Andere Länder

Indigen – was ist das eigentlich?

Weltweit gibt es rund 5000 indigene Völker. Ihnen gehören um die 500 Millionen Menschen an. Das heißt, dass etwa 6 % der Weltbevölkerung indigen sind. Aber was heißt „indigen“ überhaupt? Und was genau macht ein indigenes Volk besonders?  

Indigene Völker

Indigene Völker sind Gruppen von Menschen, die schon sehr lange auf einem Gebiet leben. Nicht alle indigene Völker sind gleich. Es gibt sie auf allen Kontinenten der Erde und sie haben eigene Namen und Besonderheiten.  

Trotzdem gibt es einige Gemeinsamkeiten, die auf viele indigene Gruppen zutreffen. Indigene Völker haben häufig eine Lebensweise, die sich vom Rest des Landes unterscheidet. So wird ihr Leben durch eigene Sprache und Kultur geprägt. Außerdem haben viele indigene Menschen Traditionen, die über lange Zeit hinweg weitergetragen wurden. Es ist ihnen wichtig, ihre Geschichten, Feste, Sprachen und Kenntnisse weiterzugeben und zu schützen.  

Es ist auch häufig so, dass indigene Bevölkerungsgruppen mit einem bestimmten Gebiet verbunden sind. Da sie schon sehr lange dort leben, kennen sie sich oft mit der Natur und den Besonderheiten dieser Gegend gut aus und sind an sie angepasst. Andere Völker ziehen ständig weiter.

Indigene Völker und der Kolonialismus

Der Kolonialismus war eine Zeit, in der Menschen aus Europa ihre Gebiete erweitern wollten. Dafür haben sie die Welt bereist, um Länder zu „erobern“. Auch wenn dort schon Menschen lebten. In diesen Zeiten wurden viele indigene Völker vertrieben, getötet und haben Diskriminierung erlebt. Unter den Folgen leiden indigene Völker teilweise immer noch. Große Teile der indigenen Kultur sind damals verloren gegangen und die indigene Bevölkerung ist kleiner geworden. Noch heute müssen viele indigene Gruppen für ihre Rechte kämpfen. Viele von ihnen sind besonders stark von dem Klimawandel und extremer Armut betroffen.  

Die richtige Bezeichnung

Viele Namen für indigene Völker wurden von Kolonialisten gegeben. Diese Namen werden heute oft als beleidigend oder irreführend wahrgenommen. Deshalb gibt es andere Begriffe, die man besser nutzen sollte.  Das sind zum Beispiel die Wörter „indigen“, „autochthon“ oder „einheimisch“.  Am besten ist es, sich darüber zu informieren, wie sich das indigene Volk selbst bezeichnet. Diesen Namen sollte man benutzen.

Rechte indigener Völker

Heutzutage leben indigene Völker auf viele verschiedene Weisen. Manche haben Kontakt und Austausch mit nicht indigenen Menschen. Sie wohnen in Städten und benutzen moderne Technologien. Gleichzeitig versuchen sie, ihre Kultur und Sprache mit in ihren Alltag zu bringen und weiterzugeben. Andere indigene Völker leben weit von der restlichen Bevölkerung entfernt. Manche von ihnen vermeiden den Kontakt zu anderen Menschen. Deshalb nennt man sie „unkontaktierte Völker“.  

Doch egal auf welche Weise sie leben: Indigene Völker müssen geschützt werden. Seit 2007 werden ihnen weltweit eigene Rechte und besonderer Schutz zugesprochen. Das steht in einer Erklärung der Vereinten Nationen (UN). In dieser Erklärung wird auch betont, dass es viel Austausch zwischen Ländern und Vertretern der indigenen Völker geben soll. Das soll vermeiden, dass etwas über die Köpfe der indigenen Bevölkerung hinweg entschieden wird.

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Eure Kommentare

Man darf sich auch nicht als Indigene verkleiden!