Party mit Folgen, Teil 3: Die große Überraschung
In Gedanken bei Simon
Sabrina saß am Schreibtisch und machte Hausaufgaben. Naja, heute war ein Aufsatz über ein tollpatschiges Eichhörnchen dran, aber Sabrina hatte überhaupt keine Ideen. Wütend zerknüllte sie das Arbeitsblatt, als sich die Tür öffnete. Ihre Mutter kam herein und sah streng zu dem zerknüllten Arbeitsblatt. "Was soll das? Gehst du immer so mit deinen Hausaufgaben um?", fragte sie. Das klang streng, aber es war nicht so hart gemeint, wie man es vermuten könnte. "Nein Mama. Ich- ich kriege das wieder hin", sagte Sabrina entschuldigend. Eigentlich wollte sie aber nur, dass ihre Mutter endlich verschwand.
Als sich die Tür schloss, faltete sie das zerknitterte Blatt wieder auseinander und legte ein schweres Buch drauf, damit sich die Seite wieder platt drückte und nicht mehr knitterig war. Sie dachte an Simon, und dass es ihr erstes Mal in 10 Jahren war, dass sie sich verliebt hatte. Aber das war jetzt überhaupt nicht wichtig.
Vorgestern waren sie und Simon noch lange im Eiscafé gewesen und hatten an ihren Eisbecher gelöffelt und kalte Getränke getrunken. Am Ende hatten die beiden sich noch einmal endlos verabschiedet und sind schließlich nach Hause gegangen. Für Sabrina war das der schönste Tag ihres Lebens gewesen.
Abendessen
Nach den Hausaufgaben setzte sie sich nach unten in die Küche. Ihre Mutter hatte das Abendessen bereits auf den Tisch gestellt. Sabrina griff hungrig nach ihrem Sandwich, doch ihre Mutter hielt sie zurück. "Warte! Ich bin noch nicht fertig mit dem Sandwich!", rief sie. Sabrina legte das Brot zurück auf den Teller. Ihre Mutter schnippelte eine Tomate in mehrere Scheiben und legte zwei auf das Brot. "Jetzt kannst du essen", entschied sie. "Okay."
Sabrina biss in das Brot. Ihre Mutter schenkte ihr ein wenig Orangensaft ein und setzte sich an den Tisch. "Papa kann nicht mitessen, oder?", vermutete Sabrina. "Yep. Er muss noch kurz ins Büro", antwortete ihre Mutter. Sabrinas Vater arbeitete von Zuhause aus und hatte ein Büro auf dem Dachboden. Sabrinas Mutter hielt einen kleinen Supermarkt unter der Wohnung der Familie, der aber nicht sehr groß war.
Handyzeiten müssen eingehalten werden
Plötzlich piepte ihr Handy. Sie wollte danach greifen, aber ihre Mutter hielt sie zurück. "Nach dem Essen", bestimmte sie. Wenn es um's Handy ging, war Sabrinas Mutter eisenhart. Sie bestand darauf, dass ihre Tochter es beim Essen, im Bett, bei den Hausaufgaben und im Bad nicht einmal berührte. Außerdem hatte Sabrina strikte Handyzeiten am Tag, die sie nicht überschreiten konnte.
"Darf ich biiiiitte rangehen?", bettelte Sabrina. "Okay, ausnahmsweise." Ihre Mutter reichte ihr das Handy. Sabrina tippte die Nachricht an. Es war Marina. "Seit wann schreibt mir Marina?" , wunderte sie sich. "Ah!", schrie sie auf, als sie das Foto ansah, das Marina ihr geschickt hatte und darunter drei grinsende Smileys. Auf dem Foto hatte sie ihren Arm um Simon gelegt und der lächelte sie an.
Bearbeitet oder nicht?
Moment, das ist unmöglich! Er ist seit fünfundzwanzig Minuten zuhause, er hatte doch Basketball?! Marina, Marina, Marina, sie grinste. Ihre Erzfeindin war eine Spezialistin darin, Fotos zu fälschen. Sie dachte sich schon, wie Marina es geschafft hatte. Ein süßer Hintergrund, ein Foto von ihr, ein Foto von ihm, schon ist ein gefälschtes Foto fertig. Sie lachte erleichtert.