Medien

Wie sieht der Be­ruf ei­ner Ra­dio­mo­de­ra­to­rin aus?

Wo arbeitest du genau?

Katrin: Ich arbeite hauptsächlich beim Deutschlandfunkkultur und zusätzlich für einige Sendungen im Kulturradio vom rbb. Ich moderiere in beiden Sendern vor allem Gesprächssendungen. Also Sendungen in die nur ein Gast eingeladen wird.

Wie bist du Radiomoderatorin geworden?

Katrin: Ich habe Theaterwissenschaft, Politische Wissenschaft und Kommunikationswissenschaft studiert. Während des Studiums habe ich in Nürnberg das linksalternative Radio Z mit aufgebaut. Damals habe ich vor allem Berichte und Reportagen gemacht. Später habe ich lange Zeit als Redakteurin gearbeitet beim Bayrischen Rundfunk in München und Radio B 2 vom SFB in Berlin. Ein Volontariat habe ich nicht gemacht. Als Radio Multikulti an den Start ging bin ich dahin gewechselt. Ich war also erst Redakteurin und schließlich durfte ich moderieren. Da mir das am meisten Spaß macht, bin ich dabei geblieben.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?

Katrin: Ich interviewe Gäste live im Studio. Das Gespräch geht immer eine Stunde.  In den Tagen vor der Sendung arbeite ich zu Hause am Schreibtisch und lese mir alle Informationen durch, die mir die Redaktion zusammengestellt hat. Dazu gehört, viele Bücher zu lesen, Filme zu sehen, ins Theater oder Konzert zu gehen - damit ich weiß und erlebt habe, was mein Gast macht. Nach und nach formt sich so ein Gespräch in meinem Kopf. Diesen Leitfaden schreibe ich auf. Die Redaktion wirft auch noch einen Blick auf das Manuskript.

Am Tag der Sendung, bin ich früh im Studio. Da ich in der Sendung die Technik selbst bediene, muss ich mir die entsprechenden Computer vorbereiten. Am Schluss richte ich die Mikrofone ein und empfange den Gast. Während der Sendung hört eine Redakteurin im Regieraum zu, um mich an die Zeit zu erinnern. Ich muss ja pünktlich zu den Nachrichten fertig sein.

Was macht dir am meisten Spaß an deinem Job?

Katrin: Ich kann tolle Sachen lesen, im Kino und Theater sehen, die ich vielleicht sonst verpasst oder gar nicht bemerkt hätte. Vor allem aber lerne ich unheimlich viele interessante Menschen kennen und kann mich ausführlich mit ihnen unterhalten.

Besonders schön ist es auch, wenn ich mal wieder eine Reportage mache und dafür irgendwohin fahre, Leute begleite und viel Neues erlebe. Zum Beispiel bin ich vor vielen Jahren in Vietnam und Kambodscha herumgereist und habe darüber später berichtet.

Was macht dir am wenigstens Spaß an deinem Job?

Katrin: Manchmal interessieren mich die Sachen, die ich lesen muss nicht so sehr. Dann muss ich mich durch die Texte quälen. Das kommt aber nicht oft vor. Manchmal ist es auch schwer, sich nach einem besonders spannenden Thema oder Menschen gleich mit dem nächsten Thema zu beschäftigen. Und ich lasse mich eigentlich nicht so gern von der Uhr bestimmen. Aber damit die Sendung pünktlich endet, muss ich immer auf die Zeit achten.

Radio läuft ja rund um die Uhr. Arbeitest du in Schichten?

Katrin: Zurzeit arbeite ich vor allem tagsüber, wenn man das Lesen und Besuch von Theater oder Kino nicht so berechnet. Früher habe ich aber auch oft Frühsendungen moderiert. Die fingen um 6 Uhr an, ich musste spätestens um 5 Uhr oder 4.30 Uhr da sein, also vor 4 Uhr aufstehen.

Hast du dich schon mal versprochen?

Katrin: Ich habe mich schon oft versprochen. In einer Gesprächssendung sind kleine Haspler und Versprecher aber nicht so schlimm. So sprechen wir eben, das versteht jeder. Aber in den Nachrichten darf das natürlich nicht passieren.

Welche verschiedenen Berufe arbeiten in deinem Team?

Katrin: Redakteure  und Redakteurinnen, Techniker und Technikerinnen, Reporter und Reporterinnen, Korrespondenten und Korrespondentinnen und natürlich noch Sekretäre und Sekretärinnen.

Vielen Dank für das Interview!

Fakten zum Beruf

Beruf: Radiomoderatorin/ Radiomoderator

Voraussetzung: Abitur

Studium: z.B. in Germanistik, Theaterwissenschaft, Kommunikationswissenschaft

Oder Ausbildung: im Schauspielbereich

Volontariat bei einem Sender (1-3 Jahre) oder einen Quereinstieg aus dem Schauspielbereich

Schulische Interessen: Deutsch, Fremdsprachen, Allgemeinwissen fördernde Fächer

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