Ayka 2 (Geschichte ohne Titel)
Wieder Zuhause
Der schmale Pfad, der schon eigentlich kein Pfad mehr war, sondern einfach nur platt getretenes Gras, führte im Zickzack durch die großen Bäume des Waldes. Dicke Schlingpflanzen wuchsen die breiten Stämme entlang. An manchen Stellen war der Waldboden mit dickem Moos bedeckt, das für manche Tiere als optimaler Unterschlupf diente und die Luft war frischer als nach einem Regenschauer. Manchmal hörte man ein leises Knacken oder irgendeinen Tierlaut von tief aus dem Wald. Nach einer Weile kamen die beiden auf eine große Lichtung, auf der viele kleine Häuschen standen. Sie waren entweder aus Holz oder aus Stein gebaut und die Dächer bestanden aus einer dichten Strohschicht, die auch den größten Unwettern standhielten. Überall wuselten Menschen herum; Kinder, Erwachsene und auch ältere Gesellen waren darunter. Ab und zu überquerten Reiter die gepflasterte Straße, und auch Pferdekutschen kreuzten den Weg von Ayka und Lina. „So, da sind wir wieder. Hier sind wir sicher“.
Lina nahm Aykas Hand und steuerte auf ein Häuschen zu. Es war ein gemütliches Steinhaus mit einem blühenden Vorgarten und einem rauchenden Schornstein auf dem, mit Stroh verkleidetem, Dach. „Mir wäre auch im Wald nichts passiert“, schmollte Ayka noch mit verschränkten Armen und folgte ihrer Mutter ins Haus. Drinnen warfen Öllampen ein gemütliches Licht auf die Kulisse, die aus zusammengewürfelten Holzmöbeln bestand. Eine kleine Küchennische nahm den Platz einer Ecke des Raumes ein. Dort stand ein kleiner Steinofen, an den eine schmale Arbeitsfläche angrenzte. Neben der Küche stand ein großer Kamin, in dem ein gemütliches Feuer brannte. Davor standen zwei altertümliche Ohrensessel, in denen man sich gemütlich, mit einem Buch aus dem Bücherregal an der Wand, reinkuscheln konnte. An den Raum grenzten noch zwei andere Türen, die grob aus dickem Holz geschnitzt wurden. Ayka verschwand in einer der beiden. Drinnen sah es nicht viel anders aus als im restlichen Teil des Hauses. Die Möbel waren einfach aus Holz geschnitzt und in der Mitte des Raumes stand ein hölzernes Bett. Es war mit dicken Daunendecken gefüllt, die einen nachts sanft in die Träume sinken ließen. Ayka setzte sich an einen kleinen Sekretär, der über und über mit Papieren, die chaotisch auf der Tischplatte rumflogen, bedeckt war. Es waren alles Notizen, voll von Informationen über die unterschiedlichsten Tiere, außergewöhnlicher Pflanzen und vieles mehr, was Mutter Natur uns so hergibt. Das Mädchen schob sie achtlos bei Seite , um Platz für ihr Notizheft zu machen, das sie jetzt auf den Tisch legte. Eifrig blätterte sie durch die Seiten, um sie dann mit den, in krakeliger Schrift geschriebenen, Notizen zu vergleichen, die bereits vor- oder sollte man besser "um" sie lagen, sagen? „Perfekt!“, jubelte sie in sich hinein. Dann klopfte es an der Tür: „Ayka, du musst noch Tarek füttern, oder?“, fragte Lina, die ihren Kopf ins Zimmer gesteckt hatte. „Oh, ja, klar! Hatte ich fast vergessen!“. Sie sprang auf und lief an ihrer Mutter vorbei aus dem Haus an den Rand des Dorfes.
