesen supernetten Kommentar ❤️

Ich überlege mir noch, ob ich die Geschichte von der Redaktion (wenn du die meinst) wirklich schreiben werde, aber wenn ja, bist du auf jeden Fall dabei!!! Lg

Bin gespannt auf den nächsten Teil!

Wow! Ich bin gespannt was für ein Tier Christof ist! Woodwalkers und Seawalkers finde ich auch toll. Danke das du mich gegrüßt hast und ich würde gerne bei deiner Geschichte mitmachen. LG Flora