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Gebetsorte großer Religionen: Teil 2

Gebetsort im Sikhismus 

Gurdwara/ Tempel

Shakargarh, Pakistan

 

Geschichte: Gurdwara heißt „Tor zum Guru“. Gurdwaras stehen allen Menschen offen. Die meisten Gurdwaras gibt es in Indien, Pakistan, Ostafrika, Kanada und im Vereinigten Königreich. Dort sind die Sikhs am meisten verbreitet. Auch in vielen deutschen Städten gibt es Sikhs-Gemeinden.

Aufbau: Der Hauptraum nennt sich Darbar Sahib. Hier findet sich die Heilige Schrift des Sikhismus. Dort versammeln sich Sikhs zum Gebet.  

Erkennungsmerkmal: Das Khanda-Emblem ist das religiöse Symbol der Sikhs. Es ist nahe dem Eingang auf einer dreieckigen, orangen Flagge zu sehen.

Praktik: Es wird gebetet und es gibt Gebetsgesänge (shabad kirtan) sowie dreimal am Tag ein vegetarisches Essen, das Langar. 

Gebetsorte im Jesidentum

Lalisch  

Ezidchan , Irak

 

Geschichte: Lalisch ist das religiöse Zentrum des Jesidentums im Nord-Irak. Jesiden und Jesidinnen glauben, dass Lalisch der erste Ort ist, den Gott geschaffen hat.

Aufbau: Im Lalisch gibt es zwei Gräber der wichtigsten Heiligen. Hier sitzt auch der Geistige Rat - Jivata Ruhani. Außerdem entspringen im Lalisch zwei heilige Wasserquellen: die Weiße Quelle (Kaniya Sipî) und die ZimZim-Quelle (Kaniya ZimZim).

Erkennungsmerkmale: Qubs sind kegelförmige Türme mit vielen Vertiefungen. Sie stehen für die Strahlen der Sonne. Die Sonne ist im Jesidentum heilig und steht dafür, dass Gott existiert.

Praktik: Jeder Jeside und jede Jesidin sollte einmal im Leben nach Lalisch pilgern.  

Zuhause, alleine

Geschichte: Jesiden und Jesidinnen wurden über Jahrhunderte wegen ihres Glaubens verfolgt. Deswegen gibt es nicht überall öffentliche Gemeinschaftsorte, an denen zusammen gebetet wird.  

Gebetsstätten mit Schrein (Ziyaret)

Aufbau: meistens wie Qubs im Lalisch

Praktik: Pilgerort, der für Sorgen und Bitten für religiöse Feierlichkeiten besucht wird.  

Jesidisches Gemeindehaus (Mala Êzîdiyan)

Geschichte: In Ländern, in denen Religionsfreiheit gilt und Jesiden und Jesidinnen nicht verfolgt werden, wurden Gemeindehäuser errichtet. Zum Beispiel in vielen Städten Deutschlands oder Georgien und Armenien.  

Praktik: für religiöse Anlässe, wie z.B. Trauerfeiern oder Feste, um zusammenzukommen 

Gebetsort im Bahaitum

Haus der Andacht

Frankfurt/Main, Deutschland

 

Geschichte: Das erste Haus der Andacht wurde 1908 fertiggestellt. Seitdem wurde auf allen Kontinenten der Welt mindestens ein Haus der Andacht gebaut. Deshalb treffen sich Gläubige auch an anderen Orten.  

Aufbau: Um das Haus herum sollen andere Bauten für Bildung oder andere soziale Projekte stehen.  

Erkennungsmerkmale: neun Türen und eine große Kuppel  

Praktik: Dort können Menschen beten und meditieren, wann immer sie wollen. Das gilt auch für Menschen anderer Religionen. Außerdem ist der Ort zur Andacht vorgesehen. Manchmal werden auch religiöse Schriften vorgelesen oder gesungen. 

Gebetsort im Alevitentum

Cem-Haus/ Cemevi 

Berlin, Deutschland

 

Geschichte: Das Alevitentum hat seinen Ursprung in Anatolien (Gebiet, das heute in der Türkei liegt). Mit der Zeit haben sich immer mehr Aleviten und Alevitinnen in Westeuropa verbreitet. Deswegen brauchten sie Orte, die alle Bedürfnisse erfüllen können.  

Aufbau: praktische Einrichtung, Bilder von Heiligen, ein bestimmter Raum für das traditionelle Waschen und um von Verstorbenen Abschied zu nehmen 

Erkennungsmerkmale: kein besonderes Aussehen 

Praktik: Sie sind ein Ort der Andacht, ein Treffpunkt für die Gemeinde, ein Raum der Stille, ein Gericht und andere religiöse Handlungen.  

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