Eure Geschichten

Schneepfote - Der Ruf des Moors

Prolog – Ein Name aus Schnee

Der Wind fegte über das Moorland und ließ die Gräser erzittern. Dunkle Wolken zogen über den Himmel, und die ersten Schneeflocken des Blattfalls tanzten durch die Luft.

In der Kinderstube des Wind Clans lag eine kleine, schneeweiße Kätzin mit eisblauen Augen. Ihr Fell war weich und flauschig, und ihre winzigen Pfoten waren so hell wie frisch gefallener Schnee.

Sie hieß Schneepfote.

Schon als Junges war sie anders gewesen. Während die anderen Jungen miteinander rauften, saß sie oft am Rand der Lichtung und beobachtete den Wind, der durch das Moor strich.

„Du träumst schon wieder, Schneepfote“, miaute ihre beste Freundin, Distelpfote.

Schneepfote zuckte mit den Ohren.

„Ich frage mich nur, wie es wohl ist, eine richtige Kriegerin zu sein.“

Distelpfote schnurrte. „Du wirst bestimmt eine großartige Kriegerin!“

Schneepfote lächelte. Doch tief in ihrem Herzen wusste sie, dass sie noch viel lernen musste.

Kapitel 1 – Der erste große Sturm

Die Monde vergingen, und Schneepfote trainierte jeden Tag mit ihrem Mentor, Falkenflug.

Er war ein großer, graubrauner Kater mit scharfen Augen und kräftigen Hinterbeinen.

„Schneller!“, rief er, als Schneepfote über das Moor jagte.

Sie legte die Ohren an und gab alles. Ihre Pfoten flogen über den Boden, bis sie schließlich vor ihrem Mentor zum Stehen kam.

„Gut“, miaute Falkenflug. „Aber ein WindClan-Krieger muss nicht nur schnell sein. Er muss auch wissen, wann er stehen bleiben muss.“

Schneepfote nickte.

An diesem Abend zog ein gewaltiger Sturm auf. Der Wind heulte durch das Lager, und der Schnee fiel so dicht, dass man kaum noch die eigenen Pfoten sehen konnte.

Plötzlich ertönte ein panischer Ruf.

„HILFE!“

Schneepfote fuhr herum. Es war Distelpfote!

Ihre Freundin war beim Versuch, einen Unterschlupf zu erreichen, in eine Schneewehe geraten. Nur noch ihr Kopf ragte heraus.

Ohne nachzudenken, stürmte Schneepfote los.

„Schneepfote, warte!“, rief Falkenflug.

Doch sie hörte nicht auf ihn.

Der Schnee reichte ihr bald bis zum Bauch. Jeder Schritt kostete Kraft, aber sie kämpfte sich weiter vor.

„Distelpfote! Ich bin hier!“

„Ich kann mich nicht bewegen!“, wimmerte ihre Freundin.

Schneepfote begann, mit ihren Pfoten den Schnee wegzuscharren. Ihre Beine zitterten, und der eisige Wind peitschte ihr ins Gesicht.

Schließlich bekam sie Distelpfotes Vorderpfoten zu fassen und zog sie mit aller Kraft heraus.

Gemeinsam schleppten sie sich zurück ins Lager.

Falkenflug wartete bereits auf sie.

„Du hast dein eigenes Leben riskiert“, miaute er ernst.

Schneepfote senkte den Kopf. „Ich konnte sie doch nicht einfach zurücklassen.“

Für einen Moment schwieg ihr Mentor. Dann berührte er sanft ihre Stirn mit seiner Nase.

„Das, Schneepfote, ist es, was einen wahren Krieger ausmacht.“

Kapitel 2 – Die Prüfung

Ein Mond verging.

Schneepfote wurde stärker, schneller und mutiger. Doch sie hatte noch immer Angst, eines Tages jemanden zu enttäuschen.

Eines Morgens rief Falkenflug sie zu sich.

„Heute wirst du deine letzte Prüfung ablegen.“

Schneepfotes Herz begann schneller zu schlagen.

