Lotussterns Stolz (Short Adventure) Teil 8
Was ist passiert?
"Lotusstern, Lotusstern, wach auf." Als sie ihren Namen hörte, versuchte sie etwas zu sehen, schaffte es aber nicht, die Augen zu öffnen. Sie war so müde. "Lotusstern! Wach bitte auf!" Plötzlich erkannte sie die melancholische Stimme von Regenglanz und das sanfte Miauen von Regentropfen. Bei der Erkenntnis, dass beide bei ihr waren, war sie erleichtert und sehnte sich nach nichts mehr, als aufzustehen und die beiden zu liebkosen. Ach, warum bin ich nur so müde? Da fiel ihr wieder der Sturz ein und sie erschauderte. Erst jetzt bemerkte sie den pochenden Schmerz in ihrem Körper. Der dumpfe Aufprall hätte sie umbringen können, zumal sie mehr als 5 Schwanzlängen hoch oben gewesen war. Sie hatte überlebt, stellte sich aber die Frage, wie lange es noch dauerte, bis sie zum Sternenclan ging. Irgendwie hatte sie das Gefühl, der Sternenclan könnte sie hier nicht erreichen und deshalb wurde ihr mulmig zumute. Werde ich eigentlich jemals zum Sternenclan kommen? Auch wenn ich zurückkehre ... habe ich doch immer noch den Sternenclan verraten, oder?
Das tut so weh!
"Ich", stöhnte sie verzweifelt. "Lotusstern! Du lebst!" Sie hörte Regentropfen jubeln, doch dann hörte sie auch, wie Regenglanz ihn ermahnte, er solle sich nicht zu früh freuen. "Ich kann nichts sehen und ... mir tut alles so weh." In Gedanken schrie sie vor Schmerz und sie wollte nichts lieber als sterben, doch sie wusste, dass das falsch wäre. Sie müsste dann die beiden allein lassen. Das kann ich nicht. Aber aufstehen kann ich auch nicht. Was soll ich nur tun? Plötzlich ertönte ein feindseliges Fauchen und Lotusstern erschrak. Was soll ich tun, wenn jetzt ein Dachs oder ein Fuchs da ist? Ich bin so gut wie tot! "Haut ab. Verlasst dieses Gebiet! Das ist meins!" Doch da wurde ihr bewusst, dass Dachse und Füchse nicht sprechen konnten, zumindest nicht die Sprache der Katzen.
Skorpion
"Wer ist ..." sie keuchte. "Wer ist ... da?" Sie versuchte angestrengt zu sprechen. Direkt antwortete die fremde Stimme selbst. "Ich bin Skorpion. Und wer seid ihr?", fragte die Stimme nun schon friedlicher, als ihr bewusst wurde, dass dort eine verletzte Katze lag. Zumindest vermutete Lotusstern das. "Hallo, ich bin Regentropfen. Das sind Regenglanz und Lotusstern. Wir sind ... na ja ... also ... sie haben mich gesucht und dabei ist Lotusstern vom Baum gefallen." "Bei Bastet, wie kann denn das passieren? Vom Baum gefallen, mhm, das hört sich mehr an wie eine Mutprobe unter jungen Katzen. Na ja ... lasst mich das mal angucken." Mit einigen Pfotenschritten war er bei ihr angelangt und murmelte: "Bist ja ganz schön alt, dafür, dass du vom Baum fällst. Hast du nie Beute auf Bäumen gefangen? Wie bist du denn durchgekommen?" Mehr schien er seine Gedanken auszusprechen, denn Lotusstern konnte vor Schmerz nicht antworten, biss lieber die Zähne zusammen.
