Natur und Mensch

Un­ter­stütz­te Kom­mu­ni­ka­ti­on: Der Tal­ker

Was genau heißt kommunizieren? 

Das Wort “kommunizieren” stammt, wie so viele andere Wörter, aus dem Lateinischen (communicare = etwas mitteilen, mit jemandem etwas besprechen/teilen). Menschen kommunizieren zum Beispiel durch gesprochene und geschriebene Sprache miteinander. Aber auch bestimmte Handbewegungen, Gesichtsausdrücke oder Lachen und Weinen gehören zur Kommunikation. Wir können natürlich auch digital miteinander kommunizieren. Das geht zum Beispiel auf Handy, Tablet und Computer über Kanäle wie Facebook, Instagram, WhatsApp oder Gaming-Chats. Dabei nutzen wir ganz verschiedene Kommunikationsmittel: E-Mails und Nachrichten, Emojis und GIFs zählen dazu. 

Warum Unterstützte Kommunikation? 

Es gibt Kinder und Erwachsene, die sich nur undeutlich äußern können, deren Sprache begrenzt ist oder fehlt. Unterstützte Kommunikation kann die eigene Art zu sprechen ergänzen und unterstützen und hilft, mit anderen zu kommunizieren. Denn Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Und jeder Mensch hat das Recht auf Beteiligung. Unterstützte Kommunikation kann auch genutzt werden, um sich mit Menschen auszutauschen, die nicht oder nur wenig Deutsch sprechen. Dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel, zum Beispiel eine Sammlung an Symbolen, auf die gedeutet wird. Oder verschiedene elektronische Geräte, die bei der Kommunikation helfen. Wir stellen dir eines davon vor. 

Was ist ein Talker? 

Ein sogenannter “Talker” (Deutsch: “Sprecher”) ist ein spezieller Computer mit Sprachausgabe. Das bedeutet, der Talker kann sprechen. Wie das geht? Auf dem Talker befinden sich Symbole oder Worte, die einzeln gedrückt werden können. Der Talker spricht die gewünschte Aussage dann laut mit natürlich klingender Stimme. Wenn Kinder zum Beispiel noch nicht altersgemäß oder nicht so gut verständlich sprechen können, macht der Talker Kommunikation möglich. Auch Erwachsene nutzen den Talker. Er kann überall im Alltag genutzt werden: zuhause, im Kindergarten, in der Schule, und anderswo. Er ist nicht viel größer als ein A5-Schreibheft.  

Ein Beispiel: Ein Kind möchte mittags in der Schulmensa gerne Nudeln essen. Es drückt auf das Symbol Nudeln, der Talker sagt: “Ich möchte Nudeln.” So kann das Kind selbstständig wählen und Wünsche, Bedürfnisse und die eigene Meinung äußern. 

Wie wird ein Talker bedient? 

Die meisten Talker haben einen Touchbildschirm. Sind nichtsprechende Kinder oder Erwachsene in ihren Bewegungen eingeschränkt, kann der Talker auch mit dem Kopf oder den Augen bedient werden. 

Welche Symbole sind auf einem Talker? 

Viele Talker verwenden eine Symbolsammlung namens METACOM. METACOM Symbole sind besonders klar und leicht verständlich. Und sie sind besonders gut zu erkennen und zu unterscheiden, egal ob auf dem Tablet oder dem Handy. Menschen aller Altersgruppen kommunizieren mit METACOM Symbolen. Sie werden in Kita und Schule genauso wie im Erwachsenenbereich eingesetzt. 

Seit 2004 gibt es die METACOM Symbole zur Unterstützten Kommunikation auf Computern und Tablets. Die Symbolsammlung wird ständig weiterentwickelt. 2015 kam die Stichwortsuche MetaSearch hinzu. Seit 2018 gibt es die Funktion “Schreiben mit Symbolen” und Vorlagen zum Drucken von Bildkarten. Inzwischen gibt es über 10.000 METACOM Symbole und es kommen immer wieder neue Themen hinzu, wie zum Beispiel Diversität. 

Wie entstanden die METACOM Symbole? 

Entwickelt wurde METACOM von Annette Kitzinger. Die Designerin und Grafikerin hat eine Tochter, die nicht sprechen kann. Für sie entwickelte sie die METACOM Symbolsprache. Ihre Tochter wurde auch zur Namensgeberin der Symbolsammlung.  

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