Eure Geschichten

Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 26

Angst

Der Morgen danach war still, fast zu still, als hätte das Internat den Atem angehalten und wartete darauf, dass wir einen Fehler machten. Ich spürte ein ungutes Ziehen im Magen, als ich die Tür zu unserem geheimen Raum hinter dem Vorhang schloss. Die alten Zeitungsausschnitte flackerten noch in meinem Kopf, Bilder von verschwundenen Schülern und rätselhaften Todesfällen, die wie dunkle Wolken über dem Internat hingen. Kian sah mich ernst an, seine Stirn in Falten gelegt. „Das hier ist größer als alles, was wir uns vorgestellt haben“, flüsterte er. „Und irgendjemand will nicht, dass wir das herausfinden.“

Jules’ Stimme war kaum mehr als ein Hauch, als sie ergänzte: „Wir müssen vorsichtig sein. Wenn Lehrer oder andere davon erfahren, könnten sie alles versuchen, um uns zum Schweigen zu bringen.“ Ich nickte, aber die Wahrheit war: Angst kroch langsam in mir hoch. Nicht nur wegen der geheimen Türen und düsteren Geschichten, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass sich auch etwas in mir veränderte – eine Mischung aus Nervosität und dieser merkwürdigen Anziehung, die mich zu Kian zog, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich ihm ganz trauen konnte.

Wer ist da?

Wir entschieden uns, in kleinen Schritten vorzugehen. Tagsüber spielten wir die normalen Schüler, machten unsere Hausaufgaben, tauschten beiläufige Blicke aus und versuchten, unsere wachsende Unsicherheit zu verbergen. Doch nachts, wenn das Internat in Dunkelheit und Stille versank, trafen wir uns heimlich im alten Musiksaal, um die neuen Erkenntnisse zu sortieren. An diesem Abend spürte ich zum ersten Mal eine unerklärliche Präsenz. Während Jules eine alte Zeitung durchblätterte, stand ich am Fenster und beobachtete die Schatten, die sich durch den Hof zogen. Plötzlich fühlte ich, wie sich jemand hinter mir näherte. Mein Herz schlug schneller, und ich drehte mich um. Doch da war niemand. Nur die Stille und das leichte Knarren des alten Holzfußbodens. „Wer ist da?“, flüsterte ich, doch meine Stimme klang schwach, selbst in meinen eigenen Ohren.

Gemeinsam

Kian kam näher, legte mir eine Hand auf die Schulter. „Beruhig dich, Alyson. Das hier ist nichts, was du dir einbildest.“ Aber ich spürte, dass auch er nervös war.

In dieser Nacht konnte ich kaum schlafen. Gedanken wirbelten durch meinen Kopf, Erinnerungen an Gespräche, an das Flüstern und die Schatten. Und da war noch etwas anderes – die zarte Spur von Romantik, die sich langsam zwischen Jules, Kian und mir entwickelte. Kleine Momente, flüchtige Blicke, ein versehentliches Berühren der Hand, das länger hielt, als es sollte. Ich wusste, dass das nicht einfach war, inmitten all der Gefahr, aber es fühlte sich real an, als würde es uns daran erinnern, warum wir noch Menschen waren – und nicht nur Spielfiguren in einem düsteren Spiel.

Die Drohung

Doch bevor wir den Moment genießen konnten, erhielten wir eine neue Warnung. Am nächsten Morgen lag ein zerknüllter Brief in meinem Spind, auf dem in hastigen Buchstaben stand: „Hört auf, bevor es zu spät ist.“ Kein Name, keine Unterschrift. Nur die dunkle Drohung, die unser Leben noch komplizierter machte.

Ich zeigte den Brief Jules und Kian, und wir beschlossen einstimmig, dass wir uns nicht einschüchtern lassen durften. „Wenn sie Angst haben, heißt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Jules mit einem Funken Trotz in den Augen.

Die Schatten wurden länger, die Nächte dunkler, und ich wusste, dass wir noch tiefer graben mussten – egal, was auf uns zukam.

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Coole Geschichte richtig gut❤️!

LG Skatergirl