Silbermonds Vergeltung, Kapitel 3
Belauscht
Silbermond schnappte nach Luft. Plötzlich raschelte es hinter ihm. So schnell wie der Blitz drehte sich Silbermond um. Erleichtert atmete er auf.
»Springtjunges, was machst du den hier?« Streng schaute Silbermond auf den Kleinen.
Springtjunges kniff die Augen zusammen und formte sie zu Schlitzen. »Ich habe alles gehört«, piepste er. Silbermond schnurrte. »Und Igel können fliegen«, foppte der silberne Kater.
Springtjunges fauchte und ging weg.
Silbermond blickte ihm hinterher. Doch dann kam es ihm in den Sinn. Was ist, wenn Springtjunges es doch gehört hat? Silbermond wandte sich wieder zu Sternsee. Doch die war schon im Heiler Bau verschwunden.
Gähnend streckte sich Silbermond. Danach suchte er sich eine schöne Stelle aus, wo er das ganze Lager im Blick hatte. Grauhelle kuschelte mit ihrem Gefährten Steinklaue. Zapfenjunges, Buchenjunges und Brennjunges unterhielten sich aufgeregt. Blumenwind gab sich mit Schilfklang die Zunge. Eisauge trieb seine Jungen Springtjunges und Frischjunges zurück in die Kinderstube. Eisauge war schon seit vielen Blattwechseln mit Schilfklang zusammen. Ein hübsches Paar, fand Silbermond.
Die neuen Schülerinnen und Schüler
Nach einer langen Ewigkeit, die sich angefühlt hatte, wie drei Monde, kam Adlerauge zurück. Er sprang ohne ein Wort auf den Hochfelsen und winkte Silbermond zu sich. Silbermond tappte müde zu Adlerauge.
Vor ihm neigte er den Kopf. »Hallo Adlerau..« Schnell verbesserte er sich. »Adlerstern. Was gibt's ?«
Adlerstern neigte ebenfalls den Kopf zur Begrüßung. »Wir hatten ja vor dem Angriff geredet über einen Schüler«, fing Adlerstern an. Damit meinte er bestimmt den Kampf, zwischen Silbermond und Sonnenschatten. Silbermond hoffte so sehr, dass sein Schüler Frischjunges oder Brennjunges wird.
»Und deine neue Schülerin wird Brennjunges«, miaute Adlerstern nach einer kurzen Pause.
Silbermond neigte den Kopf. Er hatte noch nie einen Schüler gehabt. Silbermond sprang vom Hochstein runter.
»Ich bitte alle Katzen, die kommen können, egal ob groß oder klein, sich zu einem Clantreffen zu versammeln«, rief Adlerstern.
Die Lichtung wurde immer voller von Schatten Clan Katzen. Adlerstern winkte Brennjunges, Buchenjunges und Zapfenjunges zu sich.
»Brennjunges und Buchenjunges, bis ihr euren Kriegernamen habt, werdet ihr von nun an Brennpfote und Buchenpfote heißen. Brennpfote dein Mentor wird Silbermond sein. Und Buchenpfote deine neue Mentorin wird Minzblatt sein.«
Brennpfote hüpfte überrascht auf und ab.
Danach wandte sich Adlerstern an Zapfenjunges. »Zapfenjunges bis du deinen vollständigen Heiler-Katzennamen hast, wird dein Name Zapfenpfote heißen und deine Mentorin wird Sternsee sein.«
Zapfenpfote sprang runter vom Hochstein und berührte die Nase mit Sternsees Nase.
Buchenpfote und Brennpfote taten es ihr nach. Blumenwind glänzte voller Stolz und Dunkelfleck gleich mit. Die beiden waren Gefährten und Zapfenpfote, Brennpfote und Buchenpfote waren ihre Jungen.
Der ganze Clan erhob sich auf die Pfoten.
»Brennpfote, Buchenpfote, Zapfenpfote!« Grauhelle führte den Chor an.
Silbermond berührte die Nase mit Brennpfotes Nase. Er war so glücklich. Um Brennpfote auch.
»Wann beginnt das Training?«, fragte Brennpfote aufgeregt.
Silbermond schüttelte den Kopf. »Morgen«, miaute er stumpf.
In Brennpfotes Augen lag Enttäuschung, aber sie sagte nichts mehr. Langsam tappte sie zum Bau der Schüler.
Angriff des Donner-Clans
Mit der Zeit löste sich der Clan in kleine Gruppen auf. Eisauge, Buchenpfote, Minzblatt und Blumenwind gingen als Jagdpatrouille raus. Shadow Panter, Dunkelfleck Tupfenpfote und Samtpfote gingen auf Patrouille. Adlerstern ging in seinen Bau und winkte Silbermond zu sich. Bevor Silbermond zu Adlerstern ging, sah er, wie Sternsee Zapfenpfote Kräuter beibrachte. Langsam tappte er voran.
