Natur und Mensch

Was macht ei­gent­lich ein Spie­leer­fin­der?

Kindersache: Sie sind ein sehr erfolgreicher Spielerfinder und haben unter anderem Halli Galli und Speed Cups erfunden. Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen? Haben Sie schon als Kind so viel gespielt und hat Sie das auf die Idee gebracht, selbst Erfinder zu werden?

Haim Shafir: Natürlich habe ich auch als Kind eine Menge gespielt. Aber noch viel mehr mochte ich es, meine Spielzeuge auseinander zu nehmen und zu lernen, wie sie funktionieren. Diese Neugierde hat mich dazu gebracht, Maschinenbau zu studieren. Aber nach zwei Jahren als Ingenieur merkte ich, dass ich es viel spannender finde, mit Menschen zu arbeiten und Dinge zu designen, die anderen Freude bringen. Nachdem ich das erkannt hatte, dauerte es nicht mehr lang, bis ich begann, mit Spielen und Spielzeugen zu arbeiten. Zuerst baute ich Holzspielzeuge. Nach einem Jahr lenkte ich meine Aufmerksamkeit dann auf Brettspiele, vor allem auf Spiele für die ganze Familie. Das mache ich bis heute.

Kindersache: Inzwischen sind Sie mit Ihrem Spielen so erfolgreich, dass Sie sogar einen eigenen Spieleverlag gründen konnten!

Haim Shafir: Ganz genau, ich veröffentliche meine eigenen Spiele in Israel. Damit sie auf der ganzen Welt verkauft werden können, erlaube ich anderen Verlagen, meine Spieleideen zu benutzen.

Kindersache: Eins unserer Lieblingsspiele ist Halli Galli. Verraten Sie uns, wie die Idee zu diesem Spiel kam und wie lang es gedauert hat, bis das Spiel endlich in den Läden stand?

Haim Shafir: Obwohl Halli Galli ein relativ simples Spiel ist, hat es von der ersten Idee bis zum jetzigen Zustand des Spiels zwei Jahre gedauert. Zuerst sollte es ein Spiel werden, das Kindern beim Erlernen von mathematischen Verfahren wie Addition und Subtraktion hilft. Dann entwickelte es sich aber zu dem Spiel, das man heute kennt: ein Konzentrationsspiel, bei dem man schnell reagieren muss. Damals mussten die Spieler allerdings noch den Namen des Spiels rufen, wenn sie fünf Früchte in derselben Farbe sahen. Zwei Jahre später wurde dann die Klingel hinzugefügt, damit kein Streit zwischen den Spielern entsteht, die gleichzeitig gerufen haben.

Kindersache: Wissen Sie, welches Ihrer Spiele sich am besten verkauft?

Haim Shafir: International ist Halli Galli das beliebteste Spiel von mir. Aber in Israel, meinem Zuhause, heißt der Bestseller Taki. Erst an zweiter Stelle kommt HalliGalli. Bei Taki bekommt jeder Spieler acht Karten auf die Hand. Dann gibt es viele besondere Regeln und Aktionskarten, die das Spiel interessant und spaßig machen.

Kindersache: Was macht ein gutes Spiel aus?

Haim Shafir: Ein gutes Spiel ist natürlich eins, das von vielen Leuten immer wieder gern gespielt wird. Aber das Geheimnis hinter einem guten Spiel und das, was das Spiel so spannend macht, ist ein Rätsel. Es macht so viel Spaß, dass man in das Spiel eintaucht und sich mit seinen Mitspielern verbunden fühlt.

Kindersache: Bevor das Spiel verkauft wird, wird es doch bestimmt getestet. An wem?

Haim Shafir: Meine Spiele darf jeder mal ausprobieren – je mehr ihre Meinung abgeben, desto besser!

Kindersache: Von allen Spielen auf der Welt, welches ist Ihr Liebstes? Und auf welches Ihrer eigenen Spiele sind Sie am meisten stolz?

Haim Shafir: Das sind zwei Fragen, die mir ziemlich oft gestellt werden und die ich leider gar nicht richtig beantworten kann. Ich habe keinen Favoriten, denn ich mag ziemlich viele Spiele gern. Am meisten mag ich die Spiele, die meinen Horizont erweitern und an denen ich mich richtig erfreuen kann. Bezüglich meiner eigenen Spiele: Ich mag immer das Spiel am liebsten, das ich gerade frisch erfunden habe.

Kindersache: Zu guter Letzt, warum ist Spielen so wichtig?

Haim Shafir: Wow, zu dieser Frage könnte ich eine sehr lange Antwort geben! Tatsächlich habe ich über dieses Thema sogar zwei Bücher geschrieben. Zusammengefasst würde ich sagen:

  1. Mit Spielen trainieren und erweitern wir unser Wissen.
  2. Durchs Spielen entwickeln wir soziale Kompetenzen.
  3. Durchs Spielen entwickeln wir uns selbst weiter und werden zu einer besonderen Persönlichkeit.
  4. Und natürlich: Durch das Spielen lernen wir, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt auszutragen.

Vielen Dank für das Interview!

Fakten zum Beruf

Beruf: Spieleerfinderin/ Spieleerfinder

Voraussetzung: außergewöhnlich kreativ

Kein Beruf, den man erlernen kann, Quereinstieg

Schulische Interessen: Kunst, allgemein kreative Fächer

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Eure Kommentare

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Toll,ich liebe spiele!
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Ja!
Cool!