Eure Geschichten

Schnee der Ver­gan­gen­heit - Ei­ne (Nach-)Weih­nachts­ge­schich­te #2

Heiligabend

Heute war der 24. Dezember. Heiligabend. Aber ich freute mich nicht nur auf die Feststimmung, die Geschenke, den Besuch von Oma und den Schmaus, sondern auch auf meinen Geburtstag. Der war nämlich am 25.12. Deshalb war Heiligabend der magische Abend auf meinen Geburtstag. Apropo Schmaus: Es gab auch schlechte Nachrichten. Der Ofen funktionierte nicht mehr. Die Kälte streckte ihre Arme immer weiter um unser Haus. Das merkte man auch. Es war nur noch 2 Grad bei uns. Ich beneidete die Leute, die eingekuschelt und schön warm au ihrer Couch saßen. Wir waren eine Familie aus dem Norden, bei uns gab es nicht so viele Decken und sowas. Ach, Familie. Unser Papa ist vor 10 Jahren verschwunden, als ich 2 war und Mama 36. Er war in den hohen Norden gefahren, nach Grönland, und kam nie wieder zurück. Seitdem musste Mama sich alleine um mich kümmern.

Die Schneekugel

Mama rief: "Feliz, ich geh einkaufen. Lass Niemanden rein, verstanden!?" "Neeiiiiin.", seufzte ich. Ich wusste das. Dann hörte ich die Tür zuknallen. Mama war weg. Ich stand auf und ging zu meinem winzigen Abteil namens Kinderzimmer. Ich ließ mich auf mein Bett fallen und beobachtete die Schneekugel, in der ein riesiger, schillernder Eisberg stand. Sie war wohl von Papa gewesen, für mich. Schnee in der Arktis. Das war nicht mal wahr, Arktis und Antarktis waren nunmal Wüsten, und in in Wüsten gab es nur minimalen Niederschlag. Ich seufzte und stand auf. Ich trottete zu der Kugel und schüttelte sie. Der glitzernde Schnee rieselte auf den erhabenen Eisberg. Ich bildete mir ein, den Eisberg erklommen zu haben. Es waren schwere Hürden da gewesen, aber das glänzende Gefühl von Stolz und Freude am Ende - "Ahhhhh!", schrie ich. Über der Schneekugel öffnete sich ein Spalt, als ob jemand mit einem Messer in die Luft geschnitten hätte und eine Wunder hinterlassen würde. Der Spalt wurde immer größer, bis er groß genug war, dass ich liegend durchfallen könnte. Ich schauderte. Aber mein Körper robbte trotz der Angst näher an das Loch heran. Grelles weißes und hellblaues Licht ging davon aus. Ich sah in das Loch hinein und stockte. Eine unbeschreiblich schöne Landschaft erstreckte sich dort drin so weit, wie das Auge reichte. Der Himmel war zwar eintönig weiß, aber eine Lebenskraft ging davon aus. Eisberge erstreckten sich aus dem Meer. Ich hielt meine Hand in das Loch. Plötzlich wurde sie sehr kalt. Ich zog sie schnell zurück. War das etwa... Die Arktis?!

In der Arktis

Ich raste zur Garderobe, holte Winterfellmantel, Handschuhe, Stiefel, Mütze, Schal und Skibrille. Unsere Familie bestand aus gebürtigen Skifahrern, Jeder hatte Skiausrüstung im Hause. Ich stülpte mir schnell alles über den Körper und packte einen Rucksack mit viel Verpflegung, einem vergilbten Brief von Papa und einem Foto von Mama. Wasser brauchte ich nicht, ich konnte Schnee schmelzen. Ich zog mir den Rucksack über die Schultern, holte tief Luft und sprang in das Loch. Ich fiel nicht, sondern landete eigentlich direkt auf Eis. Ich blickte mich um. Die Landschaft war gigantisch, doch ein saugendes Geräusch zog die Eigenschaft auf mich. Ich drehte mich um. "Nein! Bleib offen! NEIN!", keuchte ich. Das Loch schloss sich, zu schnell als dass ich eine Chance hätte. Wie sollte ich überleben?! Ich hatte doch gar kein Zelt für die Nacht mitgebracht! Es sollte nur ein kurzer Arktis-Trip sein! Ich war gefangen im ewigen Eis.

Fortsetzung folgt...

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