Medien

Wie lief Kom­mu­ni­ka­ti­on frü­her?

Heute: Das Handy kann fast alles

Wir kennen es doch alle: Morgens geht der erste Blick auf das Handy. Wie wird das Wetter heute? Hat mir jemand geschrieben? Wann kommt meine Bahn?  Wenn du dich mit deinen Freunden verabreden willst, schickst du eine WhatsApp oder rufst einfach an. Durch technologische Erfindungen, die unseren Alltag begleiten, ist fast jeder mit jedem vernetzt. Du kannst das Leben deiner Freunde, aber auch das völlig Fremder, in den sozialen Medien verfolgen. Eine Zeit ohne Internet können wir uns kaum noch  vorstellen. Doch wie lief das eigentlich damals bei euren Großeltern und Urgroßeltern, als es noch kein Internet und vor allem keine Handys gab?

Vor 100 Jahren wurden viele Briefe geschrieben

Til und Sebastian haben sich diese Frage im Museum für Kommunikation gestellt. Der Rundgang dort stellt die Entwicklung von den Anfängen der menschlichen Kommunikation bis hin zur Internetrevolution dar. Damals bevor das World Wide Web noch nicht für jeden zugängig war, sah das mit der Verständigung über größere Entfernungen ganz anders aus.

Um sich gegenseitig Nachrichten zu überbringen, wurden früher viele Briefe geschrieben. Diese wurden mit der Post an den Empfänger geschickt. Die Post wurde allerdings nicht wie heute mit extrem schnellen Zügen oder sogar mit Flugzeugen transportiert, sondern mit Dampfschiffen oder der Eisenbahn.

Eine Postkutsche, wie sie damals zur Überlieferung von Briefen genutzt wurde.

Eine Postkutsche um 1871.

Vor etwa 150 Jahren, bevor es die ersten Dampfloks gab, wurde die Post auch mit Pferden und Kutschen transportiert. Dementsprechend lange dauerte es bis die Briefe ankamen. Die Menschen mussten meist wochenlang auf Antworten warten. Für uns ist das undenkbar, oder? Im späteren Verlauf der Geschichte wurden die Postkutschen auch zum Transport von Personen

genutzt.

Wenn es aber doch mal schnell gehen musste, gab es bis ins 20. Jahrhundert sogenannte Telegramme. Diese mussten sich möglichst auf so wenig Zeichen wie möglich beschränken, sodass es oft nur sehr kurze und abgehakte Sätze waren. Die Nachrichten mussten einem Postbeamten diktiert werden und wurden dann mittels elektrischer Signale an andere Postämter in der Nähe des Empfängers geschickt. Von dort aus überbrachte dann ein Bote die Nachricht.

Das Radio

1923 fand eine bahnbrechende Erfindung ihren Weg nach Deutschland: Das Radio. Doch im Gegensatz zu heute, war auch das Gerät nicht für alle selbstverständlich. In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg musste jedes Radio genehmigt werden und man musste Rundfunkgebühren bezahlen. Unter der Herrschaft von Adolf Hitler wurde der Rundfunk sogar dazu missbraucht nationalistische Gedanken zu verbreiten. In den 1970er Jahren entwickelte sich das Radio zu jedoch langsam zu dem, was wir heute kennen. Musik, Nachrichten und Hörspiele waren für jeden zu empfangen und die Familien versammelten sich rund um das Radio, um dem Programm zu lauschen. Denn es gab ja noch keinen Fernseher…

Ein Radio aus dem 20. Jahrhundert.

Ein Radio um 1900

Wie du sehen kannst, sahen die Radios damals ganz anderes aus, als heute. Die derzeitigen Radios haben zwei große Lautsprecher auf beiden Seiten. Das ist hier nicht der Fall. Außerdem gab es gab natürlich auch weder einen CD-, noch einen Kassettenspieler. Hättest du dieses Gerät überhaupt als Radio erkannt?

 

Fernsehen – am Anfang noch Schwarz-Weiß

Um 1950 begann das Fernsehen, das Radio langsam als beliebtestes Medium abzulösen. Aber auch das Fernsehen, damals noch in schwarz-weiß, war anfangs nicht für jeden zugänglich. Viele hatten nicht das Geld, um sich ein so teures Gerät anzuschaffen. Viele Läden hatten in ihren Schaufenstern Fernseher aufgestellt. Deshalb standen oft viele Menschen vor den Scheiben und schauten sich so die Nachrichten an. Die Familien, die einen Fernseher besaßen, konnten nur bestimmte Sender schauen. Diese konnte man an einer Hand abzählen. Kaum vorstellbar, da wir heute über 60 Sender zur Auswahl haben, oder? 

So sahen Fernseher früher aus

Auch baulich hat sich viel verändert. Während die Bildschirme damals noch sehr klein waren, sind wir heute an riesige Fernseher gewöhnt. Auf dem Bild kannst du erkennen, dass an den  Geräten noch große Kästen dran waren, um die ganze Technik unterzubringen. Diese Modelle hießen Röhrengeräte. Sei wurden bis Anfang 2000 verkauft. Erst ab 2005 wurden sie zunehmend durch die Flachfernseher verdrängt.

Die Anfänge des Telefons

Noch bis 1970 hatten viele deutsche Familien kein eigenes Telefon. Für viele war das ein unbezahlbarer Luxusgegenstand. Deshalb hatten die Leute, die ein Telefon besaßen, oftmals das Problem, dass sie mit dem Großteil ihrer Bekannten nicht telefonieren konnten.

Telefone mit Wählscheibe

Was du sicher nicht mehr kennst, sind die Wählscheiben. Man musste den Finger in das Loch der gewünschten Zahl stecken. Dann drehte man die Scheibe bis zu einer markierten Stelle und ließ wieder los. Das ganze musste man wiederholen, bis die ganze Nummer gewählt war. Ganz schön umständlich. Zum Glück waren die Festnetznummer damals viel kürzer als unsere heutigen Handynummern. Damals gab es noch keine Handys und die Telefone konnte man natürlich nicht mit rausnehmen. Unter anderem deshalb, weil sie an einer kurzen Schnur hingen und man sie nicht mal beim Telefonieren durch die Wohnung tragen konnte.

Wenn man aber nun doch mal auf der Straße telefonieren musste, benutzte man Telefonzellen. Diese prägten ab 1920 das Straßenbild. Heute sieht man kaum noch welche in den deutschen Städten. Da heute fast jeder ein Handy besitzt, haben sie an Bedeutung und Nutzen verloren.

Das Internet – heute nicht mehr wegzudenken

So sahen Computer in den 90er Jahren aus.

So sahen die ersten Computer in den 90er Jahren aus.

Spätestens mit dem globalen Durchbruch des Internets seit 1990 hat sich die menschliche Kommunikation grundlegend verändert. Wie bei den Fernsehrgeräten, erkennt man wie kastenförmig und schwer die ersten Computer waren. Im Laufe der Zeit mussten auch sie den flachen Bildschirmen weichen. Für viele Menschen war es damals eine große Umstellung, die neuen technischen Geräte überall im Alltag zu benutzen, mittlerweile sind sie nicht mehr wegzudenken. Kinder wachsen mit den digitalen Medien auf und alte Kommunikationswege, wie das Briefschreiben oder das Radio, werden immer mehr von WhatsApp oder Spotify ersetzt.

 

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