Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 16
Auf der Flucht
Der Wind riss mir fast die Haare aus dem Gesicht, als ich mich gegen die kalte Steinwand des Turms presste. Unter uns lag die Schwärze des Parks, nur durchbrochen von ein paar schwachen Laternen, die im Sturm hin und her wackelten. Mein Herz hämmerte in meiner Brust, so laut, dass ich fast sicher war, dass man es über das Heulen des Windes hören konnte. Jules krallte sich an mein Handgelenk. Ihr Atem ging schnell und stoßweise, während Kian einen Blick über den Rand des Balkons warf. „Wir müssen runter“, sagte er leise, aber entschieden. „Sie durchsuchen die Gänge. Wenn sie hier rauskommen und uns sehen, war’s das.“ Ich wagte kaum zu sprechen. Doch die Frage, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatte, musste raus: „Runter … wie?“
Ab nach unten
Kian deutete auf die schmale, verwitterte Leiter, die an der Außenseite des Turms nach unten führte. Ich schluckte hart. Die Sprossen sahen aus, als würden sie beim ersten Schritt nachgeben. Doch wir hatten keine Wahl. Schon jetzt hörte ich wieder Schritte hinter den dicken Mauern, Stimmen, die hallten. Ich wusste nicht, ob sie uns schon entdeckt hatten, aber wir hatten nur Sekunden. Kian kletterte zuerst über die Brüstung, sein Körper verschwand fast in der Dunkelheit. Nur das leise Klirren der Metallstangen verriet seine Bewegung. Dann war ich dran. Meine Hände waren eiskalt und zitterten, als ich die erste Sprosse fasste. Der Wind zerrte an mir, der Abgrund unter mir war ein schwarzes Nichts. Mein Herz pochte so laut, dass mir schwindlig wurde.
Bloß nicht fallen
Jede Sprosse fühlte sich an, als könnte sie im nächsten Moment nachgeben. Jules flüsterte panisch etwas über mir, ich hörte nur einzelne Worte wie „runterfallen“ und „oh Gott“. Einmal rutschte mein Fuß ab, und ich biss mir auf die Lippe, um nicht laut zu schreien. Kian war inzwischen fast unten und sprang schließlich ins Gras. Er drehte sich um und flüsterte: „Schnell!“ Irgendwo im Turm knallte eine Tür, Stimmen wurden lauter. Dann erreichte ich den Boden, meine Knie zitterten. Jules landete wenige Sekunden später neben mir. Wir rannten.
Entdeckt?
Der Park des Internats war im Dunkeln noch gespenstischer als am Tag. Die Bäume wirkten wie schwarze Skelette, und überall knackten Äste im Wind. Kian führte uns auf einen schmalen Pfad, der am Rande des alten Mauerrings entlangführte. Ich spürte das feuchte Gras an meinen Beinen, roch den Regen, der in der Luft hing. Hinter uns hörte ich Rufe. Sie hatten unseren Fluchtweg entdeckt. Mein Atem ging stoßweise, ich wagte nicht zurückzuschauen. Alles in mir schrie nur: weiter, weiter, weiter!
Im Versteck
Plötzlich packte mich Kian am Arm und zog mich in ein Gebüsch. Wir duckten uns, lauschten. Schritte kamen näher, Taschenlampenstrahlen tanzten durch die Dunkelheit, fegten nur wenige Meter an uns vorbei. Mein Herz raste. Ich hielt den Atem an und wagte nicht, mich zu bewegen. Neben mir zitterte Jules. Kians Hand drückte noch immer meinen Arm, als wollte er mir sagen: Alles wird gut, bleib still.
Die Schritte wurden lauter, dann wieder leiser. Ich hörte Fetzen von Stimmen. „… Nicht weit … sie müssen hier irgendwo sein …“ Dann entfernten sich die Lichter, und nur der Wind blieb. Ich spürte, wie meine Muskeln langsam wieder etwas nachgaben. Kian richtete sich auf, flüsterte: „Noch ein Stück, dann sind wir hinter dem Nordflügel. Da gibt’s ein altes Gartenhaus. Niemand kontrolliert das.“
Weiter geht's
Wir krochen aus dem Gebüsch, rannten geduckt weiter, bis wir schließlich das kleine, baufällige Gartenhaus erreichten. Es roch nach feuchtem Holz und alten Blättern, als wir hineinhuschten. Kian schloss die Tür leise, und für einen Moment war nur unser Atem zu hören. Ich ließ mich gegen die Wand sinken, mein Herz pochte immer noch wie verrückt. Jules brach neben mir fast in Tränen aus. „Das war so knapp … ich dachte … wir werden gefunden …“
Kian kniete sich vor uns, ernst, aber mit diesem Blick, der gleichzeitig Ruhe ausstrahlte. „Wir leben noch. Aber das hier ist größer, als wir gedacht haben. Sie verstecken Leo irgendwo, und sie haben keine Angst davor, uns zu schnappen. Wir brauchen einen Plan. Und wir müssen rausfinden, wer dahintersteckt.“
Miteinander vereint
Ich nickte nur stumm. Mein Körper vibrierte noch vor Adrenalin, und irgendwo in diesem ganzen Chaos war da dieses merkwürdige Gefühl, als wäre ich ihm in diesem Moment näher als je zuvor. Nicht nur, weil er mein Leben gerettet hatte, sondern weil wir jetzt ein Geheimnis teilten, das uns unausweichlich verband. Draußen heulte der Wind, und irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. Ich wusste: Das hier war erst der Anfang.
Vielen Dank, Mary! :) Tatsächlich planne ich später mal Autorin zu werden. Und das witzige ist, dass ich das als Buch geschreiben habe, und euch dann Kapitel für Kapitel davon veröffentliche. Es freut mich, das dir meine Geschichte so sehr gefällt!
Liebe Grüße
Merle
Oh Gott das wird immer spannender!
LG Skatergirl
Omg i love deine Geschichten mach weiter so du kannst das wirklich sehr gut du könntest das als Buch machen und verkaufen ich würde es auf jedenfall kaufen also meine tipp werde Autorin