Natur und Mensch

Ernährung - Wie wirkt sie sich auf die Umwelt aus?

Unsere Ernährung verursacht etwa ein Drittel der konsumbedingten Umweltbelastungen in Europa. Aber wie genau wirkt sich das Essen auf unsere Umwelt und das Klima aus?

Fleisch und Massentierhaltung

Das meiste und das billigste Fleisch, das wir in Supermärkten sehen, kommt aus der Massentierhaltung. Da ich dazu schon mal einen ausführlichen Artikel (https://www.kindersache.de/bereiche/wissen/natur-und-mensch/massentierh…) geschrieben habe, möchte ich das Thema jetzt nur kurz anschneiden. Beispiel: Ein Schwein in der konventionellen Massentierhaltung wird auf sehr engem Raum gehalten und kommt in seinem extrem kurzen Leben kaum bzw. gar nicht nach draußen. 92 Prozent der Schweine werden auf Spalten- oder Teilspaltenböden gehalten, die so gebaut sind, dass sich die Tiere leicht verletzen können. Das Leben eines Mastschweins dauert nur etwa 120 Tage. Jährlich werden allein für den Fleischkonsum in Deutschland etwa 750 Millionen Tiere geschlachtet, mehr als zwei Millionen Tiere pro Tag!

Überfischung

34 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Dadurch, dass die Weltbevölkerung und der durchschnittliche Fischkonsum pro Person immer weiter steigen und der Bestand sinkt, werden immer neue Techniken eingesetzt und es wird in immer neue Regionen vorgedrungen.

Die meisten haben bestimmt schon von folgender These gehört: 2050 soll im Ozean mehr Plastik schwimmen als Fische. Im Jahr landen etwa 12 Mio. Tonnen Müll im Meer; davon sind etwa 80 Prozent Kunststoffe. Etwa ein Drittel des Mülls besteht aus Geisternetzen und anderen verlorenen Fischfang-Utensilien. Somit sorgt der Mensch beim Fischkauf indirekt dafür, dass mehr Müll in den Weltmeeren landet.

Nicht nur aus Umweltsicht ist Fischfang ein Problem. Dadurch, dass die europäischen Fischbestände deutlich überfischt sind, fischen die europäischen Fischer*innen in anderen Weltregionen weiter und nehmen den einheimischen Fischer*innen den Arbeitsplatz. Diese fliehen dann häufig nach Europa, weil sie ihre Familien nicht mehr versorgen können.

Andere Tierprodukte

Nicht nur Fleisch schadet der Umwelt, auch andere Elemente unserer Ernährung wirken sich auf die Umwelt aus. Beispielsweise auch Milch hat eine große Auswirkung auf das Klima:
Etwa 27 Prozent der menschengemachten Methan-Emissionen entstammen der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Den größten Anteil daran tragen die Kühe. Das liegt einerseits daran, dass Kühe Wiederkäuer sind. Beim Verdauen entstehen große Mengen Methan. Außerdem gibt es unglaublich viele von ihnen: In Deutschland leben etwa vier Millionen Kühe, die allein für ihre Milch gehalten werden! Wenn all diese Kühe Methan in die Atmosphäre abgeben, entstehen unfassbare Mengen an umweltschädlichem Methan. Daher ist die Herstellung der Kuhmilch ein großes Problem für das Klima. Ein Liter Vollmilch verursacht umgerechnet 1,63 Kilogramm CO2, ein Liter Hafermilch dagegen nur 0,76 Kilogramm.

Umweltauswirkungen

Ungefähr 83 Prozent des weltweiten Ackerlandes wird für landwirtschaftliche Tierhaltung genutzt. Würde der Mensch diese Fläche nutzen, um pflanzliche Lebensmittel anzubauen, könnte ein Großteil des weltweiten Hungerproblems gelöst werden. In der Rindermassentierhaltung beispielsweise wird ein Großteil des Futters aus Ländern importiert, die weit entfernt liegen und daher beim Transport viele Abgase ausstoßen. Etwa 26% des CO2 Ausstoßes entsteht durch die Ernährung. In den Ländern, in denen das Futter (meistens Soja) angebaut wird, wird dafür teilweise Regenwald gerodet, um Ackerflächen zu erhalten. Die Böden werden allerdings schon nach kurzer Zeit unfruchtbar, weshalb bald neue Flächen abgeholzt werden müssen. Ich als Vegetarierin höre oft das Argument, dass diese Fläche doch vor allem für Tofu und Ersatzprodukte genutzt würden. Das stimmt nicht! Mehr als 75 Prozent des weltweiten Sojaanbaus wird als Tierfutter, insbesondere für Rinder, verwendet. 

Auch die Behauptung, Gemüseanbau wäre ebenso umweltschädlich, ist Quatsch: Die Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch verursacht etwa gleich viel CO2-Äquivalente wie die von 7 Kilogramm Mais.
Aber nicht nur der Regenwald ist durch unsere Ernährung gefährdet. Weltweit sind Gewässer durch die landwirtschaftliche Tierhaltung belastet. Durch Dünger, der in die Flüsse und Seen fließt und letztendlich im Meer landet, wachsen dort mehr Algen, die dem Wasser nicht nur Sauerstoff entziehen, sondern auch dafür sorgen, dass weniger Licht bei den anderen Pflanzen ankommt, die dadurch sterben, obwohl sie die Gewässer eigentlich mit Sauerstoff versorgen. So haben diese immer weniger Sauerstoff. Viele Fische und andere Tiere sterben und es können sogar Todeszonen entstehen.
Bei vielen der im Fischfang verwendeten Methoden werden die Meeresböden und Korallen zerstört.

