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Neuanfänge nach Regen – Kapitel 5 | IceyFox

Das Gespräch

Noah läuft nach oben, um Frau Distel mitzuteilen, dass wir später kommen. Ich setze mich auf die Treppen vor den Werkräumen, die nahe an die Aula grenzen. Die Steintreppen sind kalt, aber das ist mir jetzt auch egal. Ich bereue es zwar irgendwie, dass ich Noah das anvertraue, aber es tut einfach gut, mit jemandem zu reden und nicht das perfekte, schlagfertige Mädchen zu sein, das vor niemandem Angst hat. Und irgendwie habe ich das Gefühl, Noah findet das auch nicht schlimm, mir zuzuhören. Okay, wissen kann ich es natürlich nicht, aber wie schon gesagt, mein Gefühl sagt mir das.
"Bin wieder da!", ruft Noah, allerdings etwas leiser, weil die anderen ja Unterricht haben. "Frau Distel meinte, du sollst dir keinen Stress machen. Wir können uns so viel Zeit lassen, wie du brauchst. Und wenn es dir hilft, bleiben wir auch einfach hier sitzen und reden noch ein bisschen. Was hältst du davon?", fragt Noah verständnisvoll. "Liebend gerne", erwidere ich und klopfe auf die Stufe, auf der ich sitze. Noah setzt sich neben mich. 

Schulübernachtung?

"Ach so, was ich vergessen hab zu sagen: Am Mittwoch machen wir eine Schulübernachtung. Machst du mit?", fragt Noah. Ich überlege. Ist es schlau, dabei mitzumachen, ohne Freunde zu haben? Ich habe zwar Noah, aber das bringt mir ja im Endeffekt auch nicht viel. "Sollte ich dahinkommen? Die Klasse hasst mich doch sowieso schon", meine ich. "Dich hasst niemand, außer vielleicht Victoria und Jasmin, aber die beiden hassen alles und jeden. Die paar Jungs, mit denen ich befreundet bin, haben auch nichts Schlimmes über dich gesagt. Dich kennt nur einfach noch niemand. Aber so selbstbewusst, wie du durch die Welt läufst, wird das schon. Ich weiß, du bist nicht wirklich zu 100 % so, wie es scheint, aber du bist wirklich stark. Du schaffst das.

Noahs Geheimnis

Weißt du was? Ich habe die Schule nicht gewechselt, weil ich schlechte Noten hatte. Ich konnte dir nur nicht direkt die Wahrheit sagen, weil das keiner aus unserer Klasse weiß, also wie es wirklich war. Aber weil du dich jetzt geöffnet hast, werde ich das auch tun. Ich habe die Schule gewechselt, weil meine alten Mitschüler mir überhaupt nicht gutgetan haben. Meine Ex hat gefühlt die halbe Schule auf mich gehetzt, nachdem ich Schluss gemacht hatte. Sie wollte mich vernichten, obwohl sie diejenige war, die mich belogen hat. Und das über Monate. Also bitte, bitte gib dich nicht auf. Dich hasst keiner. Du wirst in die Gemeinschaft unserer Klasse aufgenommen, das verspreche ich dir. Und wenn du nicht direkt mit den Mädchen warm wirst, bin ich für dich da. Auch wenn wir uns kaum kennen, weiß ich, du bist ein guter Mensch. Du musst das nicht alleine machen." 

Wir ergänzen uns gut

Ich bin jedes Mal aufs Neue von Noahs Worten überwältigt. Er hat die Fähigkeit, Worte so auszudrücken, dass sie ehrlich und ernst klingen, aber auf eine freundliche Art und Weise. Er war gar nicht so still, wie man denkt. "Wow. Wie machst du das nur? Du bist sonst so ruhig, aber durch deine Worte, die andere Menschen aufbauen, bist du so viel stärker. Ich stottere nur vor mich hin, wenn ich alleine mit jemandem über so etwas reden soll", gebe ich von mir. Ich merke, wie meine Stimme zittert. "Keine Ahnung. Ich glaube, wir ergänzen uns ziemlich gut. Du kannst total schlagfertige Sprüche von dir geben, aber bist insgeheim ein total sensibler Mensch mit total vielen Sorgen. Ich hingegen bin eben ruhig und eigentlich total offen. So sind wir eben unterschiedlich. Also, kommst du zur Schulübernachtung?" "Okay, ich komme. Aber nur unter einer Bedingung: Du lässt mich nicht alleine", sage ich. "Geht klar", lächelt Noah. "Gehen wir wieder hoch? Frau Distel freut sich bestimmt, wenn wir wiederkommen." "Einverstanden." 
Und so gehen wir die Treppen nach oben, um uns wieder unserer Klasse zu stellen.

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@Stern 17: Das ist auch mein Traumberuf 🥹

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