Neuanfänge nach Regen - Kapitel 2 | IceyFox
Der erste Schultag
Am nächsten Morgen weckt mich die Sonne, welche in einem sanften Orange in mein Zimmer scheint. Ich tapse zu meinem Spiegel. Wenn ich vor meinem Spiegel stehe, scheint die Morgensonne direkt an meinem Gesicht vorbei, weshalb meine mittelmeerblauen Augen in einem zarten Türkis strahlen. Diese Augen werden heute sehr viel Neues erblicken müssen. Noch immer bin ich mir unsicher, ob ich mich darauf freuen kann. Jetzt betrachte ich das Vogelnest auf meinem Kopf. Meine dunkelbraunen, eigentlich glatten Haare sind ganz schön zerzaust. Ich muss gestern vergessen haben, sie zusammenzuflechten. Wenn ich sie flechte, werden sie leicht wellig, das gefällt mir normalerweise sehr. Vielleicht sollte ich sie heute aber lieber normal glatt lassen, weil ich nicht oberflächlich und perfekt rüberkommen darf. Ich muss schließlich Freunde finden!
Im Bad kämme ich meine Haare durch, bis sie wieder ihre gewöhnliche Struktur annehmen. Danach schleiche ich zurück in mein Zimmer, weil ich Mom und Dad nicht wecken will. Ich weiß nicht, wie lange sie gestern noch wach waren. Ich werfe mich in mein Lieblingsoutfit: eine hellblaue Jeans-Schlaghose, mein geliebtes enganliegendes hellrosa Oberteil und darüber meinen dunkelblauen Hoodie. Dazu will ich später meine schwarzen Vans anziehen. Langsam hellt sich meine Miene auf. Vielleicht wird der Tag ja doch gar nicht so schlecht, wie ich gestern noch gedacht habe.
Wie komme ich hin?
Als ich kurze Zeit später unten am Esstisch sitze, fällt mir die wichtigste Frage des ganzen Tages ein. "Mom, wie komme ich eigentlich zur Schule?", frage ich etwas verdutzt. "Dad wird dich am ersten Schultag fahren, ab morgen kannst du dann mit dem Bus fahren", entgegnete Mom. "Ich zeige dir die Bushaltestelle auf dem Hinweg", gab Dad dazu, weil ich wohl ziemlich verwirrt aussah. Ich dachte mir: "Wo hat es hier bitte eine Bushaltestelle?", weil wir schließlich jetzt in einem Dorf wohnen, wo es sonst gar nichts hat. Auch wenn ich die Natur liebe, kenne ich sowas von meinem alten Zuhause eben nicht. "Okay, danke", antwortete ich Dad.
Als wir eine Viertelstunde später im Auto sitzen, fängt Dad an, mir irgendwelche Fragen zu stellen und damit irgendwie Mut zu machen. "Hast du Angst vor deiner neuen Klasse?", fragt er, obwohl wir die Frage doch gestern schon geklärt haben. "Irgendwie schon. Was, wenn die mich alle für arrogant halten?", gebe ich zurück. "Wieso sollten sie das tun?" "Du weißt doch, wie es am ersten Tag in der 5. Klasse war. Da hattest du auch riesige Angst und später bist du mit so vielen Leuten klargekommen und bist so glücklich nach Hause gekommen. Das wird schon werden", meint Dad. Wahrscheinlich hat er recht. Ich bedanke mich und kurze Zeit später sind wir auch schon an der Schule.
Ich schaff' das schon alleine
"Soll ich mitkommen? Du musst zum Sekretariat", fragt Dad. "Ich schaff' das schon alleine", sage ich und lächle. "Hab dich lieb, Dad." – "Ich dich auch, Isi. Du schaffst das!", ruft Dad mir nach, während ich schon auf dem Weg zum Sekretariat bin. Die Sekretärin bringt mich zu meinem Klassenzimmer. Ich gehe ab jetzt in die Klasse 8c. Die Lehrerin, Frau Distel, begrüßt mich ganz herzlich und bittet mich, mich der Klasse vorzustellen. "Hey, ich bin Isabell und ich bin gestern hergezogen. Ich bin 14 Jahre alt. Meine Hobbys sind E-Gitarre spielen und Fahrrad fahren. Meine Lieblingsfächer sind Musik, Sport und Wirtschaft", erzähle ich, und es kommt richtig selbstbewusst rüber, was echt ideal ist. "Vielen Dank, Isabell", bedankt sich Frau Distel. "Du kannst dich neben Noah da hinten setzen, er ist auch noch nicht so lange hier." Ich nicke mit dem Kopf und laufe nach hinten. Noah sieht nett aus. Ich setze mich neben ihn.
Noah
"Hey", flüstere ich und bekomme das Gleiche zurück. "Wie lang bist du schon hier?", frage ich. "Ich bin nicht umgezogen, hab nur zum Halbjahr die Schule gewechselt, weil ich …“ Er stoppt. "Weil du was?", frage ich. "Weil meine Leistung nicht gut war, als ich auf dem Gymnasium war." Seine Stimme scheint zu zittern, als müsste er die Wahrheit verbergen. "Oh, okay. Ich bin, wie du schon weißt, hergezogen. Ich –" "Noah, Isabell! Bitte Ruhe!", ruft Frau Distel durch das ganze Klassenzimmer. Die Klasse kichert. "Da scheinen sich zwei ja schon ganz super zu verstehen", lachten zwei Mädchen miteinander. Die eine hat platinblonde Haare, smaragdgrüne Augen, die mir direkt in die Seele starren. Die andere mit pechschwarzen Haaren und dunkelbraunen, fast schwarzen Augen. Aber ich, wie ich eben bin, habe wie immer einen schlagfertigen Spruch bereit. "Wenn das in irgendeiner Art euer Problem wäre, würdet ihr nicht so dumm darüber lachen, also haltet einfach eure Klappe. Vielen Dank!" Die grünen Augen funkeln mich böse an, allerdings ist der Mund zu diesem Augenpaar jetzt sehr still. "W-wie hast du das gemacht?", stottert Noah und sieht mich mit seinen saphirblauen Augen fragend an. Auf einmal wurde mir ganz warm ums Herz und ich meine, mir wird schwindlig.
Danke für den Tipp! Wie findest du meine Geschichte? Ich würde gerne mal Tipps von einem Profi wi dir bekommen!
@Miley King:
Ist Übungssache, ich habe schon mit 8 angefangen, Geschichten zu schreiben und ich lese auch extrem viel. Du kannst das auch schaffen 🫶🏻
Das klingt echt super! Ich kann noch nicht so gut schreiben!