Leise schlüpfte er beim Eingang hindurch. Dort machte er es sich gemütlich.
»Also, bald ist ja Halbmond, Silbermond und ich dachte mir, dass du mich beraten kannst, wer ein guter zweiter Anführer wäre«, miaute Adlerstern.
Silbermond überlegte nicht lange. »Dunkelfleck«, miaute er.
Adlerstern nickte. Danach ließ Adlerstern Silbermond aus seinem Bau gehen.
Aschenfuß, kam auf ihn zu. Sie war weiß und hatte schwarze Pfoten. Die Tochter von Schwarzstern.
(Falls ihr nicht wisst, wer Schwarzstern ist, lest die Warrior Cats-Bücher!)
Ihre Flanke bebte vor Schreck. Aschenfuß Augen waren weit aufgerissen vor Angst. Sie keuchte. Anscheinend war sie durch den Wald gelaufen.
Silbermond blickte besorgt Aschenfuß an. »Was ist los, Aschenfuß?«
Aschenfuß hechelte immer noch. Danach schüttelte sie den Kopf. »Der Donner-Clan hat die Grenzen verändert. Sie haben uns Territorium genommen!« Sie hob den Kopf, schnaufte und ließ ihn wieder sinken.
Silbermond erschrak. »Das musst du Adlerstern berichten!«
»Adlerstern?«, fragte Aschenfuß verwirrt.
Silbermond seufzte. Aschenfuß war ja gar nicht bei der Clan-Versammlung, wo Schattenstern starb, dabei gewesen. Silbermond schüttelte den Kopf und bedeutete mit einem Schnippen seines Schwanzes, dass Aschenfuß in den Bau des Anführers gehen sollte. Sie schaute ernst und nickte. Danach erhob sie sich wieder auf die Pfoten und trabte zum Bau des Anführers. Silbermond schaute ihr hinterher.
Grauhelle bekommt Nachwuchs
Am Eingang des Schatten-Clan-Lagers raschelte es. Silbermond drehte den Kopf in die Richtung, wo das Geräusch herkam. Erleichtert atmete Silbermond auf, als er Eisauge, Minzblatt, Buchenpfote und Blumenwind sah. Minzblatt trug einen großen Hasen im Maul. Buchenpfote eine Drossel, Blumenwind ein Fisch und Eisauge ein Eichhörnchen. Silbermond war zufrieden. Er war schon gespannt was die Morgenpatrouille so sagte. Mit einem Kopfnicken deutete er auf den Frischbeutehaufen. Eisauge nickte und führte die Patrouille unter den Hochfelsen, wo schon zwei Hasen und drei Fische lagen. Silbermond sah, wie Sternsee mit Zapfenpfote, ihrer neuen Schülerin, aus dem Bau tappte. Silbermond verfolgte die beiden mit den Augen. Sternsee und Zapfenpfote gingen zur Kinderstube. Schnell flitze Silbermond ihnen nach. Vorsichtig schob sich der silberne Kater durch den Flechtvorhang.
Grauhelle, seine Schwester, lag in einem Nest. Steinklaue kauerte neben ihr.
»Ich werde Vater«, flüsterte er aufgeregt zu Silbermond. Grauhelle und Steinklaue waren schon lange Gefährten. Silbermond freute sich für Grauhelle und Steinklaue.
»Das wird bestimmt nur graue Junge geben«, foppte er Grauhelle und Steinklaue. Steinklaue schaute ihn belustigt an. Die Schnurrhaare des grauen Katers zuckten belustigt.
»Es kommt«, jaulte plötzlich Grauhelle.
Grauhelle schrie vor Schmerz wegen der Wehen auf. Schilfklang hielt ihre Jungen mit dem Schwanz zusammen. Frischjunges und Sprintjunges. Silbermond beobachtete Sternsee, wie sie das erste Junge herausholte. Silbermond war überrascht, als es das schwarz-graue sah. Er hatte nur graue erwartet. Als das Junges draußen war, biss Sternsee sanft in die Nase des Kleinen, damit es anfing zu atmen. Grauhelles Bauch war schon gleich wieder der ganz normale, grau helle Bauch. Anscheinend hatte sie nur eins bekommen.
Grauhelle hob den Kopf und lächelte. »Ich nenne dich Funkeljunges«, miaute Grauhelle. Dabei schaute sie Steinklaue an. Er nickte. Silbermond ging wieder aus der Kinderstube raus.