Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 10
Am Abend
Der Abend senkte sich schwer über Highmoor, die sonst so vertrauten Flure und Säle wirkten plötzlich fremd, wie von einem Schatten überzogen, der jede Ecke und jeden Winkel durchdrang. Ich saß auf meinem Bett, die Hände fest ineinander verschränkt, während das pochende Gefühl von Angst und Unsicherheit tief in meiner Brust wuchs. Serenas Worte aus dem Kellerraum hallten unaufhörlich in meinem Kopf nach. „Vielleicht solltet ihr besser aufhören, bevor ihr etwas in Bewegung setzt, das ihr nicht kontrollieren könnt.“ Aber wie konnte ich aufhören, wenn ich nicht einmal wusste, was ich aufhören sollte?
Verschwunden
Jules war bei mir, ihre sonst so selbstbewusste Haltung gebrochen, fast zerbrechlich. „Alyson, Highmoor ist nicht einfach nur eine Schule. Es ist ein Ort, der von Geheimnissen lebt. Die Geschichte, die hier verborgen liegt, ist dunkler, als du dir vorstellen kannst. Mara hat das gewittert. Sie wusste zu viel.“ Ihre Stimme bebte leicht. „Ich glaube, sie ist verschwunden, weil sie einen Fehler gemacht hat – oder weil jemand wollte, dass sie verschwindet.“
Ich schluckte schwer. Gedanken jagten durch meinen Kopf, als ich an das alte Foto dachte, das ich gefunden hatte. Verblasste Gesichter aus einer anderen Zeit, doch etwas in diesen Augen schien mir die Wahrheit zuzuflüstern. Hatte Mara mit einem Teil dieser Vergangenheit Kontakt aufgenommen? War sie auf eine Spur gestoßen, die besser begraben geblieben wäre?
Leo
Die Stille im Zimmer wurde plötzlich durch ein sanftes Klopfen unterbrochen. Erschrocken stand ich auf und öffnete die Tür. Leo stand dort, sein Blick war ernst und irgendwie gehetzt. „Ich musste dir das erzählen“, sagte er und trat ein, während Jules neugierig zu uns herübersah. „Ich habe heute in den alten Schularchiven nachgesehen. Es gibt Berichte über unerklärliche Vorfälle – Schüler, die spurlos verschwunden sind, offizielle Todesfälle, die nie wirklich aufgeklärt wurden. Alles als Unfälle deklariert, aber die Details… sie passen nicht zusammen.“
Mein Herz schlug schneller. „Das klingt wie aus einem Horrorfilm.“ Leo schüttelte den Kopf. „Es ist real. Und ich glaube, das, was Mara passiert ist, hängt damit zusammen. Jemand will verhindern, dass diese Geschichten ans Licht kommen.“
Recherche
Wir verbrachten Stunden damit, alte Briefe, Tagebucheinträge und verstaubte Akten durchzusehen. Die Geschichten, die wir entdeckten, waren düsterer als alles, was ich mir vorgestellt hatte: verschwundene Mädchen, plötzliche Todesfälle bei nächtlichen Ausflügen, Schatten, die angeblich durch die Gänge huschten. Jedes Dokument schien von Angst und Geheimhaltung durchdrungen zu sein, eine Decke aus Schweigen, die niemand zu durchbrechen wagte.
Als die Uhr Mitternacht schlug, spürte ich plötzlich einen kalten Luftzug, der die Vorhänge bewegen ließ. Plötzlich fiel das Licht aus, und eine undurchdringliche Dunkelheit umhüllte uns. Ein leises Knarren ertönte, Schritte, die sich näherten, wurden hörbar. Mein Atem stockte. „Wer ist da?“, flüsterte ich ins Nichts. Stille. Dann plötzlich – ein dumpfes Geräusch, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Was war das?
Als das Licht wieder anging, war Leo verschwunden. Jules und ich sahen uns fassungslos an, unser Herz hämmerte in der Brust, Panik stieg in uns auf. War das jemand, der wollte, dass wir schweigen? Oder hatte Leo es selbst gewagt, zu tief zu graben – und bezahlte nun den Preis?
Ich wusste nur eins: Highmoor war kein Ort für Unschuldige mehr. Und wenn wir nicht vorsichtig waren, würden auch wir Teil seiner dunklen Geschichte werden.
OH MEIN GOTT, ICH KIEBE DIESE GESCHICHTE!!!! Das ist so eine coole Handlung, danke, dass du das schreibst!
Best wishes, Black Marie.
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Skatergirl