Eure Geschichten

Kapitel 12 – Kein Zurück

Allein

Ich dachte, wenn ich es einmal ausspreche, dann würde alles leichter. Aber das Gegenteil war der Fall. Seit ich es gesagt hatte – die Worte, die viel zu schwer auf meiner Zunge gelegen hatten –, fühlte es sich an, als hätte ich eine Tür aufgestoßen, hinter der ein Sturm gewartet hatte. Und jetzt stand ich mittendrin. Allein. Mit nichts als dem Echo meiner Entscheidung.

Ich saß auf der Fensterbank im stillen Flur. Die Nacht draußen war tintenschwarz, nur ein einzelner Stern zuckte hinter einem zerrissenen Wolkenfetzen hervor. Mein Atem beschlug die Scheibe. Ich wischte mit dem Ärmel darüber, als könnte ich damit auch meine Gedanken klar wischen. Aber sie blieben, hartnäckig, kreisend.

Clara oder Mila?

Ich hätte Mila nichts sagen sollen. Oder vielleicht… doch? Ich wusste es nicht mehr. Es war nicht so, dass ich geplant hatte, mich zu verlieben. Schon gar nicht in sie. Sie war plötzlich da gewesen – mit ihrer leisen Art, ihrem wachen Blick, der mehr sah, als ich zeigen wollte. Und sie hatte mich verändert, ohne es zu merken.
Bei ihr war alles anders. Echtes Lächeln, echtes Schweigen. Keine Spielchen. Keine Masken. Aber was bringt das, wenn gleichzeitig alles auseinanderfällt? Clara. Der Name reichte, um mein Magengefühl in einen Knoten zu verwandeln.

Ich war nie ehrlich zu ihr gewesen. Nicht wirklich. Ich hatte ihre Nähe genossen, das Vertraute, das Unausgesprochene zwischen uns. Und vielleicht… vielleicht hatte ich mich sogar daran gewöhnt, dass sie mich mochte. Es war einfach. Sicher.

Doch mit Mila wurde alles unsicher. Und plötzlich erschien mir das nicht mehr als Bedrohung – sondern als etwas, das lebendig war.

Zeit

Aber jetzt fühlte ich mich wie jemand, der zwei Seile losgelassen hatte und noch in der Luft hing, ohne zu wissen, wie tief der Fall sein würde. Ich hätte Clara nie weh tun wollen. Sie war gut, klug, mutig – jemand, den man bewundert, auch wenn man es nie laut sagt. Aber ich konnte nicht mehr so tun, als würde da nichts in mir brennen, wenn Mila nur den Raum betrat. Was, wenn ich beides kaputt gemacht hatte? Ein kalter Luftzug zog durch den Gang. Ich schloss kurz die Augen, ließ die Stirn gegen die Scheibe sinken. Alles in mir war laut, aber außen blieb alles still. Ich hatte ihr in die Augen gesehen – Mila – und da war ein Moment gewesen. Nur ein Hauch, aber er war da. Ich hatte gespürt, dass sie auch etwas fühlte. Aber sie war weggelaufen. Oder gegangen. Ich wusste nicht, ob das dasselbe war.

Vielleicht brauchte sie Zeit. Vielleicht würde sie zurückkommen. Vielleicht auch nicht.

Es gibt kein Zurück

Und Clara? Ich wusste, dass sie es merkte. Auch ohne Worte. Ich spürte, wie etwas zwischen uns zerbrach, stumm und langsam. Und ich konnte es nicht aufhalten. Ich fragte mich, ob ich der Böse in dieser Geschichte war. Der, der zwei Menschen gleichzeitig enttäuschte. Der nicht wusste, was richtig war, aber auch nicht mehr zurückkonnte. Vielleicht gab es einfach kein „richtig“ in dem Ganzen. Vielleicht nur Ehrlichkeit. Auch wenn sie schmerzte. Ich atmete tief ein, hielt kurz die Luft an. Draußen regnete es jetzt leise, als hätte die Nacht selbst beschlossen, mit mir zu schweigen.

Kein Zurück, dachte ich. Aber vielleicht ein Vorwärts. Langsam. Tastend. Schritt für Schritt.

Wenn Mila bereit war.
Wenn ich es war.
Und wenn Clara… irgendwann verzeihen konnte.

Was bisher geschah...

Deine Meinung

  • Ist super
    47
  • Ist lustig
    41
  • Ist okay
    41
  • Lässt mich staunen
    39
  • Macht mich traurig
    34
  • Macht mich wütend
    41

Eure Kommentare

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

geile geschicht wann kommt 13

Hell nah ( ︶︿︶)

I meant *zu

Du*

Yupp Stimme SkaterGrrrril such 🥰

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

Gut,aber ein bischen mehr Handlung wäre vielleicht gut.

LG Skatergirl