Eure Geschichten

Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 21

Eine tief ins Gesicht gezogene Kapuze

„Alyson!“ Die Stimme hallte durch den Flur, scharf und dringlich. Mein Herz setzte für einen Moment aus, dann raste es, als ich die Klinke langsam drehte und die Tür einen Spalt aufging. Drinnen war es dunkel, nur schwaches Licht fiel von einem Flurfenster herein, das Regenwasser tropfte leise gegen die Scheiben. Kian stand dicht hinter mir, Jules neben uns, beide starrten auf den Raum, der wie ein stilles Geheimnis wirkte. Kein Geräusch außer unser Atem.

Plötzlich ein Kratzen, leises, aber eindeutig, als würde jemand oder etwas über den Holzboden schleifen. Dann ein Schatten, der sich schnell bewegte, direkt vor uns. Ich wollte schreien, doch mein Mund blieb trocken. Die Tür bewegte sich und ein Mann trat in den Lichtkegel der Taschenlampe, die er in der Hand hielt. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, so dass man kaum mehr als die scharfen Umrisse seines Kiefers sehen konnte. Kein Wort, nur das dumpfe Atmen, das in der Stille des alten Hauses widerhallte.

„Was machen die hier?“ Die Stimme war rau und dunkel. Kian spannte sich an, seine Finger krallten sich an den Rand der Tür. Ich spürte, wie Jules die Luft anhielt. Und dann, ohne Vorwarnung, hallten schnelle Schritte die Treppe hinunter. Eine zweite Stimme, panisch und wütend: „Ich hab sie! Sie sind hier!“

Der Mann zuckte zusammen, blickte hastig umher. Kian schloss mit einem schnellen Ruck die Tür, zog den Riegel zu, und der dumpfe Schlag der fallenden Verriegelung klang wie ein Todesurteil. Draußen rüttelte jemand heftig an der Tür. Schreie und Flüche vermischten sich zu einem wütenden Crescendo.

Auf dem staubigen Dachboden

„Wir müssen hier weg“, flüsterte Kian, und ich konnte die Entschlossenheit in seiner Stimme hören. Meine Augen suchten die Decke ab, bis sie auf die kleine Luke trafen, fast unsichtbar hinter Staub und Spinnweben. Ich zeigte darauf, und ohne zu zögern half Kian mir hoch. Das Holz fühlte sich kalt und rau an, der Geruch von Moder und altem Holz stieg mir in die Nase. Jules folgte uns, zitternd, aber entschlossen.

Kaum oben schlug die Luke hinter uns zu und der Kampf um das Überleben begann auf einem Dachboden, der mehr einem Gefängnis aus Schatten und Staub glich. Wir krochen durch den engen Raum, jeder Schritt ein Risiko, jede Bewegung könnte unser Ende bedeuten. Das Licht unserer kleinen Taschenlampe war schwach, aber besser als nichts. Plötzlich hörten wir ein Knarren, dann raschelte es vor uns.

Ein Schatten erschien, diesmal klarer, ein Gesicht, blass und mit einem Lächeln, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Ihr dachtet, ihr könntet euch verstecken?“ Die Stimme war kalt, unbarmherzig, und als der Mann näher kam, fühlte ich, wie sich eine unsichtbare Wand aus Angst um mich legte.

Der Mann trat näher, seine Augen funkelten kalt im schwachen Licht. Mein Herz schlug so laut, dass ich fürchtete, es würde alles verraten. Kian bewegte sich kaum, doch ich spürte die Spannung in seinen Muskeln, als hätte er nur auf den Moment gewartet. „Was willst du von uns?“, brachte ich raus, obwohl meine Stimme zitterte. Ein schiefes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, und er antwortete nur mit einem Flüstern: „Ihr seid hier nicht sicher. Niemand ist das.“ Jules schluckte schwer hinter mir. „Wer bist du?“, fragte sie mit zitternder Stimme, aber der Fremde reagierte nicht. Stattdessen drehte er sich langsam um und verschwand in der Dunkelheit des Dachbodens, seine Schritte verschwanden wie ein Schatten, der sich auflöst.

Das Internat kann uns nicht brechen

Wir blieben erstarrt zurück, unsicher, ob wir fliehen oder bleiben sollten. Doch plötzlich riss ein lautes Krachen die Stille auseinander — die Verriegelung der Luke wurde von außen mit voller Wucht bearbeitet. „Sie kommen wieder!“, flüsterte Kian und Panik kroch mir in den Nacken. Wir mussten handeln, jetzt. Ohne nachzudenken, zogen wir die Luke wieder auf und kletterten hastig die Leiter hinunter, direkt in den Flur, der vom fahlen Mondlicht erleuchtet war.

Dort war es still, zu still. Kein Geräusch mehr von unseren Verfolgern. Doch das Gefühl, beobachtet zu werden, brannte auf meiner Haut wie glühendes Eisen. Wir rannten so schnell unsere Beine uns tragen konnten, vorbei an verschlossenen Türen, dunklen Ecken und langen, leeren Fluren. Schließlich erreichten wir den Haupteingang, doch der war verschlossen — verschlossen von innen, und wir hatten keine Ahnung, wer oder was uns den Weg versperrte.

„Zurück in die Aula?“, schlug Jules vor, die Angst in ihrer Stimme kaum zu überhören. Kian nickte und wir zogen uns so schnell wie möglich dorthin zurück. Das große, hohe Zimmer war mit alten Möbeln vollgestellt und im schwachen Licht sah es mehr wie ein Versteck als ein Treffpunkt aus. Aber wir hatten keine Wahl. Hier mussten wir einen Plan machen.

Während wir uns zusammendrängten, spürte ich, wie sich etwas in mir regte — nicht nur Angst, sondern auch eine seltsame Entschlossenheit. Ich würde nicht zulassen, dass dieses Internat uns bricht. Ich würde kämpfen, egal, was kommt.

Und dann, mitten in der Dunkelheit, spürte ich plötzlich ein warmes Gewicht an meiner Seite — Kians Hand, die sich vorsichtig um meine schloss. Kein großes Geständnis, kein großes Wort, nur diese stille Verbindung, die mehr sagte als alles andere.

Doch die Gefahr war noch lange nicht vorbei.

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Cool das wird immer spannender!

LG Skatergirl