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Neuanfänge nach Regen - Kapitel 1 | IceyFox

Der Umzug

Es ist Anfang Frühling. Die meisten Bäume sind noch kahl, allerdings blühen auch schon einige. Über die Berge ziehen Nebelschwaden. Ich sitze auf der Rückbank unseres Familienautos und schaue zu, wie die Wälder auf den Hügeln an uns vorbeiziehen. Das allerwichtigste Gepäck liegt neben mir. Morgen werde ich meine neue Klasse kennenlernen. Dad fokussiert sich auf den Regen, der auf den Asphalt der Autobahn prasselt. Mom liest ein Buch. Ab und zu dreht sie sich auch zu mir um, um zu schauen, ob alles okay ist. Ich höre Musik und lasse mir den morgigen Tag durch den Kopf gehen. Ich vermisse Samantha und Lilly, meine besten Freundinnen. 

In meiner alten Klasse war ich echt beliebt, deswegen habe ich noch mehr Angst vor morgen. Wenn mich meine ganze Klasse hassen wird, bin ich geliefert. Ich kann das nicht. Ich schüttle mich. Mama meint zwar seit Tagen, dass alles gut wird, aber daran glaube ich nicht. Ich will keine neuen Freunde finden und keine neue Schule besuchen. Ich werde es vermissen, Leon beim Fußballspielen zuzuschauen, ohne dass er davon etwas mitbekommt, weil er so vertieft in das Spiel ist. Ach ja, Leon. Mein Schwarm seit der 6. Klasse, den ich einfach nicht aufgeben kann. Mittlerweile sind fast drei Jahre vergangen, im Herbst komme ich in die 9. Klasse. Ich habe ihn nie aus dem Kopf bekommen, aber jetzt ist es sowieso zu spät. Ich werde nie wieder die Chance bekommen, ihn anzusprechen oder ihm zuzuschauen, während er so unfassbar konzentriert Fußball spielt. Er wird ein anderes Mädchen kennenlernen und dann wird sie an seiner Seite gehen. Obwohl ich so beliebt war, war Leon für mich irgendwie nie erreichbar. Ich war unsichtbar für ihn. Ich lehne mich zurück und schaue wieder aus dem Fenster. Noch bevor ich weiter nachdenken kann, schlafe ich ein.

"Isabell, wir sind da!", höre ich Mama rufen. Ich öffne langsam die Augen und schaue mich um. Unser Auto steht vor einem kleinen Haus. Rundherum ist nichts außer Natur. Das komplette Gegenteil von unserer früheren Stadtwohnung. Es sieht irgendwie... gemütlich aus. Einen Moment mal kurz! Ich werde mich hier ganz sicher nicht wohlfühlen! Ich wollte doch gar nicht umziehen! Aber so ist es jetzt nun leider.

Kurze Zeit später stehe ich in meinem Zimmer, das mit Kartons und Möbeln vollsteht. Die Wände sind zartblau, der Boden ist braun wie eine Tafel Schokolade aus Holz. Ich blicke aus dem Fenster. Die Aussicht ist nahezu perfekt: Etwas weiter weg von unserem Haus breitet sich ein riesiger Wald aus, der schon Blüten und die einen oder anderen Blätter zeigt. Wenn ich schon wegziehen muss, dann wohl wenigstens in ein schönes Zimmer. Und das ist auf jeden Fall gelungen.

Alles auf Anfang

Ungefähr fünf mit Arbeit gefüllte Stunden später sitze ich in meinem fertig möblierten Zimmer. Die Möbel sind genau so, wie ich sie kenne und liebe. Das leicht verschnörkelte Bett mit dem Kopfteil, das sich wie die Äste von einem Baum nach oben reckt, der Schrank mit den Verzierungen an den Füßen, die wunderschön geschnitzt sind, mein Schreibtisch mit dem Schreibtischstuhl in blattgrünem Samt. Das war wahrscheinlich das Einzige, was meine Freundinnen an mir verrückt fanden. Ich wohnte im dritten Stock eines Wohnblocks und liebte trotz allem die Natur und jegliche Art von Bäumen. In dieses Haus passen diese Möbel deutlich besser. Vielleicht wird es hier ja doch gar nicht so schlimm. Ich muss nur Freunde finden, dann wird das schon irgendwie.

Kurz nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, sitze ich mit Mama und Papa beim Abendessen. "Freust du dich schon auf deine neue Klasse, Isi?", fragt Papa, als sei es das Normalste der Welt, mitten im Schuljahr auf eine neue Schule zu gehen. "Ich habe irgendwie Angst. Was, wenn mich alle hassen?", gab ich zögerlich zurück. "Ich kann dich verstehen, Isabell. Aber es wird schon werden. Dich wird niemand hassen. Du wirst schnell Freunde finden, glaub mir", beruhigte mich Mama. Allerdings wusste ich nicht, ob mich das wirklich beruhigen kann. "Ich glaube, ich gehe hoch in mein Zimmer, damit ich noch meine Schultasche vorbereiten kann", erklärte ich und lief kurz darauf die hölzerne Treppe zu meinem Zimmer nach oben. Ich hörte meine Eltern unten weiterhin plaudern, als hätte sich heute nicht unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt.

Nachdem ich meine Schultasche gepackt hatte, watschle ich ins Bad, wasche mein Gesicht und putze meine Zähne. Danach falle ich komplett müde ins Bett.

 

 

Das war der erste Teil von meiner neuen Geschichte: "Neuanfänge nach Regen". Ich hoffe, er hat euch gefallen. Die Geschichte wird jetzt noch seeeeeeehr viel länger werden, also hoffe ich, das ist okay für euch und ich habe euch einen guten Vorgeschmack gegeben. Ich werde wahrscheinlich keine Wörter mehr im Anschluss an die Geschichte verwenden, so wie jetzt gerade. Ich hoffe, auch das ist okay für euch. 

🫶🏻 LG, eure Icey 🫂

So geht es weiter...

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Eure Kommentare

@Gast: Schreibe gerade daran, also in den nächsten Tagen 🫶🏻

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Wann kommt der zweite Teil?

Megaaaa cool🫶🏻