Highmoor - Die dunklen Geheimnisse Kapitel 35
Keller
Ich weiß nicht, wie lange ich unten in diesem Keller stand, die Briefe in meinen zitternden Händen, während das Flüstern um mich herum immer lauter zu werden schien. Es fühlte sich an, als ob Highmoor selbst atmete, als ob die Mauern mir Geschichten zuflüsterten, die sie viel zu lange verschwiegen hatten. Der Lichtkegel meiner Taschenlampe tanzte über den Boden, glitt über alte Kisten, zerfallene Möbel und die feuchten Steinwände, bis er plötzlich an etwas hängenblieb: ein eisernes Gitter in der Wand, kaum größer als ein Fenster. Dahinter war nur Schwärze.
Ich kniete mich davor, spürte, wie der kalte Stein meine Haut frösteln ließ, und lauschte. Da war ein Geräusch. Ein langsames Tropfen, irgendwo tief dahinter. Und dann wieder dieses leise, kaum wahrnehmbare Wispern. Mein Herz raste. Ich wollte wegrennen, aber die Neugier zog mich immer weiter hinein. Als ich mich vom Gitter abwandte, um die anderen Kisten zu durchsuchen, krachte plötzlich irgendwo etwas zu Boden. Ich fuhr herum. Mein Licht zuckte, irrte panisch durch den Raum – und da war sie wieder: die Silhouette.
Wer ist da?
Sie stand jetzt deutlich erkennbar am Fuß der Treppe, nur wenige Meter von mir entfernt. Schwarz gegen Schwarz, fast eins mit der Dunkelheit, doch ihre Konturen waren menschlich. Mein Mund wurde trocken. „Wer... wer ist da?“ Meine Stimme hallte unheimlich von den Wänden zurück. Die Gestalt bewegte sich nicht. Für einen Moment war nur Stille. Dann ein leises, kehliges Lachen, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ich stolperte rückwärts, stieß an eine Kiste, die krachend umfiel, und der Schatten war plötzlich verschwunden.
Keuchend rannte ich die Treppe hinauf, zwei Stufen auf einmal, bis ich wieder im Flur stand. Mein Atem ging stoßweise, mein Herz schlug mir bis zum Hals. Der Flur war leer, totenstill. Ich riss die Tasche mit den Briefen fester an mich und rannte los, so schnell ich konnte, bis ich die Tür zu unserem Zimmer aufriss. Jules saß auf ihrem Bett und sprang erschrocken auf, als sie mich sah.
Verschwinden
„Alyson! Was ist passiert?“ Sie packte mich an den Schultern, und ich konnte kaum sprechen, so sehr zitterte ich. Ich erzählte ihr alles – von der Tür, dem Keller, den alten Fotos, den Briefen und dem Schatten, der mich beobachtet hatte. Jules’ Augen wurden riesig, und sie schluckte hart. „Ich hab’s dir gesagt. Dieses Haus ist nicht normal. Wir müssen vorsichtig sein... oder wir verschwinden von hier.“
Doch noch während sie das sagte, wusste ich tief in mir, dass wir nicht einfach verschwinden konnten. Highmoor hielt uns fest – und es würde uns seine Wahrheit zeigen, ob wir wollten oder nicht.
In dieser Nacht schlief ich kaum. Immer wieder hörte ich das Flüstern, manchmal glaubte ich sogar, Schritte vor unserem Zimmer zu hören. Als der Morgen graute, war ich mir nur bei einer Sache sicher: Die Schatten von Highmoor würden uns nicht in Ruhe lassen, bis wir ihr Geheimnis aufgedeckt hatten.
Gerne werden wir KS-Freunde
Und können wir villeicht K Freunde sein?
Hi, ich finde diese Geschicht3n voll spannend, freue mich schon auf den nächsten Teil!
LG