Ayka (Geschichte ohne Titel)
Allein in der Natur
Hier, bitte schön!“
Neugierig hüpfte ein Vogel mit braun-blauem Gefieder auf die, mit kleinen Körnern gefüllte, Schale zu. Nachdem er erkannt hatte das es nur harmlose Getreidekörner waren, die ihm die junge Frau hingestellt hatte, fing er an, sich darüber her zu machen. Interessiert sah das Mädchen dabei zu, wie das Tier jedes Korn einzeln aufpickte. Nebenbei machte sie sich Notizen in ein dickes Büchlein.
„Klar, ich habe noch etwas mehr dabei!“, schmunzelte sie.
Sie kramte in ihrem Beutel rum, der ihr um den Hals hing. Darunter trug sie ein ledernes Hemd, das in eine knielange Hose überging. Ihre dunklen Haare waren an den Seiten zu dünnen Zöpfen zusammengeflochten und meerblaue Augen blickten freundlich unter schmalen Augenbrauen hervor. Ihr Name war Ayka und sie war sechzehn Jahre alt.
Eine nervige Unterbrechung
Lächelnd gab die dem Vogel weitere Körner in die Schale. Daraufhin legte das Tier seinen Kopf in den Nacken und stieß ein helles Krächzen aus. Auf einmal kamen von allen Seiten weitere gefiederte Wesen angeflogen und ließen sich neben ihrem Artgenossen nieder.
„1, 2, 3…6 Vögel!“, zählte Ayka und schrieb eifrig neue Informationen in ihr Büchlein.
„Ayka!?Ayka! Da bist du ja! Ich habe dich schon überall gesucht. Du weißt ja gar nicht was ich mir für Sorgen gemacht habe!“
Eine Frau mit braunem Mantel und lockerem Dutt kam auf Ayka zugelaufen. Seufzend stand die auf.
„Mama, was ist denn jetzt schon wieder los?“
„Was los ist?! Du treibst dich so spät abends noch so weit vom Dorf entfernt herum.“
„Mama, es ist gerade mal vier Uhr nachmittags“, stellte Ayka mit einem Blick auf ihre Armbanduhr fest.
„Außerdem weißt du doch, dass ich es liebe, Neues zu entdecken. Vor allem in der Natur. Und wo geht das am besten? Draußen. Zu Hause geht das ja wohl schlecht, oder?“.
Zurück zur Arbeit
Lina, die Mutter von Ayka schaute sie für einen kurzen Moment besorgt an, doch erwiderte dann: „Schluss damit! Es ist viel zu gefährlich ganz allein hier weit draußen. Komm, jetzt mit zum Dorf zurück. Es gibt noch viel zu tun“.
Ayka wandte sich wieder den Vögeln zu und hob vorsichtig die leere Schale von Boden auf.
„Bis dann! Ich komme bestimmt nochmal wieder, verlasst euch drauf“,flüsterte sie ihnen noch zu. Sie ließ sich dann von der Hand ihrer Mutter den richtigen Weg zum Dorf zeigen.