Heilerkatze
"Was willst du denn schon machen, alter Kater?", fragte Regenglanz etwas misstrauisch. "Dumme Fellkugel. Ich kann Dinge, die du nicht kannst. Oder weißt du, was eine Ringelblume ist und wogegen Schachtelhalm hilft? Und eins sage ich dir: Nenn mich nicht alt!" Ein warmes Gefühl durchströmte Lotusstern, als sie erkannte, dass diese Katze wohl die Kenntnisse einer Heilerkatze hatte. "D-d-danke". Mittlerweile war ihr kalt geworden und sie versuchte sich verzweifelt zu wärmen, woran auch immer. Doch um sie herum war nichts ... "Halt doch mal still und strampel nicht wie eine Verrückte!", herrschte sie die Katze an. "Sie kann doch nichts dafür, dass sie vom Baum gefallen ist", mischte sich nun Regenglanz ein. Die fremde Katze legte jetzt vorsichtig ihre Pfoten auf ihren Rücken.
Niemals allein
Sie spürte einen stechenden Schmerz als er über eine Stelle an ihrem Rücken fuhr. Die fremde Katze zog die Luft ein und Lotusstern bekam Angst. "Sie hat einen Bruch, einen Wirbelsäulenbruch. Es tut mir wirklich leid, aber ich weiß nicht, was ich da tun kann. Am besten liegt sie still und bekommt Wärme gespendet, aber ... ich kann nicht garantieren, dass sie wieder gesund wird. Kommt einfach mit mir und überlasst Bastet, was mit ihr geschieht. Bastet passt schon auf sie auf. Und wenn sie erst bei den Jagdgründen der Ewigkeit ist ... dann ist doch alles gut, dann hat sie keine Schmerzen mehr." "Niemals!", fauchte Regenglanz. "Wir lassen sie nicht im Stich! Dir kann es doch egal sein, was mit ihr passiert, aber wir, wir werden ihr beistehen, bis zu ihrem Tod!" Damit spürte sie, wie er sich neben sie legte und ihr Fell zu putzen begann.
Zuflucht
"Nun gut, wenn ihr sie nicht aufgeben wollt, kommt mit mir. Ich gewähre euch Zuflucht bei mir, aber nur, bis es ihr besser geht. Und erwartet ja nicht, dass sie es schafft." "Danke", Regentropfen schien erleichtert. "Aber sag mir doch bitte, wer diese Bastet ist." "Du kennst Bastet nicht?", Skorpion hörte sich überrascht an. "Nein, ich kenne nur den Sternenclan, aber nur aus Erzählungen, nicht persönlich", bestätigte Regentropfen. "Also gut, Bastet ist ... unsere Göttin. Sie sorgt für uns und wacht über uns wie über ihre Jungen. Sie würde ihr Leben für uns geben, auch wenn sie schon tot ist. Es ist vielleicht nicht gerade einfach zu verstehen, aber ich habe noch nie Katzen getroffen, denen man erklären muss, wer Bastet ist. Und was ist der Sternenclan?" "Der Sternenclan ist so etwas Ähnliches wie Bastet, glaube ich zumindest."
Betäubung
"Erzähl mir gleich weiter, junger Kater, aber lasst uns eure Freundin ins Warme bringen." Lotusstern merkte, wie sie auf einen Rücken gehievt wurde. Sie versuchte nicht zu jaulen, doch es gelang ihr nicht. Alles tat weh, vor allem jetzt, wo ihre Pfoten baumelten. Beim Sternenclan, werde ich je wieder normal sein? Das ist ja schrecklich so! "Wartet kurz." Sie hörte Farnwedel rascheln und Regenglanz seufzen. "Dieser Kater", murmelte er. Kurz darauf raschelte es wieder und sie witterte den etwas muffigen Geruch von Skorpion. "Lotusstern, leck diese Samen von meiner Pfote. Es hilft, dich zu betäuben." Sie war dem Kater zutiefst dankbar. Ihr Körper entspannte sich auf dem Weg zum "Lager" von Skorpion und ihre Schmerzen ließen nach. Das langsame Tempo machte sie schläfrig. Beruhigt, dass alle ihre Liebsten bei ihr waren, schlief sie ein, doch diesmal, war es kein gewöhnlicher Schlaf, sie hatte sogar das Gefühl, es wäre eine Vision ...
Ich liiiiiiiiiiiiiiebe deine Geschichte
Ich auch!✨ Voll gut geschrieben!