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Medien im Familienalltag

Wie Kinder Medien nutzen

Medien sind im Alltag von Kindern schon längst ein fester Bestandteil: Mit dem Smartphone bleiben sie über Messenger und soziale Netzwerke mit ihren Freunden und Freundinnen in Kontakt, senden sich Fotos und schreiben Nachrichten. Für die Schule recherchieren sie im Internet und benutzen Lern-Apps. Aber auch zur Unterhaltung sind Medien für Kinder wichtig – zum Beispiel zum Fernsehen, Serien streamen oder Online-Games spielen. 

Recht auf Medien und Information

Dass Kinder Medien nutzen, ist ihr gutes Recht. So steht es in Artikel 17 der UN-Kinderrechtskonvention. Danach soll es Medien für Kinder geben, die ihnen kindgerecht Informationen vermitteln. Dafür benötigen Kinder auch einen geschützten Rahmen. Das heißt, Medien für Kinder sollen keine ihrer Rechte verletzten, zum Beispiel ihnen nicht Angst machen oder ihre persönlichen Daten sammeln. Kinder haben aber auch ein Recht auf Spiel und Freizeit (Art. 31). Dazu gehört es auch, kindgerechte Medien in der freien Zeit zu nutzen. Und das soll vor allem Spaß machen!

Viele Geräte, die früher Einzelmedien waren, sind heute miteinander verschmolzen: Allein mit dem Smartphone lässt es sich telefonieren, schreiben, spielen, fotografieren, im Internet surfen und vieles mehr. In Familien kann die Nutzung von Medien deshalb zu Diskussionen führen. Es erscheint schnell so, als ob das Handy oder Tablet geradezu an den Fingern der Kinder klebt: In einem Moment spielt das Gerät Musik ab, im nächsten hilft es bei den Hausaugaben und danach wird gechattet.  

Doch so geht es nicht nur Kindern: Auch für Erwachsene sind digitale Medien tägliche Begleiter. Verständlich also, dass sich Kinder für sie interessieren und sie ausprobieren wollen. Sie müssen den richtigen Umgang damit allerdings erst lernen. Denn schon Erwachsenen fällt es nicht leicht, einen Überblick über die eigene Mediennutzung zu behalten und sich auch mal eine digitale Pause zu gönnen.  

Sie als Eltern können Ihr Kind bei dem richtigen Umgang mit Medien begleiten. Das ist wichtig, damit Ihr Kind Medien immer selbstständiger benutzen kann. 

Fragen zum Nachdenken

Kinder nutzen Medien nicht nur ganz anders als Erwachsene, sondern auch ganz anders als Sie in Ihrer eigenen Kindheit. Bevor Sie weiterlesen, beantworten Sie deshalb einmal die folgenden Fragen für sich:

  • Welche Medien waren mir früher wichtig?
  • Wie habe ich sie genutzt?
  • Wie nutze ich Medien heute?
  • Welche Rolle spielen Medien für uns als Familie? 

Zusammen über Medien sprechen

Vielleicht haben Sie Angst, dass Ihr Kind online auf etwas Angsteinflößendes stößt, Fake News liest oder mit Fremden in Kontakt kommt. Diese Sorgen sind berechtigt. Doch damit Kinder einen eigenen guten Umgang mit Medien lernen, ist auch eine Vertrauensbasis wichtig. Zum Beispiel, dass sie sich eigenständig auf kindgerechten Plattformen bewegen dürfen. Aber auch, dass Ihr Kind auf Sie zugehen kann, wenn es etwas Unangenehmes im Internet gesehen oder erlebt hat.  

Ein guter Schritt, um Ihr Kind in der Mediennutzung zu begleiten, ist deshalb, offen über das Thema zu sprechen. Hier finden Sie einige Vorschläge, um mit Ihrem Kind über die Online-Welt, Smartphone oder Tablet ins Gespräch zu kommen:

  • Fragen Sie bei Ihrem Kind nach, was es gerne mit dem Handy oder Tablet macht und warum. Sie können auch erzählen, welche Medien sie gerne nutzen oder früher als Kind genutzt haben.
  • Erklären Sie, was gute Medienangebote für Kinder sind, und lassen Sie Ihr Kind diese Angebote ausprobieren. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr können Sie ihm zutrauen.
  • Überlegen Sie gemeinsam, wie viel Zeit das Kind mit seinen Lieblingsmedien verbringen sollte, sodass noch genug Zeit für Schule, Freunde und Freundinnen und andere Aktivitäten bleibt.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass online auch Gefahren lauern. Zum Beispiel Beleidigungen in Klassenchats oder Fake News. Machen Sie deutlich, dass Ihr Kind damit immer zu Ihnen kommen kann. Es muss sich für nichts schämen und kann alles mit Ihnen besprechen, was online passiert.