Vegetarismus und Veganismus

Du ahnst es bestimmt schon: Die beste Lösung, diese Umweltschäden zu vermeiden, ist, weniger bis gar keine Tierprodukte zu essen und somit bestenfalls vegetarisch oder vegan zu leben. Inzwischen ist es für den Menschen nicht mehr nötig, Fleisch zu essen. Auch wenn es mal überlebenswichtig war, gibt es heutzutage haufenweise Alternativen.
Wenn du den Geschmack von Fleisch vermisst, können auch Fleischersatzprodukte lecker schmecken, wenn du ein bisschen herum probiert hast, welche gut sind und welche nicht.
Du musst nicht direkt komplett auf Tierprodukte verzichten. Wenn du einfach versuchst, etwas weniger Fleisch zu essen, leistest du schon einen kleinen Beitrag. Auch hilfreich ist es, wenn du versuchst, Bioprodukte zu kaufen und auch auf andere Siegel achtest. Es gibt beispielsweise ein Siegel für nachhaltige Fischerei.

Probiere es doch einfach mal aus! Setz dir ein Ziel von beispielsweise einer Woche, in der du vegetarisch oder vegan lebst. Danach weißt du, ob es vielleicht gar nicht so schwer ist, wie du dachtest. Selbst wenn du danach wieder auf Fleisch und Fisch umsteigst, hast du zumindest einen kleinen Beitrag geleistet, denn jeder Schritt zählt.

Schreib gerne deine Meinung zu Veganismus, Vegetarismus und konventioneller Tierhaltung in die Kommentare.

Bis bald! :)

Deine Meinung

  • Ist super
    35
  • Ist lustig
    32
  • Ist okay
    36
  • Lässt mich staunen
    40
  • Macht mich traurig
    46
  • Macht mich wütend
    38

Eure Kommentare

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

Veganer pupsen mehr Methan als Menschen, die sich vielseitig ernähren. 
Wenn wir alle Veganer wären, würde viel mehr giftiges Methan ausgestoßen werden. Methan ist 2,5 fach schlimmer für das Klima als CO2

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

laut meiner meinung ist es vollkommen okay das Tiere als nutztiere gehalten werden! nur das ausmaß das wir haben ist einfach zu viel!!!

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

sehr Interissant!

Profilbild von Gast Profilbild von Gast

Ich finde es interesant

Hi Toni, 

ich lebe auch seit über einem Jahr vegetarisch, genau aus den Gründen, die du in deinem Artikel genannt hast, aber auch aus ethischen Gründen. 
Wieso sollten Tiere andere Rechte haben als Menschen? 
Oder einmal umgekehrt: Wieso sollten Hunde und Katzen, die als Haustiere gehalten werden, mehr wert sein, als Schweine, Ziegen, Fische und Schafe? 
Schweine sind durchschnittlich intelligenter als Hunde, denn sie sind in der Lage, aus Fehlern und ihren Namen zu lernen, außerdem entwickeln sie starke soziale Bindungen. 
Tiere haben es nicht verdient, dass sie tagtäglich ausgebeutet werden, schließlich haben sie nichts getan, was das rechtfertigen würde. 
Die mangelnde Transparenz in der Lebensmittelindustrie, die sowohl Milchproduktion als auch Leder-, Fleisch- und Eierproduktion einschließt, führt meiner Meinung nach dazu, dass es vielen Menschen schwerfällt, sich von dem Konsum dieser Lebensmittel zu lösen (so auch mir, ich bin schließlich auch nicht vegan). 
Danke für deinen Beitrag :). 
Liebe Grüße 

Esel13

Ich finde es toll dass du das ansprichst weil es ist auch ein sehr wichtiges Thema 🥰

Ich mag deine Beiträge sehr weil sie auch sehr lehrreich sind 🥰🥹🫂😛😃

@Kaninchenlover: Es ist total okay, dass du eine andere Meinung zu diesem Thema hast und ich habe nichts dagegen, dass du sie teilst. Ich möchte trotzdem klarstellen, dass das, was ich in diesem Artikel geschrieben habe, Fakten sind. Nur im letzten Abschnitt habe ich meine Meinung geäußert. Die Tiere sind nicht unnötig, aber sie existieren meiner Meinung nach nicht, um von uns ausgebeutet zu werden.  Außerdem können die Tiere in ökologischer Tierhaltung unter besseren Bedingungen ebenfalls Fleisch, Eier und Milchprodukte produzieren. 
Die Kühe dürfen natürlich leben, aber durch uns Menschen gibt es einfach zu viele von ihnen. Wenn weniger Kühe gehalten würden, würde weniger Methan ausgestoßen werden. Das System, in dem wir leben, ist leider darauf ausgelegt, dass wir Tiere für Lebensmittel und Medizin nutzen. Es gibt aber auch Alternativen, deshalb müssen nicht zwingend tierische Bestandteile in Medizin und Lebensmitteln verwendet werden.

Ich sage nicht, dass alle Menschen dazu gezwungen sind, vegan oder vegetarisch zu leben. Ich bin selbst auch nicht vegan und könnte einiges besser machen. Niemand ist perfekt, aber es wäre ein Anfang.

LG, Toni

Also laut deiner Meinung sind dann Tiere total unnötig und zu Nix zu gebrauchen…. Und außerdem sind in sehr vielen Tabletten tierische Bestandteile drinnen und dann stell ich mir die Frage warum die da drin sind und dann komme ich zu der Schlussfolgerung das diese tierischen Bestandteile wichtig sind. Aber naja, is ja nur meine Meinung 🤷‍♀️ ich persönlich finde Massentierhaltung auch nicht gut aber für was haben wir die Tiere denn dann? Weil laut dir dürften wenig bis gar keine Kühe leben weil sie so viel Methan ausstoßen.


LG Kaninchenlover