Natur und Mensch

Astronaut Matthias Maurer über Weltraumessen und seinen Lieblingsplaneten

Matthias Maurer ist ein deutscher ESA-Astronaut. Er flog 2021 in den Weltraum. Als Teil der "Cosmic Kiss" Mission, verbrachte Maurer ein halbes Jahr auf der ISS. Über sein Leben als Astronaut gibt es zwei illustrierte Kinderbücher. Dort erklärt er viel über seine Arbeit. Sein großes Ziel: Matthias Maurer will es bis auf den Mond schaffen.

MaryMZ13: Warum haben Sie sich entschieden, Astronaut zu werden?

Matthias Maurer: Schon als Kind wollte ich immer verstehen, wie die Welt funktioniert. Ich hatte viele Interessen und unterschiedliche Berufswünsche. Als Astronaut darf man im Labor an den besten Experimenten der Welt forschen. Man darf mit vielen anderen Menschen in internationalen Teams arbeiten. Und natürlich gehört das Abenteuer auch zur Arbeit. Diese Kombination ist einzigartig. Deswegen ist das für mich der allerbeste Beruf.  

Louise: Wieso ist es ihr Traum, den Mond zu besuchen?

Matthias Maurer: Wir sehen den Mond nachts am Himmel. Gleichzeitig ist es aber unglaublich schwer, dorthin zu fliegen. Deshalb waren seit 50 Jahren keine Astronauten mehr auf dem Mond. Für mich ist es ein großer Traum zum Mond zu kommen, weil es dort viel zu entdecken gibt, was für uns Menschen wichtig ist. Durch den Mond können wir wissenschaftliche Fragen lösen. Man kann zum Beispiel lernen, wie das Leben auf der Erde entstanden ist.  

Tamtam: Muss man etwas studieren, um Astronaut zu werden?

Matthias Maurer: Ja, das ist ganz wichtig. Astronaut zu werden ist nicht so schwer, aber viele Leute wollen den Beruf haben. Deshalb werden nur die Besten genommen. Dazu gehört, dass man in der Schule gut ist und etwas studiert. Das Studium kann man frei wählen. Mit vielen verschiedenen Jobs hat man die Chance, sich bei der ESA zu bewerben und ins All zu kommen.

Louise: In Ihrem Buch wird beschrieben, wie das Training für Mond aussieht. Was davon hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Matthias Maurer: Das Training ist oft anstrengend, aber auch immer abenteuerlich. Es gab vieles, was mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Unterwasser-Training, in Höhlen hineingehen, aber auch in kalten Winterlandschaften zu überleben.  Das alles hat mir viel Wissen gebracht und ich habe mich selbst ein Stückchen besser kennengelernt. Aber auch im Klassenraum zu sitzen und neue Theorien zu lernen, fand ich wirklich spannend.  

Tamtam: Wie würden Sie das Gefühl während des Starts in drei Worten beschreiben?  

Matthias Maurer: Unglaublich! Mega! Hammer!    

Smia 🐒: Was macht man im Weltall, wenn man Freizeit hat?

Matthias Maurer: Unsere Tage sind sehr intensiv durchgeplant. Aber natürlich haben wir auch Freizeit. In dieser Zeit mache ich viele Fotos. Ich habe auch Videoclips gemacht, um euch – den Kindern – besser zu erklären, was man im Weltall macht.  Ich hatte natürlich auch noch Zeit, mit meinen Freunden zu telefonieren und Musik zu hören. Ich habe auch viel Sport gemacht. Das zählt im Weltraum sogar als Arbeitszeit. Das ist toll, oder?  

MaryMZ13: Was ist, wenn es einem im Weltall nicht gut geht?

Matthias Maurer: “Nicht gut gehen“ bedeutet oft, dass man krank ist, zum Beispiel mit einer Erkältung. Das passiert im All sehr selten, weil Astronauten vor dem Start drei Wochen in eine Quarantäne müssen. Das heißt, wir sind nicht in Kontakt mit der Außenwelt und Ärzte passen auf uns auf. Man soll keine Bakterien und Viren mit ins Weltall nehmen.  

In den ersten drei Tagen geht es uns aber trotzdem schlecht, weil der Körper sich erst einmal an die Schwerelosigkeit gewöhnen muss. Dann ist einem schwindelig, man ist müde und man schwitzt.  Manchmal muss man sich sogar übergeben. Meistens ist es am zweiten Tag aber nur noch halb so schlimm. Am dritten Tag ist alles wieder perfekt.  

Naturmädchen🌄💧🍃🌸: Wenn Sie ein Planet wären, welcher wären Sie dann?

Matthias Maurer: Über den Mars kann ich nur mit einem schweren Raumanzug laufen. Das wäre anstrengend. Auf Planeten wie der Venus ist es viel zu heiß. Dort würde ich gebacken und gebraten werden. Die anderen Planeten sind Gasplaneten ohne festen Boden. Da ist die Schwerkraft so stark, dass man zerquetscht werden würde.  

Deshalb ist die Antwort ganz einfach: die Erde. Die Erde ist der beste Planet, den es gibt. Absolut wunderschön. Sie hat alles zu bieten, was Menschen zum Leben brauchen. Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken und eine Atmosphäre.  

Naturmädchen🌄💧🍃🌸:  Wenn man in der Schwerelosigkeit pupst, wird man dann von der Energie des Pupses nach vorne geschoben?  

Matthias Maurer: Sehr gute Frage. Um nach vorne zu treiben, braucht es den Impuls. Der wird so bestimmt:  

Geschwindigkeit vom Pups × Masse vom Pups (In der Physik: v × m)    

Theoretisch geht das also. Aber die Energie vom Pups ist so klein, dass man das gar nicht merkt. Sie reicht nicht aus, um den Körper nach vorne zu schieben.

MaryMZ13: Was ist ihr Lieblingsessen aus den Tuben im Weltall?

Matthias Maurer: Das mit den Tuben ist aus der Vergangenheit. Jetzt gibt es das Essen vorgekocht in Dosen oder gefriergetrocknet in Plastikbeuteln. Das Essen im All schmeckt weniger gut als auf der Erde. Weil die Geschmackssinne im All nicht so gut funktionieren, ist es meistens ein bisschen langweilig. Das Lieblingsessen, was ich oben hatte, war asiatisches Essen. 

Vielen Dank für das Interview!

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