UN-Kinderrechtskonvention

Ar­ti­kel 9: Tren­nung von den El­tern

2. In Verfahren nach Absatz 1 ist allen Beteiligten Gelegenheit zu geben, am Verfahren teilzunehmen und ihre Meinung zu äußern.

3. Die Vertragsstaaten achten das Recht des Kindes, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt ist, regelmäßige persönliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte zu beiden Elternteilen zu pflegen, soweit dies nicht dem Wohl des Kindes widerspricht.

4. Ist die Trennung Folge einer von einem Vertragsstaat eingeleiteten Maßnahme, wie etwa einer Freiheitsentziehung, Freiheitsstrafe, Landesverweisung oder Abschiebung oder des Todes eines oder beider Elternteile oder des Kindes (auch eines Todes, der aus irgendeinem Grund eintritt, während der Betreffende sich in staatlichem Gewahrsam befindet), so erteilt der Vertragsstaat auf Antrag den Eltern, dem Kind oder gegebenenfalls einem anderen Familienangehörigen die wesentlichen Auskünfte über den Verbleib des oder der abwesenden Faimilienangehörigen, sofern dies nicht dem Wohl des Kindes abträglich wäre. Die Vertragsstaaten stellen ferner sicher, daß allein die Stellung eines solchen Antrags keine nachteiligen Folgen für den oder die Betroffenen hat.

 

Was Leo und Lupe dazu sagen...

Leo und Lupe lesen sich gemeinsam mit Leos Mutter den nächsten Artikel durch. „Kinder haben ein Recht darauf, bei ihren Eltern groß zu werden! Das steht in dem 7. Artikel“, erinnert sich Lupe stolz. „Das hast du dir gut gemerkt! Aber manchmal ist das nicht möglich“, erklärt Frau Schramm.

„Manchmal muss der Staat ein Kind von seinen Eltern trennen. Der Staat mischt sich dann ein, wenn ein Kind geschlagen oder misshandelt wird. Dann entscheidet ein Gericht darüber, ob das Kind bei Pflegeeltern oder in einem Heim leben soll“, berichtet Leos Mutter.

„Es kommt aber auch vor, dass ein Kind nicht mehr bei beiden Eltern leben kann, weil sich die Eltern trennen. Manchmal haben sich die Eltern nicht mehr genug lieb und wollen nicht mehr zusammen leben“, erzählt Frau Schramm.

 

„So wie Papa und du!“, stellt Leo fest. „Das stimmt! Genauso wie Papa und ich wollen trotzdem viele Eltern noch gemeinsam für das Kind sorgen. Dann entscheidet ein Gericht, wo das Kind von nun an leben soll. In so einem Fall dürfen die Eltern, aber auch das Kind ihre Meinung und Wünsche vor Gericht sagen, bevor ein Richter die Entscheidung trifft. Auch der Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt, darf das Kind regelmäßig am Wochenende oder in den Ferien sehen“, erklärt Leos Mutter.

„Es kann aber auch sein, dass ein Kind seine Eltern überhaupt nicht kennt oder sich nicht mehr an sie erinnern kann“, erzählt Frau Schramm.

„Die Eltern haben ihr Kind vielleicht nach der Geburt in ein Pflegeheim oder zu einer anderen Familie gegeben. Das machen vor allem Paare, die sehr jung Eltern geworden sind oder nicht genug Geld haben. Manchmal sind die Eltern auch gestorben, als das Kind noch sehr jung war, oder ein Elternteil sitzt im Gefängnis. Dann erfährt das Kind erst dann die Wahrheit, wenn es alt genug ist.“
 

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Eure Kommentare

Werden Kinder in Heimen geschlagen?

[Anmerkung der Redaktion: Hallo! Nein, das werden sie nicht. Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Und wenn es doch passiert, müssen diejenigen, die die Kinder schlagen, sofort entlassen werden. Sowas kommt zum Glück sehr selten vor. Viele Grüße, dein ks-Team]