Natur und Mensch

Wie wird man Tier­arzt­hel­fe­rin?

Wie wird man Tierarzthelferin?

Michéle: Also erstmal wurde der Begriff in "Tiermedizinische Fachangestellte" geändert. Für diesen Beruf muss man eine dreijährige Ausbildung machen. Dafür reicht ein mittlerer Schulabschluss. Aber natürlich hat man mit Abitur bessere Chancen angenommen zu werden. Ich habe mich in der Tierarztpraxis beworben, in der ich gerne arbeiten wollte. Nach dem Vorstellungsgespräch hatte ich ein paar Probearbeitstage. Da kann man sich zum Beispiel vergewissern, ob man überhaupt Blut sehen kann. Und wenn du angenommen wirst, beginnst du dann abwechselnd zur Berufsschule zu gehen und in der Praxis zu arbeiten. In meiner Ausbildung habe ich immer zwei Wochen gearbeitet und bin dann eine Woche zur Schule gegangen. Das kann aber auch stark variieren.

Was würdest du sagen, welche Voraussetzungen muss man für diesen Beruf mitbringen?

Michéle: Eine gute Note in Biologie und ein großes Interesse an Tieren sind sehr gut. Und man sollte zumindest die Grundrechnungen in Mathe beherrschen, denn hin und wieder müssen Dosierungen berechnet werden und das sollte man halbwegs im Kopf können. Außerdem sollte man Mut mitbringen. Wenn du Angst davor hast, von einem Hund gebissen zu werden, brauchst du diese Ausbildung gar nicht erst anzufangen. Und man sollte einen guten Umgangston haben. Denn das ist sehr wichtig, wenn du am Tresen stehst und Telefonate führen musst. Und was noch ganz wichtig ist: Du musst gut mit Stress umgehen können, denn es gibt oft in wenig Zeit sehr viel zu tun.

Was sind deine Hauptaufgaben?

Michéle: Eine richtige Hauptaufgabe gibt es eigentlich nicht. Das Feld der Aufgaben ist riesengroß. Es reicht vom Telefonieren mit Kunden, bis zum Röntgen oder zum Zahnstein selber wegmachen. Außerdem muss ich mich um die Tiere auf Station kümmern, in der Sprechstunde helfen und mich um die Anmeldungen kümmern. Ich helfe natürlich auch bei den Operationen. Ich bin dabei, wenn das Tier betäubt wird und dann bereite es für die OP vor. Das bedeutet die Stelle zu rasieren und zu säubern und dann das OP-Besteck bereitzulegen. Während der OP muss ich immer in Hörweite bleiben, falls das Tier noch eine weitere Narkose benötigt. Bei schweren Operationen muss man aber schon auch mal Blut wegtupfen oder Organe festhalten, sodass sie nicht im Weg liegen.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?                                            

Michéle: Die Sprechstunde geht um 9:00 Uhr los, das bedeutet, ich bin um 8:30 da und bereite die Praxis vor. Ich lüfte, checke E-Mails und und und... Dann kümmere ich mich um die ersten Kunden und nehme Telefonate entgegen. Im Grunde ist es meine Aufgabe den Besitzer und das Tier von ihrer Ankunft bis zum Verlassen der Praxis zu betreuen. Ich halte das Tier während der Untersuchung fest, untersuche ein bisschen mit und wiege es zum Beispiel. Danach muss ich alle Daten erfassen. Also unter anderem das Gewicht und die Diagnose im Computer schreiben. Und je nachdem was gemacht werden muss, röntge ich das Tier oder helfe beim Blutabnehmen und mache das Blut zur Untersuchung fertig. Dann stelle ich die Rechnungen auf und nehme Bezahlungen entgegen. Wenn die Praxis schließt, muss noch sehr viel geputzt werden. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass man in diesem Beruf keine geregelten Arbeitszeiten hat. Durch Notfälle, unterbesetzte Praxen und Kunden, die nach der Sprechstunde kommen, häufen sich viele Überstunden an.

Was war dein schönster Moment?

Michéle: Ich habe bei einem Kaiserschnitt bei einer Hündin mitgeholfen. Das war die längste Schicht, die ich je geschoben habe! Zuerst haben wir es mit der Geburt auf natürlichem Weg versucht, am Schluss mussten wir dann doch operieren. Ein Welpe ist leider schon im Bauch gestorben, aber einen anderen konnten wir zum Glück noch retten. Ohne unsere Hilfe wäre er auch gestorben. Ich habe den kleinen Welpen in eine Decke gewickelt und ihn sauber und wach gerubbelt. Das war ein schönes Gefühl und es war toll, der Hündin und dem Welpen helfen zu können.

Was macht dir am meisten Spaß in deinem Beruf?

Michéle:Ich finde es immer toll, wenn wir seltene Tiere behandeln. Das Spannendste was ich je erlebt habe war, als eine Mitarbeiterin der Filmtierschule Babelsberg einen Geparden an einer Leine in unsere Praxis geführt hat. In einer normalen Tierarztpraxis hat man in der Regel Hunde, Katzen und kleiner Haustiere wie Kaninchen. Meine Praxis behandelt aber auch exotische Tiere, deshalb hatte ich das Glück schon ein paar Tiere zu behandeln, die du in einer normalen Praxis nicht siehst.

EIn Axelotl.
Das ist ein Axelotl.

Ein Kunde brachte zum Beispiel mal ein Axeloton in einer Tupperdose mit. Und ich habe schon Pumababys behandelt. Da hatte ich dann jeweils eine kleine Raubkatze auf jedem Arm.
Generell ist es einfach schön, Tieren zu helfen! Zum Beispiel auch, wenn es hilflose Tiere sind, die kein schönes Zuhause haben, zum Beispiel Füchse, Igel und Waschbären. Ich bin mit Tieren aufgewachsen und das Interesse ist schon immer da gewesen. Tiermedizinische Fachangestellte ist ein super abwechslungsreicher Beruf und wenn man den Beruf liebt, dann hält man ihn auch durch!

Danke für das Interview!

Fakten zum Beruf

Beruf: Tiermedizinische Fachangestellte/ Tiermedizinischer Fachangestellter

Voraussetzung: Realschulabschluss

Ausbildung: Berufsschule und Praxis (3 Jahre)

Schulische Interessen: Biologie, Mathematik

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Eure Kommentare

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Hallo könnt ihr auch Filme machen wehre echt cool 
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wichtige informationen 
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es ist schon immer mein traum tierartzhelferin zu werden ich bin bald 8 klasse und dann kann ich endlich praktikum machen und zwar bei ein tierartzt ich freu mich so sehr.ich bin mit tiere gross aufgewachsen ich kenn mein leben nicht ohne leben .ich habe selbst ein hund,ich finde es algemein schön tiere zu helfen .
Ich denke, es ist sehr cool, Lebewesen zu helfen und sie glücklich zu machen! Der Axolotl ist süss. Aber ich glaube da ist ein Fehler: Da steht Axelotl, und ich glaube, die werden Axolotl geschrieben.   LG   WLP
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ich finde es echt super. ich möchte tieratzt werden macht bestümmt spaß.ich mag tiere sehr.
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ich möchte selbst tierarzhelferin werden
Mein Dad ist Polizist und meine Mom ist Tierärztin
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Ich hatte vor ebenfalls in diesen Beruf zu gehen und dieses Interview hat mein Bedenken sehr bekräftigt (das ich diesen Beruf lernen möchte). LG
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Ich möchte auch tieratzt Helferin werden weil ich auch Tiere sehr gerne mag und ihnen auch helfen will .  LG Alina