Zusammen Medien nutzen

Über Medien zu sprechen ist eine Sache. Ihr Kind lernt so, Medien besser zu verstehen und über die eigene Nutzung nachzudenken. Als Familie kann es auch schön sein, kindgerechte Medien zusammen auszuprobieren. So erlebt Ihr Kind direkt, was gute Medien für Kinder sind, und sie können alle Fragen zu Inhalten und Bedienung klären. Hier finden Sie Ideen, wie sie Medien zusammen nutzen können:

  • Auf Flimmo können sie sich über Filme, Streaming-Angebote oder Social-Media-Kanäle informieren. Der Elternratgeber gibt Ihnen einen Überblick über den Inhalt sowie eine Altersempfehlung. Mit Ihrem Kind können Sie zum Beispiel einen geeigneten Film für einen gemeinsamen Kinoabend auswählen.
  • Auf Seitenstark finden Sie eine Liste mit Kinderwebseiten zu den unterschiedlichsten Themen. Sie erfüllen alle die Qualitätsstandards für digitale Kindermedien. Suchen Sie sich mit Ihrem Kind ein paar Webseiten heraus und tauchen Sie zusammen in ein ganz neues Thema ein.
  • Sobald Ihr Kind selbstständig Geräte oder Plattformen nutzt, ist es wichtig, Einstellungen zur Kindersicherheit zu treffen. Medien kindersicher hilft Ihnen dabei. Auf der Webseite finden Sie detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um Geräte oder Apps kindersicher zu machen. Nachdem die Einstellungen getroffen sind, können Sie sich zusammen mit Ihrem Kind die Funktionen und Inhalte auf dem Gerät oder der App ansehen.

Gemeinsame Regeln aufstellen

Es geht aber nicht nur darum, dass Kinder einen guten Umgang mit Medien lernen. Denn Medien im Familienalltag sind ein komplexes Thema. Denken Sie noch einmal an die vier Fragen zum Nachdenken und Ihre Antworten darauf. Hier kommen verschiedene Perspektiven zusammen: Ihr Kind, Sie selbst, Ihre eigenen Medienerfahrungen als Kind und welche Rolle Medien in Ihrer Familie einnehmen.

Über die eigene Mediennutzung nachdenken

Für einen guten Umgang mit Medien im Familienalltag tragen deshalb alle Familienmitglieder bei. Nicht nur Sie sehen, wie Ihr Kind Zeit am Handy verbringt. Ihr Kind bekommt auch Ihren Umgang mit dem Smartphone, Laptop oder der Streaming-Plattform mit. Und das geht auch Ihr Kind etwas an:

  • Mit Ihrer eigenen Mediennutzung sind Sie ein Vorbild für Ihr Kind. Sie können zeigen, was eine gesunde Mediennutzung ist, wie sie vertrauenswürdige Informationen finden und mit Ihren persönlichen Daten umgehen.
  • Die Medienwelt entwickelt sich immer weiter und so auch Angebote für Kinder. Damit Ihr Kind einen guten Umgang mit Medien lernt, können Sie sich bei Elternratgebern über aktuelle Medienangebote informieren. Hier haben wir einige Linktipps für Sie gesammelt.
  • Ihr Kind hat ein Recht am eigenen Bild. Das heißt, Sie sollten ihr Kind erst fragen, ob es fotografiert oder gefilmt werden möchte und auch bevor Sie Bildmaterial von Ihrem Kind weiterverschicken oder sogar online stellen.

Einen Mediennutzungsvertrag erstellen

Eine gute Möglichkeit gemeinsame Regeln für alle Familienmitglieder aufzustellen und über Mediennutzung ins Gespräch zu kommen ist der Mediennutzungsvertrag von klicksafe und vom internet-abc. Mithilfe eines Online-Tools können sie als Familie leicht einen Vertrag aufsetzen, der Regeln für Kinder und Eltern zu verschiedenen Themen rund um die Mediennutzung enthält.

Zum Beispiel können sich Kinder und Eltern darüber einigen, wie lange und wo (Familien-)Medien genutzt werden dürfen. Aber auch, wie Kinder und Eltern mit Cybermobbing oder Kontaktaufnahme von Fremden umgehen und welche Sicherheitseinstellungen auf den Geräten vorgenommen werden. Der Mediennutzungsvertrag ist außerdem individuell anpassbar, sodass Familien selbst weitere Regeln erstellen können. Zum Mediennutzungsvertrag kommen Sie hier.

Ob mit dem Mediennutzungsvertrag oder selbst aufgestellten Regeln: Als Familie ist es wichtig, sich über Medien auszutauschen und gemeinsame Richtlinien zu entwickeln. Als Eltern haben Sie die Verantwortung, selbst einen guten Umgang mit Medien vorzuleben und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Nur so kann und wird sich Ihr Kind immer selbstständiger und sicherer in der Medienwelt bewegen. Doch mit dem Thema und den Herausforderungen sind Sie nicht allein. Denn viele Online-Ratgeber bieten Eltern dabei Hilfe und Informationen an. 

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Eure Kommentare

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Der text ist gut 😊 aber der text ist nicht so ganz wahr 🥸😒