Eure Geschichten

The Secret of the Night 8

Nimmerzeit

Alvar setzte sich auf den Boden und betrachtete seine Hand mit einem schmerzvollen, verzogenem Gesichtsausdruck. Sein Amilo – Merlin, das Flughörnchen – flog von dem Baum der Nimmerzeit hinunter auf seine Schulter. Es quiekte und ging mit seinen kleinen Pfötchen wütend auf die Rinde des Baumes los. Er trat es ein paar Mal und machte sich dann wieder auf Alvars Schulter bequem. Das war Rache von dem kleinen Tier. Ich fand es irgendwie sehr süß von ihm und schaute auf die Stelle, von der das Tier geflogen kam. An einem anderen dicken Ast döste Bagira – Amilo von Lyvan – und schien sich nicht für das Ereignis zu interessieren. Wahrscheinlich dachte er sich: „Ach, das ist wieder einer dieser Momente, in denen niemand aufhört, zu fliegen und quieken.“

Der seltsame Baum

Eine halbe Stunde war vergangen, seitdem wir auf diesen komischen Baum gestoßen waren. Mello untersuchte die komische Frucht immer noch. Naja, untersuchen kann man es nicht nennen, was sie da macht. Sie starrte die Frucht an, ohne mit den Wimpern zu zucken, als ob sie ein Blickduell mit dem leblosen Ding führte. Lyvan war wie immer ruhig und notierte irgendetwas in ihrem Mini-lila-Notizbuch. Wahrscheinlich hatte sie gerade einen neuen Drachenfliegen-Trick entdeckt und wollte ihn nicht vergessen. Und ich stand wie ein Trottel vor dem sitzenden Alvar und tat gar nichts Sinnvolles. Ich setzte mich neben Alvar und legte eine Hand auf seine Schulter, die andere auf den Rücken seiner rechten, unverletzten Hand. Merlin quiekte auf einmal, denn anscheinend hatte ich ohne zu wissen, meinen schweren Arm auf das schwache Amilo gesetzt. Eine Frucht fiel von dem Baum und begann auf einmal zu glühen. Ich rückte näher. Sekunden später begann sie zu schrumpfen und zu verschimmeln. Igitt! Es sah aus, als hätte der Baum gerade eine schlechte Beziehung zu seiner Ernährungskette. Und als ob die Zeit nur für den Baum schneller geworden ist, verschrumpelten alle Früchte und an deren Stelle blieben nur die Blätter.

Was ist mit dem Baum? 

Mello kam herbeigerannt und verkündete ihre Entdeckung stolz: „Der Baum ist… ähm, nun ja, irgendwie nicht mehr so gesund!“ Sie klang fast ein bisschen enttäuscht, als hätte sie auf eine epische Entdeckung gehofft, aber stattdessen einen Pilzsalat vorgefunden. „Vielleicht ist der Baum ja einfach nur ein bisschen… in den Ruhestand gegangen?“, sagte ich und versuchte, den Moment etwas aufzulockern.

Lyvan sah nicht mal auf und murmelte nur: „Das ist die Nimmerzeit. Alles hier ist ein wenig… anders.“ Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. „Ja, 'anders' ist wohl der diplomatischste Ausdruck dafür, dass dieser Baum jetzt definitiv zum 'Gemüse' gehört.“

Mello starrte uns mit ihren großen Augen an, als ob wir die ganze Zeit über nichts verstanden hätten. „Vielleicht kann der Baum ja einfach einen Arzt aufsuchen“, schlug sie vor. Ich konnte mir ein weiteres Lachen nicht verkneifen, während Alvar weiterhin in stummer Verzweiflung auf seine Hand starrte. „Oder ein bisschen Urlaub,“ fügte ich hinzu. „Das hilft manchmal auch bei schlechten Tagen.“

Verletzung

Alvar räusperte sich. Anscheinend machten ihm unsere Albernheiten keinen Spaß. „Der Baum hat eine schnellere Zeit. Also alles wächst schneller, und keine Ahnung, ich denke, irgendwann wird er riiiiiiiiiesig sein,“ sagte er und verlängerte das „riesig“ so, als würde er das Wort selbst auf eine Reise durch den Raum schicken. „Vielleicht hast du Recht. Geht es deiner Hand gut?“ fragte ich besorgt nach. „Nein, kein Unterschied.“ Seine Hand war noch röter geworden als vorher, und ich wollte ihm helfen. Ich wollte den Schmerz lindern. Also ging ich zu ihm.

Schnelle Heilung

„Zeig mal“, sagte ich, als wäre ich einer dieser Ärzte aus unserer Schule, die immer zu wissen schienen, wie man alles heilen konnte – auch wenn sie meistens keine Ahnung hatten. Er hob seine Hand, und ich nahm sie in meine Hände. Ich strich über den Rücken seiner Hand, und automatisch kam einer meiner Schmetterlinge angeflogen und setzte sich auf die verletzte Stelle. Die Rötung verschwand erstaunlicherweise, und seine Hand nahm ihre natürliche Farbe wieder an. Ich machte große Augen, denn meine Kräfte wirken nur in der Nacht. „Woah! Danke!“ hauchte Alvar, und seine Augen funkelten. Ich lächelte amüsiert und wollte schon „Bitte“ sagen, aber da drückte er mir schon einen Kuss auf die Wange. Ich war froh und errötete gleichzeitig.

Magische Kräfte? 

„Gut, dass du so eine magische Fähigkeit hast“, murmelte er, und ich konnte ein kleines Lächeln nicht zurückhalten. Ich schüttelte den Kopf und versuchte, das Kribbeln in meinen Wangen zu ignorieren. „Das ist nichts. Du solltest mal sehen, was der Baum hier mit seinen Früchten anstellt, das ist wahre Magie.“ „Vielleicht ist das die wahre Ursache für deine Heilkräfte“, sagte Alvar mit einem verschmitzten Grinsen. „Du hast einfach den Baum umarmt oder so. Mädchen dings bums Sache!“ Ich seufzte. „Mach es nicht noch schlimmer.“ 

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Eure Kommentare

Hhahha For Real! Thx btw 😊

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Witzig und süüß

Toll! 

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Typisch Jungs 🤣

Die denken dass wir Mädchen einfach nur so ehh kinddisch sindd