Eure Geschichten

Ley - Das besondere Leben: Kapitel 2

Kapitel 2

Auf der Suche nach Ley

Plötzlich fiel mir der Name des Orcas wieder ein: Ley. Morgen würde ich Ley suchen. Vielleicht begegne ich ihr. Dachte ich und schlief mitten im Sand ein. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich einen Bärenhunger. Ich lief zu einer Palme und hob eine Kokosnuss auf, die wohl gestern Nacht runtergefallen war. Mit einem Stein klopfte ich sie auf und trank. Nachdem ich dann noch eine leckere Mango gegessen hatte, machte ich mich auf, um Ley zu finden. Ich wusste, dass es nicht leicht werden würde, aber ich wollte es trotzdem probieren. Also ging ich ins Wasser und schwamm los.

Es war noch nicht so hell, da es noch früh am Morgen war. Das machte mir zu schaffen, weil ich dann nicht so gut sehen konnte. Aber ich musste Ley einfach finden. Ich wusste nicht, warum es mir so wichtig war, sie wiederzufinden, es war einfach so. Ich hatte eine Idee: Ich wollte die Delfin-Gruppe suchen, die gestern vor Ley weggeschwommen ist. Die Delfine konnten Ley bestimmt finden. Also machte ich mich auf die Suche.

Schon bald hörte ich ihr lustiges Klicken. Ich fragte sie, ob sie Ley suchen können. Sie machten keine Anstalten wegzugehen. Da das keine Verneinung war, sah ich das als ein Ja. Ich machte ihnen klar, dass ich Ley suchte, dann schwammen wir los. Vergeblich. Wir suchten überall, doch wir konnten Ley nicht finden. Ich bedankte mich bei den Delfinen für ihre Hilfe und ging ein wenig traurig aus dem Wasser.

Triste Tage ohne Ley

In den nächsten Tagen war ich fast nicht im Meer. Schon seit einer Woche hatte ich Ley nicht mehr gesehen. Ich gab die Hoffnung auf. Was war, wenn ich Ley nie wieder sehen würde? Vielleicht hielt sie sich gar nicht mehr an dieser Küste auf und war längst ganz weit draußen im Meer und würde nie wieder hierher kommen? Dieser Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Daran zu denken, machte mich traurig. Und wie ich da so im Sand saß und mir Gedanken über Ley machte, konnte ich nicht anders, und brach in Tränen aus. Ich weinte so herzzerreißend, dass ein kleiner Fisch den Kopf aus dem Wasser reckte und mich fragend ansah, als sollte das bedeuten: Alles gut bei dir? Ich erwiderte seinen Blick mit einem schlaffen Nicken, woraufhin der Fisch wieder abtauchte.

Ich ging in meine Hängematte und schluchzte weiter. Ich konnte einfach nicht klar denken. Das wollte ich auch nicht. Das einzigste, was ich gerade wollte, war diese schrecklichen Gedanken loszuwerden. Doch es klappte nicht, diese unerträglichen Gedanken ließen sich nicht verscheuchen. Ich weiß nicht, wie lange ich dasaß, aber ich schätze drei Stunden. Drei Stunden, mit den schrecklichsten Gedanken, die ich mir vorstellen konnte. Dann schlief ich mitten am Tag ein.

Im dunklen Meer

Ich hatte einen schrecklichen Albtraum. Ich schwamm im Meer, auf der Suche nach Ley. Ich schwamm einen Tag und eine Nacht, dann hatte ich einfach keine Kraft mehr. Ich sank. Ganz tief ins Meer. Da sah ich sie: Ley. Ich suchte das winzige bisschen Kraft, das ich noch hatte, zusammen und schwamm Ley hinterher, doch sie drehte sich nur kurz um, sah mich ohne Mitgefühl aus ihren schwarzen Augen an und schwamm dann einfach weiter. Es war so ein schrecklicher Anblick, wie Ley mich einfach links liegen ließ, während ich in Lebensgefahr war. Ich schwamm noch ein bisschen in die Richtung, in die sie verschwunden war, doch die Dunkelheit des Meeres hatte sie längst verschluckt.

Ich schreckte hoch. Es war stockdunkel und bitterkalt. War das nur ein Traum? Ja, anders konnte es nicht sein, ich war ja noch in meiner Hängematte. Doch alles fühlte sich so echt an. Ich zitterte so stark, als wäre das gerade eben wirklich passiert. So rettungslos wie die Lage in meinem Traum war, so fühlte ich mich gerade auch. Ich schwitzte, so als wäre ich gerade ein Marathon gelaufen, und ich fühlt mich so, als hätte ich schon tausendmal einen verloren.

Was bisher geschah...

Deine Meinung

  • Ist super
    246
  • Ist lustig
    274
  • Ist okay
    265
  • Lässt mich staunen
    315
  • Macht mich traurig
    281
  • Macht mich wütend
    257