Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 25
Meine beste Freundin, mein Schutzschild
Die Tage nach unserem Fund in dem versteckten Kellerraum waren eine einzige Mischung aus Aufruhr und stiller Panik. Wir bewegten uns wie Schatten durch die Gänge des Internats, ständig auf der Hut, als würde uns jeder Winkel mit hungrigen Augen beobachten. Die Worte aus der Notiz brannten sich in mein Gehirn: „Die Wahrheit ist gefährlicher als der Tod.“ Jede Wiederholung ließ sie schwerer wiegen, und ich fragte mich, wie viele Leben bereits zerbrochen waren, weil sie die dunkle Seite dieser Wahrheit kennenlernten.
Nach dem Unterricht trafen wir uns immer öfter im Hinterhof, wo die alten Bäume uns Schutz vor neugierigen Blicken boten. Kian war unermüdlich und zeigte uns weiterhin die Karte mit den geheimen Gängen. Er war überzeugt, dass dort unten, tief unter dem Internat, etwas verborgen lag, was die dunkle Vergangenheit des Ortes erhellen würde. Jules und ich tauschten oft Blicke, die mehr sagten als Worte. Sie war nicht nur meine beste Freundin, sie war auch mein Schutzschild – und manchmal meine größte Herausforderung, wenn wir uns in hitzigen Diskussionen über Risiken verloren.
Intrigen überall
Es wurde schwerer, das Gefühl abzuschütteln, dass wir nicht alleine waren. Auf dem Flur hörte ich immer öfter Stimmen hinter geschlossenen Türen, leise Gespräche, die abrupt verstummten, wenn ich näher kam. In der Cafeteria fiel mir auf, dass manche Lehrer mich mit einem merkwürdigen Funkeln in den Augen musterten, als könnten sie mehr sehen, als sie preisgaben. Ein Mal erwischte ich sogar einen von ihnen, wie er etwas in einem Umschlag in seine Schreibtischschublade schob, als ich zufällig vorbeiging.
Das Misstrauen wuchs, und ich begann zu überlegen, wem ich wirklich trauen konnte. Kian und Jules, ja – doch was, wenn einer von ihnen etwas verbarg? Die Angst kroch langsam in mein Herz, mischte sich mit dem Adrenalin, das durch meine Adern schoss.
Das Flüstern
Eines Abends, nachdem ich mich spät in mein Zimmer zurückgezogen hatte, hörte ich erneut diese flüsternde Stimme. „Alyson …“ Sie klang wie ein Schatten, der durch die Ritzen der Fenster lugte. Mein Herz setzte einen Schlag aus, ich griff nach meinem Handy, doch der Bildschirm blieb schwarz. Der Strom war ausgefallen, und in der Dunkelheit fühlte ich mich plötzlich noch verletzlicher. Ich stand zitternd am Fenster, blickte hinaus in die Nacht, die sich wie eine undurchdringliche Mauer vor mich schob.
Die nächsten Tage verliefen wie ein Tanz auf Messers Schneide. Wir mussten unsere Schritte genau planen, vorsichtig sein mit dem, was wir sagten. Selbst kleine Gesten konnten uns verraten. Wir beschlossen, unsere nächtlichen Erkundungen zu intensivieren, trotz der steigenden Gefahr.
Ein geheimnisvolles Portrait
In einer solchen Nacht, mitten in der Dunkelheit, fanden wir eine weitere versteckte Tür – dieses Mal im alten Musiksaal, hinter einem großen, zerfetzten Vorhang. Dahinter lag ein Raum, der aussah, als wäre er seit Jahrzehnten nicht betreten worden. Die Wände waren mit vergilbten Zeitungsausschnitten bedeckt, alle handelten von einem alten Vorfall, von verschwundenen Schülern und unerklärlichen Todesfällen. Zwischen den Papieren hing ein Porträt eines Mannes, dessen durchdringender Blick uns kalt erwischte.
Ich spürte, wie sich die Kälte in meinem Magen festsetzte, aber auch eine unerklärliche Entschlossenheit. „Wir müssen weitermachen“, sagte ich mit fester Stimme, „egal, wie gefährlich es wird.“
Jules nickte, und Kian sah mich mit diesem einen Blick an, der sagte: „Wir sind zusammen in diesem Albtraum.“
In diesem Moment wusste ich: Das Internat hatte längst begonnen, uns zu verändern – und wir hatten keine Wahl, als weiterzumachen, egal wohin der Weg uns führte.
Dieser Teil war wieder sooo gut!Wie viele Teil wird es ungefähr noch geben?
LG Skatergirl