Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 18
Klopfen an der Tür
Der Schlag gegen die Tür hallte noch in meinen Ohren, und für einen winzigen Moment konnte ich gar nicht denken. Alles in mir war nur noch Panik. Kian hatte sofort reagiert, sprang auf und schob den alten, wackeligen Tisch gegen die Tür, als könne das die Gestalten draußen aufhalten. Leo saß zusammengesunken in der Ecke, kaum bei Bewusstsein, und murmelte etwas Unverständliches. Jules keuchte und hielt sich die Hand vor den Mund, als würde sie jeden Moment schreien. Dann wieder ein Schlag, härter, gefolgt von dem Geräusch, wie Holz langsam splittert. Sie würden gleich hier drin sein. Ich fühlte, wie mir das Adrenalin in den Kopf schoss. „Wir müssen raus!“, stieß ich hervor, aber meine Stimme war nur ein heiseres Flüstern. Kian nickte und deutete zum kleinen Fenster auf der Hütte. Wir hatten keine andere Wahl.
Leise, so leise wie möglich, kletterten wir über die umgestürzten Blumentöpfe und altes Gerümpel. Kian schob das Fenster vorsichtig auf, und ein kalter Windstoß fuhr mir sofort ins Gesicht. Draußen war es stockfinster, nur der Mond warf schwache Lichtflecken durch die Wolken, und der Sturm zerrte an den Bäumen. Wir halfen zuerst Leo durch die Öffnung. Er stöhnte vor Schmerz, aber irgendwie gelang es uns, ihn hinauszuziehen, wo er ins feuchte Gras fiel. Jules kletterte als Nächstes, zitterte vor Angst, und ich drückte mich hinter ihr hindurch. In dem Moment, als ich draußen war, hörte ich, wie die Tür der Hütte aufbrach. Ein krachendes Splittern, dann Schritte. Stimmen. Männerstimmen, tief, fordernd, viel zu nah.
Kein Blick zurück
Kian war als Letzter draußen, und wir alle krochen auf dem Bauch ein Stück durch das nasse Gras, weg von der Hütte, bevor wir uns auf die Beine zogen und zu rennen begannen. Der Wind peitschte uns ins Gesicht, und der Boden war rutschig. Ich hörte meinen eigenen Atem, keuchend und hektisch, und das Blut rauschte mir in den Ohren. Hinter uns Stimmen. „Da lang! Sie sind draußen!“ Ich wagte nicht zurückzublicken.
Wir stürmten tiefer in den Park, zwischen die hohen, knorrigen Bäume, deren Äste wie Finger nach uns griffen. Leo stolperte immer wieder, und Kian musste ihn halb tragen. Ich spürte meine Beine brennen, doch ich rannte weiter, nur weiter, weg von diesem Gartenhaus, weg von diesen Leuten, die wir nie richtig gesehen hatten, die aber trotzdem unsere schlimmsten Albträume geworden waren. Ich hatte das Gefühl, dass uns die Dunkelheit verschluckte, dass wir bald einfach nur noch Teil dieses stürmischen, schwarzen Parks sein würden.
Der Schuppen
Plötzlich stolperte ich über eine Wurzel und fiel auf die Knie. Jules blieb stehen, wollte mir helfen, doch Kian rief nur: „Weiter! Keine Zeit!“ Wir rappelten uns auf, ich schmeckte Erde und Blut auf meiner Lippe, aber ich rannte weiter, so schnell ich konnte. Und dann – ein Licht. Erst dachte ich, ich bilde es mir ein, ein warmer Schimmer zwischen den Bäumen, aber es war echt. Eine kleine Lampe, schwach, flackernd. Kian steuerte darauf zu, und als wir näherkamen, sah ich, dass es ein alter Schuppen war, halb versteckt hinter Sträuchern, mit einer kaputten Lampe über der Tür. Er sah verlassen aus, aber vielleicht bot er uns zumindest kurz Schutz.
Wir stürzten hinein, knallten die Tür hinter uns zu und keuchten, als hätten wir gerade einen Marathon hinter uns. Es roch nach Moder und altem Heu, und der Boden war voller Blätter. Ich sank gegen die Wand, völlig außer Atem, während Jules versuchte, ihre Tränen zurückzuhalten. Kian legte Leo vorsichtig ab, überprüfte seinen Puls und nickte erleichtert. „Er lebt. Aber wir können hier nicht bleiben. Die finden uns.
Zurück Richtung Internat
Kaum hatte er das gesagt, hörten wir wieder Stimmen. Nicht direkt vor dem Schuppen, aber nah. Sie hatten uns nicht verloren. Noch nicht. Ich fror trotz meines verschwitzten Körpers, und meine Gedanken überschlugen sich. Warum? Warum jagten sie uns, warum hatten sie Leo in irgendeinem Keller festgehalten, und wieso fühlte es sich an, als wären wir in einen Albtraum gestolpert, aus dem wir nicht mehr erwachen würden? Ich spürte Kians Blick auf mir, ernst und wachsam. Er flüsterte: „Wenn sie uns erwischen, war’s das. Wir müssen es bis zum Internat schaffen.“ Ich nickte, obwohl mir klar war, dass der Weg zurück durch den Park voller Gefahren war.
Draußen knackte ein Ast. Schritte näherten sich. Diesmal war kein Blitz am Himmel, kein Geräusch, das uns verraten konnte. Nur unsere eigenen, rasenden Herzen.
Wie spannend du musst unbedingt weiter schreiben
Oh Gotttt😱!
LG Skatergirl