Schulleben Teil 4
Josie Schnee
Mittwoch der 10. September
Seit einer Ewigkeit saß ich nun schon auf meinem Fußboden und dachte über den heutigen Tag nach. Besonders über December. Und ein wenig über Leo, der mich nach Schulschluss gefragt hatte, ob wir uns noch an diesem Tag treffen wollten. Ich hatte zugestimmt. Einerseits, weil ich wollte, und andererseits, weil Lena und Meg hinter mir gestanden hatten und mich kichernd angestupst hatten. Peinlich! Leo war aufgeblüht, als ich zugestimmt hatte, und jetzt würde er in 30 Minuten hier aufkreuzen.
December ist ein Junge
Ich fummelte an einem Stofffetzen herum, drehte ihn in den Fingern und zog in lang. Schon wieder dachte ich daran, als December vor der Klasse gestanden hatte und leise, aber laut genug, dass es alle hören konnten, gesagt hatte, dass sie ein Junge wäre. Natürlich gab es ein paar in der Klasse, die gelacht hatten und blöde Bemerkungen gerufen hatten, aber die waren deutlich in der Unterzahl.
Als December wieder zu seinem Platz zurückgegangen war, haben ihm viele gesagt, wie mutig das war. Ich hatte das auch tun wollen, aber eigentlich war die ganze Aufmerksamkeit sowieso schon auf December gerichtet und ich hätte da keinen Unterschied gemacht. Und so sah ich zu Jane und lächelte sie bewundernd an. Auch sie wirkte erleichtert und glücklich, das December es geschafft hatte. Hannelore war sogar von ihrem Platz aufgesprungen, um December zu umarmen. Mein Blick war zu Meg gewandert, um mit ihr einen freudigen Blick auszutauschen, doch sie deutete lachend mit dem Kopf in Richtung Leo. Als ich dorthin sah, war sein Blick genau auf mich gerichtet. Schnell wandte er sich ab und quatschte mit einem seiner Freunde, dessen Namen ich noch nicht kannte.
Leo zu Besuch
Es klingelte an der Haustür und ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. Durch das lange sitzen humpelte ich leicht zur Haustür. Mein linkes Bein war eingeschlafen.
Vor der Tür stand Leo.
"Oh, Hi Leo", sagte ich verblüfft, "Du bist ja schon so früh da." Verlegen lachte er. "Ja, Entschuldigung. Ich dachte, es wäre bestimmt okay." "Nein, quatsch! Alles gut. Komm!", erwiderte ich und ließ ihn eintreten. Ich zeigte ihm, wo er seine Jacke und Schuhe hinpacken könnte. Dann folgte er mir durch den Flur. Gegenüber von meinem Zimmer lag Mattis Zimmer (mein Zwillingsbruder), beklebt mit Stickern und Postern. Und genau jetzt verließ Matti sein Zimmer.
Als er Leo sah, erstarrte er einen Moment und blieb auf der Türschwelle stehen. "Matti? Alles Gut?" "Ist der", er deutete auf Leo" wegen dir hier?" "Ja, klar", antwortete ich verwirrt. Matti verzog das Gesicht und ging dann an uns vorbei, ohne noch ein Wort zu sagen. "Was ist denn mit dem los?", fragte ich, als wir in meinem Zimmer saßen, ich dieses Mal auf einem Sessel. "Hmm", meinte Leo und zuckte mit den Schultern. Es schien ihn nicht sonderlich zu stören oder zu wundern, wie Matti reagiert hatte. "Ich glaube ehrlich gesagt, er mag mich nicht", sagte er und lachte ein wenig. "Ja, aber wieso?", wollte ich wissen. "Wir sind in einem Handball-Verein. Also in dem selben. Er mochte mich noch nie sonderlich."
"Ah..."
Stimmt das Gerücht?
Einen Moment sagten wir nichts, dann fragte Leo: "Was hältst du eigentlich von diesem Gerücht, dass wir zusammen wären?" "Weiß nicht. Stimmt ja eh nicht, kann uns also egal sein, oder?", sagte ich und bereute es gleich wieder, weil wenn Lena und Meg Recht hatten und er wirklich in mich verliebt war, ist das nicht so toll für ihn. Doch er reagierte nicht verletzt. "Also du meinst, du bist nicht in mich und deshalb ist es dir egal, was die anderen denken?", fragte er grinsend. "Ja, irgendwie schon. Aber ich mein, du bist ja auch nicht in mich verliebt?", fragte ich verlegen. "Hmm, keine Ahnung", erwiderte er etwas abwesend.
Ich war froh, als die Unterhaltung vorbei war. Es war mir ein wenig unangenehm gewesen, darüber zu reden. Wir scherzten ein wenig und unterhielten uns über verschiedene Dinge. Leo aß auch noch mit uns Abendbrot. Auch Matti saß am Tisch, sagte aber wenig, was bei ihm selten vorkam. Was war bloß mit ihm los?!
Was hat Matti gegen Leo?
Als Leo schon lange wieder zuhause war, klopfte ich bei Matti. Ohne zu warten, ob ich reindurfte, betrat ich den Raum. Matti saß auf seinem Bett und zockte an seinem Handy. "Sag mal, was ist eigentlich dein Problem mit Leo?", fragte ich ihn. "Er ist ein richtiger Egoist", meinte Matti und sah weiter auf sein Handy. "Ach, komm schon! Sei nicht so unfreundlich und nenn ihn nicht so! Erklär mir einfach, wieso du ihn nicht magst. Hat er irgendwas gemacht?", erwiderte ich etwas gereizt. Wieso musste er gleich mit Beleidigungen um sich werfen?
Jetzt legte Matti sein Handy doch weg.
"Im Handball hat er mir mal, nach einem wichtigen Spiel, was wir verloren haben, die Schuld dafür gegeben. Und alle anderen Spieler waren auch frustriert und haben dann auch angefangen mich zu beleidigen und so!" Einen Moment zögerte ich, dann fragte ich: "Okay und wann war das?" "Naja, so vor zwei Jahren." "Das ist schon ewig her! Vielleicht ist etwas schlimmes passiert bei ihm zu diesem Zeitpunkt oder er war früher einfach anders. Aber jetzt ist er nett!"
Den letzten Satz sagte ich, während ich schon den Raum verließ. Wütend lehnte ich mich an die Flurwand. Doch lange konnte ich nicht wütend bleiben, denn dann erinnerte ich mich schon wieder an den tollen Tag mit Leo.
Tut mir leid, dass ich diesen Teil so lange nicht veröffentlicht habe... Und das er so kurz war. Es wird sich wahrscheinlich nicht ändern, dass die Teile so unregelmäßig erscheinen. Aber es motiviert mich, wenn ihr Kommentare schreibt. Danke für die netten Kommentare von euch!
LG Piepsi
Hi📚✨🥀
Sag mal bist du noch auf KS? Ich vermisse dich😢!
❤️❤️❤️❤️ Es ist super! Bitte weiter schreiben.
LG Wolfsherz 🐺🖤
Ich mag die Geschichte total gerne!
Oh mein Gott❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️, wie wunderbar😍😍😍😍. Der Teil ist perfekt und Josie und Matti sowieso🎀.
wow, auf den teil habe ich lange gewartet. ich hoffe der nächster kommt früh an wie möglich....
Ich mag die Geschichte, vor allem, weil man die Perspektiven verschiedener Schüler betrachten kann. :] Ich hoffe du machst weiter!