„Was muss ich tun?“

„Du wirst allein das Moor durchqueren, eine Spur verfolgen und vor Sonnenuntergang zurückkehren.“

Schneepfote nickte entschlossen.

Sie machte sich auf den Weg. Der Wind strich durch ihr weißes Fell, während sie die Nase dicht über den Boden hielt.

Bald entdeckte sie eine fremde Geruchsspur.

Fuchs!

Schneepfotes Nackenfell sträubte sich. Sie folgte der Spur vorsichtig und entdeckte schließlich einen jungen Fuchs, der sich einem WindClan-Jungen näherte.

Das Junge war zu weit vom Lager entfernt und hatte Schneepfote noch nicht bemerkt.

Sie musste schnell handeln.

Schneepfote sprang aus dem hohen Gras und fauchte so laut sie konnte. Der Fuchs fuhr herum und knurrte.

Obwohl ihr Herz raste, blieb sie stehen.

„Verschwinde!“, fauchte sie.

Der Fuchs machte einen Schritt auf sie zu.

Schneepfote duckte sich und wich im letzten Moment zur Seite aus. Dann stieß sie einen lauten Warnruf aus.

Kurz darauf kamen zwei Krieger angerannt. Gemeinsam vertrieben sie den Fuchs.

Das Junge war unverletzt.

Als Schneepfote am Abend ins Lager zurückkehrte, erwartete Falkenflug sie bereits.

„Du hast die Prüfung bestanden“, miaute er stolz.

Schneepfote konnte ihr Glück kaum fassen.

Kapitel 3 – Schneesturm

In dieser Nacht versammelte sich der gesamte Wind Clan auf der Lichtung.

Der Mond schien hell über dem Lager, und die Sterne funkelten am Himmel.

Die Anführerin, Baumstern, trat auf den Hochstein.

„Wind Clan! Heute haben wir uns versammelt, um eine neue Kriegerin willkommen zu heißen.“

Schneepfote trat vor. Ihre Pfoten zitterten leicht.

„Ich, Baumstern, Anführerin des Wind Clans, rufe unsere Kriegerahnen an, auf diese Schülerin herabzublicken. Sie hat Mut, Stärke und ein treues Herz bewiesen. Sie ist bereit, ihren Kriegernamen zu erhalten.“

Sternenblick sah ihr direkt in die Augen.

„Schneepfote, von diesem Augenblick an wirst du Schneesturm heißen!“

Ein Raunen ging durch die Lichtung.

„Schneesturm! Schneesturm! Schneesturm!“

Schneesturm hob stolz den Kopf.

Die Anführerin fuhr fort:

„Möge dein Mut so stark sein wie ein Sturm und dein Herz so rein wie der Schnee.“

Dann sprang Sternenblick vom Hochstein und berührte Schneesturms Stirn mit ihrer Nase.

Schneesturm leckte respektvoll ihre Schulter.

Als sie sich umdrehte, sah sie Distelpfote, die vor Freude schnurrte.

„Ich wusste, dass du es schaffst!“, miaute sie.

Schneesturm lächelte.

Doch als sie in dieser Nacht allein vor dem Lager saß und in den Sternenhimmel blickte, spürte sie etwas Seltsames.

Ein kalter Windhauch strich über ihr Fell.

Sie hob den Kopf.

Für einen winzigen Augenblick glaubte sie, zwischen den Sternen die Silhouette einer weißen Katze zu erkennen.

Eine Stimme flüsterte durch den Wind:

„Dein Weg hat gerade erst begonnen, Schneesturm.“

Schneesturm stellte die Ohren auf.

Sie wusste nicht, was die Zukunft bringen würde. Doch eines wusste sie ganz sicher:

Sie würde ihren Clan beschützen. Egal, welcher Sturm auf sie wartete.

 

Ich hoffe, euch hat diese kleine Geschichte gefallen. 

(Hat echt lange gedauert sie zu schreiben.)

 

LG Schneesturm :)

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