Medien

Kin­der als In­ter­net­stars – Wie toll ist das ei­gent­lich?

Viele Kinder wünschen sich, ein Internetstar zu werden. Wie schätzt du das ein: Ist das wirklich ein Traumjob?

Sophie: Ganz ehrlich: Wer hat sich nicht schon mal gewünscht, berühmt zu sein? Was aber auf den ersten Blick nach purem Spaß aussieht, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Der Druck, bei den Fans angesagt zu bleiben und immer erfolgreicher zu werden, ist riesig groß. Neben Schule bleibt dann oft keine Zeit mehr für Freunde und Hobbies.

Wie viel Arbeit ist es eigentlich, erfolgreich im Internet zu sein?

Sophie: Das ist eine Menge Arbeit. Und das jeden Tag. So ein Video muss genauestens geplant und vorbereitet werden: Drehort, Kamera, Licht und Ton müssen stimmen. Das Video muss geschnitten und hochgeladen werden. Und – zu guter Letzt muss man sich auch noch um Kommentare kümmern oder Interviews geben.

Ist das eigentlich gesund für Kinder, so oft vor der Kamera zu stehen? Wo bleibt denn da die Freizeit?

Sophie: Kinder haben ein Recht auf Freizeit. Wenn man aber nach der Schule und den Hausaufgaben noch vor der Kamera stehen muss und vielleicht auch am Wochenende keine Zeit mehr findet, sich mit Freunden zu treffen, dann ist das nicht mehr gesund. Das ist dann vielleicht sogar schon Kinderarbeit.

Einen eigenen YouTube-Kanal darf man erst mit 18 Jahren haben. Was kann passieren, wenn Kinder und Jugendliche sich hier präsentieren?  

Sophie: Man muss sich bewusst sein: Wenn man sich auf YouTube zeigt, dann macht man einen Teil seines Lebens öffentlich. Oft ist es aber schwer einzuschätzen, was mit den Informationen, die man über sich preisgibt, im Netz passiert. Die eigene Privatsphäre zu schützen, ist dann gar nicht mehr so leicht. Oft erhalten YouTube-Stars auch viele schlimme, unangenehme und beleidigende Kommentare oder Nachrichten.

Influencer verdienen ja nur Geld, wenn Sie für bestimmte Produkte Werbung machen. Sollten Kinder sowas wirklich schon machen?

Sophie: Nein, das sollten sie nicht. Denn bei Werbung geht es vor allem ums Geldverdienen. Und zwar für die Firma, die ein bestimmtes Produkt bekannt machen und verkaufen will. Und Kinder sollten keinesfalls von Firmen dafür bezahlt werden, die Meinung von Menschen über zum Beispiel Spielzeuge, Klamotten oder Schminke zu beeinflussen.

Erzähle uns doch ein, zwei Beispiele für Kinderinfluencer!

Sophie: In den USA gibt es zum Beispiel einen 8-jährigen Jungen, der jeden Tag ein Spielzeug in einem Video vorstellt und bewertet. Dabei schauen ihm inzwischen fast 20 Millionen Menschen zu. Demnächst soll er sogar seine eigene Fernsehsendung bekommen. Die erfolgreichste Kinder-Influencerin in Deutschland ist 9 Jahre alt und hat immerhin rund 720 Abonnenten bei YouTube.

Welche Rolle spielen die Eltern, wenn Kinder im Internet zu sehen sind?

Sophie: In der Regel sind es die Eltern, die den YouTube-Kanal von Kinder-Influencern betreiben. Wenn Kinder sich im Netz präsentieren wollen, müssen die Eltern damit einverstanden sein. Das gilt aber auch andersherum. Wenn Eltern ihr Kind im Netz zeigen wollen, müssen sie vorher ebenfalls ihr Kind um Zustimmung bitten. Sie müssen darauf achten, dass ihr Kind sich wohlfühlt und geschützt ist.

Vielen Dank für das Interview!

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Eure Kommentare

Liebe MrsDoglove, Der Kanal gehört meinem Vater, alle Videos bis "Wasser Herstellung" sind von ihm. Ich darf gelegentlich mit seiner Aufsicht auch Videos hochladen. Auch den Namen "telefreizeit" hat er sich ausgedacht.
Achso! Danke für die Aufklärung!
Ich dachte Kinder dürfen schon früher einen YouTube-Kanal haben. telefreizeit hat nämlich einen.

Hallo! Nein offiziell, ist ein YouTube Account erst ab 18 erlaubt. Allerdings passt YouTube da nicht sehr gut auf und immer mehr Minderjährige können ihre eigenen Videos hochladen. Leider können die Leute aber auch ungefiltert böse Kommentare schreiben. Viele Grüße, dein ks-Team.