Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 17
Im Gartenhaus
Das Gartenhaus war kaum mehr als eine Hütte, mit Spinnenweben in den Ecken und einer einzigen, staubigen Glasscheibe, durch die der Mond ein fahles Licht warf. Ich konnte mein Spiegelbild in dem schmutzigen Glas kaum erkennen. Nur meine eigenen weit aufgerissenen Augen und das leichte Zittern meiner Hände, die ich krampfhaft um meine Knie geschlungen hatte. Draußen peitschte der Wind über den verlassenen Park, die Äste der Bäume kratzten aneinander wie Knochen. Wir hielten die Luft an, als ob selbst unser Atem uns verraten könnte. Kian schlich leise zur Tür, lauschte. Es war still, viel zu still. „Sie haben uns verloren … fürs Erste“, flüsterte er und sein Gesicht verschwand fast im Schatten. Jules gab ein leises, hysterisches Lachen von sich, das sie sofort wieder abbrach, als draußen irgendwo ein Ast knackte. Ich fühlte, wie mein Herz einen Sprung machte, als ob es gleich aus meiner Brust brechen wollte.
Wird man uns glauben?
Kian setzte sich mir gegenüber, nur eine Armlänge entfernt. Sein Blick glitt durch die Dunkelheit. „Sie werden Leo hier irgendwo verstecken“, sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu uns. „Aber warum? Und warum verfolgt man uns so … als hätten wir ein Verbrechen begangen?“ Seine Stimme hatte diesen kontrollierten, ernsten Ton, aber ich konnte die Anspannung in seinen Augen lesen. Er wirkte sonst immer so selbstsicher, doch in diesem Moment lag ein Hauch von Unsicherheit über ihm. Jules zitterte. „Vielleicht … vielleicht sollten wir einfach morgen mit jemandem reden … mit einem Lehrer, der Polizei …“ Ich schüttelte heftig den Kopf. „Und was sollen wir sagen? Dass irgendwelche Leute uns nachts durch den Park jagen und einen Schüler gefangen halten? Ohne Beweise? Dann denkt jeder nur, wir haben zu viele Internatslegenden gehört.“
Schritte im Gang
Ein Knall ließ uns alle zusammenfahren. Irgendwo in der Nähe war eine Tür zugefallen oder etwas umgestürzt. Ich konnte kaum noch unterscheiden, ob mein Herzklopfen oder der Wind lauter war. Kian hob die Hand, bedeutete uns, still zu sein. Wir lauschten. Schritte. Deutlich. Langsam. Jemand ging durch das Gras, direkt auf das Gartenhaus zu. Meine Kehle zog sich zusammen, und Jules presste sich gegen die Wand, als wollte sie darin verschwinden. Ich spürte, wie das Blut in meinen Adern raste. Kian sprang leise auf, bewegte sich wie ein Schatten zur Ecke des Fensters und lugte hinaus. Dann erstarrte er.
„Es ist nicht einer von ihnen“, hauchte er. Ich wagte es nicht zu atmen. „Es ist …“ Er stockte. Dann sah er mich an, ernst, aber auch überrascht. „Es ist Leo.“
Was ist mit Leo passiert?
Ich sprang auf, stieß fast einen alten Blumentopf um, und hastete zum Fenster. Tatsächlich – durch den Sturm und das fahle Mondlicht konnte ich die Gestalt von Leo erkennen. Wir rissen die Tür auf, und Kian packte ihn. „Leo! Was ist passiert?“ Er brachte nur einzelne Worte heraus. Dann brach er in Kians Armen fast zusammen.
Wir zerrten ihn ins Gartenhaus, schlossen die Tür wieder und ich hörte, wie Jules anfing zu weinen. Leo zitterte am ganzen Körper. „Sie wissen, dass ihr …, dass ihr …“ Er kam nicht weiter. Dann plötzlich ein Geräusch direkt draußen vor der Hütte. Schritte. Ich sah Kian an, und wir brauchten keine Worte. Sie hatten ihn laufen lassen. Oder er war ihnen entkommen. Und jetzt wussten sie, dass er bei uns war.
Ach du Kacke,das wird ja immer spannender😱!
LG Skatergirl