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Lotussterns Stolz (Short Adventure) Teil 2

Kapitel 2

Mäusegeruch

Lotusstern setzte ihren Weg fort. Der Kater starrte ihr mit gesträubtem Fell und Augen, so groß wie Monden, nach. Warum hast du es ihm nicht gesagt? Warum bist du so ein Mäuseherz? Aber war es richtig ihm überhaupt gesagt zu haben, dass sie weg ging? Sie beschleunigte ihre Schritte. Regenglanz musste ihr jetzt egal sein. Doch je weiter sie sich von ihm entfernte, desto mehr zogen ihre Pfoten sie nach unten. Ihre Schritte wurden schwerfällig und sie keuchte vor Anstrengung.

Plötzlich flog Mäusegeruch auf sie zu. War sie schon weit genug von den Clans entfernt? Durfte sie hier jagen? Ihr Orientierungssinn hatte sie verlassen. Schwerfällig sank sie in eine schnelle Lauerstellung. Ihr Schwanz fegte dabei über den Boden, doch Lotusstern versuchte nicht einmal, ihn still zu halten. Mit ihren Gedanken war sie bei ihrem Clan. Wenn sie ehrlich war, beim Flussclan. Bei Regenglanz.

Angriff auf die Beute

Wenige Schwanzlängen entfernt hockte eine Spitzmaus. Sie knabberte an ein paar Bucheckern. Lotusstern blieb sitzen. Ihr Kopf dröhnte und sie versuchte sich auf die Maus zu konzentrieren. Wenn sie hier versagte, würde sie es kaum als Einzelläufer schaffen. Das würde ihre Ehre verletzen. Denn dann müsste sie als Hauskätzchen leben. Sie setzte eine Pfote vor die andere.

Als sie nur noch eine Schwanzlänge entfernt war, zog sie ihren Schwanz dicht an ihren Körper. Sie spannte die Muskeln an und sprang. Blitzschnell landete sie auf der Maus. Diese versuchte verzweifelt zu fliehen, doch Lotusstern hatte sie geschickt mit den Krallen erwischt. Aus irgendeinem Grund hielt sie inne. Sollte sie, nachdem sie die Maus getötet hatte, dem Sternenclan danken? Und durfte sie diese Beute eigentlich fressen? Sie war auf Clanterritorium, da war sie sich sicher.

Zwischen den Clangrenzen

Also nahm sie die Maus, so leid es ihr tat, ins Maul. Sie zappelte herum und Lotusstern versuchte sie mit den Zähnen festzuhalten. So ging sie weiter, die zappelnde Maus im Maul und mit dem Gedanken, sie könnte nie wieder zurückkehren. Nun war sie gegangen. Die Maus kann doch nichts dafür, dass ich auf Clanterritorium bin. Sollte ich sie nicht von ihrem Leid erlösen? Mit zitternden Beinen näherte sie sich der Geruchslinie, die ihr sagte, dass sie richtig gelegen hatte. Sie war auf Clanterritorium, auf Schattenclanterritorium.

Die Maus hing inzwischen immer noch zappelnd, aber erschöpft in ihrem Maul. Das Blut der Wunden, die sie ihr zugefügt hatte, floss schon lange nicht mehr in ihre Kehle. Die Wunden mussten längst angefangen haben zu heilen und zu verkrusten. Regenglanz hätte bestimmt nicht gezögert, die Maus von ihrem Leid zu erlösen. Hilflos und entsetzlich müde ließ sie sich weit hinter den Clangrenzen nieder. In der Ferne hörte sie das Rauschen eines anderen Donnerweges. Einen, der ihr unbekannt war.

Du bist das Licht des Donnerclans

Lotusstern bemühte sich aus Leibeskräften, nicht daran zu denken, wie sie das Monster auf dem Donnerweg, zwischen dem Donnerclan und dem Flussclan, wie auch dem Schattenclan, fast getötet hätte. Zum Glück war Regenglanz dagewesen. Sie war dem Kater nicht nur dankbar, dass er sie gerettet hatte, sie war sich sicher, dass er ein guter Gefährte sein würde, nun für eine Katze aus seinem Clan. Warum habe ich ihn nicht einfach gefragt ob er mitkommt? Es wäre doch... Lotusstern, sein kein Froschhirn. Er wäre nicht mit dir gegangen. Warum auch? Weshalb sollte er seinen Clan verlassen, um mit dir mitzugehen? Sie wollte es einfach nicht wahrhaben.

Ihr fiel die Maus ein. Vorsichtig legte sie den zitternden, kleinen Körper vor sich hin. Sie hielt das Tier nicht fest, denn sie wusste, dass es zu schwach war, um zu fliehen. "Ich hätte dich wirklich nicht leiden lassen sollen. Tut mir leid. Ich... ich erlöse dich jetzt." Noch nie in ihrem Leben verspürte sie einen solchen Schmerz, wie in diesem Moment, als sie in die Kehle dieses kleinen, wehlosen Geschöpfes biss. Damit du weiterlebst, geben andere ihr Leben, du bist nun das Licht des Donnerclans... Feuersterns Stimme hallte in ihren Ohren. Mit gesenktem Blick schaute sie auf ihre Beute und dankte still dem Sternenclan. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie dachte an ihren Clan zurück.

In Gedanken an Tannenfell

An diesem Tag war Tannenfell gestorben. Er hatte schon eine Wunde, doch diese hatte sich entzündet. Sein Körper war gerade erschlafft, als Lotusstern aus dem Lager rennen wollte. Sie hatte sich nicht einmal verabschiedet. In diesem Augenblick wurde ihr klar, dass dieser Gedanke sie ihr Leben lang verfolgen würde. Egal wo sie war, er würde da sein.

Schluchzend dachte sie daran, wie nah ihr Tannenfell gestanden hatte. Er war ihr Freund gewesen. Sie wollten Gefährten werden und Junge haben. Nun war er tot. Ihr einziger Anhaltspunkt war weg. Er war nun im Sternenclan und das nicht nur wegen seiner Wunde, sondern wegen ihr. Sternenclan, weshalb quält ihr mich so? Ich wollte doch nie etwas anderes, als meinem Clan als Anführerin zu dienen. Ich wollte das alles nicht! Im Rausch dieser Gefühle schlief sie ein. Doch Tannenfells Tod folgte ihr bis in ihre Träume...

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Eure Kommentare

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Danke Flammenstern,

ich versuche dranzubleiben und hier für meinen großen Traum ,,Autorin" zu üben.

Du kannst echt gut Geschichten schreiben, weiter so.🙂