Im Stall
Sie lief einmal um eine Hütte bis sie an einen kleinen Weg kam, der zu einem hölzernen Gebäude führte. Ayka schob die schwere Holztür auf und ein modriger Geruch schlug ihr entgegen. Es roch nach Stroh, Futter und, ja, auch ein bisschen nach Pferdeäpfeln. „Hi, Lennie!“, rief sie einem Jungen in ihrem Alter zu, der gerade ein Heuballen auf einen anderen hievte. „Oh, hallo Ayka! Du kommst ja auch noch!“. Er wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Lennies Haare waren dunkelblond und strubbelig, so dass sie ihm immer ins Gesicht fielen. Rechts, neben seinen braunen Augen, hatte er einen goldenen Ohrring im Ohr. Er trug eine lederne Weste, darunter ein Hemd, das in eine weite Hose gesteckt war, die in braunen Stiefeln endete. In seiner Hand hielt er eine Mistgabel. Fragend schaute er das Mädchen an, das langsam auf ihn zuging. „Ja, könnte sein, dass ich es fast vergessen hätte.“, sagte sie zerknirscht. „Aber ich habe heute einfach so tolle neue Entdeckungen gemacht. Zum Beispiel, dass Urucks ihre Verwandten rufen, wenn sie Nahrung finden!“ „Du warst also wieder mal auf Entdecker-Tour? Hatte deine Mutter nicht etwas dagegen?“ „Ja, schon aber…egal. Ich muss jetzt auf jeden Fall erst mal Tarek füttern“. Ayka steuerte auf eine der vielen, großen Pferdeboxen zu, die hier, im Stall, alle nebeneinander standen. In jeder einzelnen standen Pferde: große, kleine, Rappen, Braune, Schimmel, Füchse und Apfelschimmel. In einer Box, lag sogar ein Fohlen neben seiner Mutter im Stroh. Ein Deckenlicht beleuchtete den Raum. Das Licht, was durch die Spalten der Holzbretter, die als Wände dienten, fiel, ließ die herumfliegenden Staubkörner sichtbar werden. In einer Ecke waren mehrere Heuballen aufeinander gestapelt, was Lennie ja eben noch getan hatte. „Hallo Tarek! Ja, wie geht’s denn meinem Kleinen, hm?“, begrüßte Ayka einen schwarzen Hengst. Er hatte ein Milchmaul und wunderschön funkelnde Augen. Er schnaubte erfreut als seine Besitzerin ihm sein Futter in den Krug kippte. Ächzend ließ sie den Sack auf den Boden plumpsen und sah dabei zu, wie der stattliche Hengst sich glücklich über sein Abendessen hermachte.
Gespräch unter Freunden
Ayka tätschelte ihm noch einmal über die Schulter und hüpfte dann zu ihrem Freund auf die Heuballen und fragte: „Na, wie läuft der Job?“ „Naja, ich werde für meine harte Arbeit nicht sonderlich belohnt, wie ich finde.“ „Nein? Wie viel Geld kriegst du denn pro Tag?“ „Um die 10 Münzen.“ „Oh, du hast Recht. Da ist dein Vater wohl etwas geizig, wenn es um die Zukunft seines Sohnes geht!“. Grinsend legte Ayka ihrem Freund die Hand auf die Schulter. Beide lachten. „Ja, er selbst könnte eigentlich auch mal was tun. Schließlich ist er Stallmeister.“, sagte Lennie etwas genervt. „Und bei dir so?“ „Ach, du weißt ja, ich bin arbeitslos. Und da bin ich auch ganz froh drüber. Ich meine, der ganze Stress und so…da entdecke ich lieber neue Sachen. Das möchte ich auch werden, wenn ich groß bin: Entdeckerin.“, schwärmte Lennies Freundin ihm vor. „Leider ist meine Mutter als Schneiderin nicht damit einverstanden. Sie will, dass ich Kleider und Hosen und Westen und so nähe, obwohl ich doch zwei linke Hände habe, wenn es um Handarbeit geht.“ „Ich finde, Entdeckerin passt total zu dir. Vielleicht musst du einfach nur nochmal richtig mit deiner Mutter reden, damit sie es dir erlaubt.“ „Glaubst du, ich hätte das vorher noch nie versucht? Oh, ich sehe gerade, es ist schon spät. Ich muss zum Abendessen zu Hause sein. Tschüss, Lennie, bis morgen!“. Mit diesen Worten sprang Ayka auf und winkte Lennie noch zum Abschied. „Tschüss, Ayka!“, doch da fiel die Tür schon hinter ihr zu.
Die Geschichte ist richtig gut und spannend ‼️
Ich wollte sagen das du der erste 🥇 Platz beim Wettbewerb geworden bist und wir ein Artikel darüber geschrieben haben ‼️‼️
LG Victoria🌺