Politik

Ras­sis­mus ver­ste­hen und über ihn re­den

Rassismus sichtbar machen

Vielleicht hast du schon einmal rassistische Begriffe gehört. Und vielleicht bist du dir unsicher, wie du das Thema ansprichst, ohne Menschen zu diskriminieren. Oder du fühlst dich unwohl dabei, bestimmte Begriffe für Menschen zu verwenden. Wir haben die Bezeichnungen aufgeschrieben, die Menschen, die Rassismus erfahren, sich selbst geben. Und die auch du verwenden kannst. Wir sagen dir, was sie bedeuten.  

Um Rassismus sichtbar zu machen, ist es wichtig, zuzuhören und darüber zu sprechen. Und zwar über die Erfahrungen der Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Nur durch den gemeinsamen Austausch verstehen wir, wie Rassismus funktioniert. Deswegen: Rassismus zu benennen ist wichtig, um nicht selbst rassistisch zu handeln.

Wichtig:  

Wenn du über Menschen redest, dann sollen unterschiedliche Hauttöne nicht im Vordergrund stehen. Du nennst Personen einfach bei ihrem Namen. Außer: wenn Menschen in deinem Umfeld rassistische Erfahrungen machen. Dann ist es richtig, Rassismus beim Namen zu nennen.  

Fehler sind okay. Falls dich jemand verbessert, dann höre zu und überleg einfach nochmal, wie du beim nächsten Mal anders darüber reden kannst. Und wenn du jemanden mit deinen Worten verletzt hast, entschuldige dich.  

Mit diesen Begriffen kannst du über Rassismus reden:  

BIPoC ist die englische Abkürzung für Black, Indigenous und People of Color. Diese Bezeichnung verwenden Menschen, die Rassismus erfahren, für sich selbst. BIPoC ist eine Selbstbezeichnung, also wie ein Name. Da Namen nicht übersetzt werden, wird auch in Deutschland die Bezeichnung BIPoC verwendet.  

Schwarz/ Schwarze Menschen (englisch: Black) ist eine Selbstbezeichnung und wird von Menschen benutzt, die rassistische Erfahrungen machen. Menschen bezeichnen sich als Schwarz, wenn sie einen Bezug zum afrikanischen Kontinent haben. Trotzdem leben überall auf der Welt Schwarze Menschen. Schwarz ist keine Farbe, mit der wir malen. Deswegen wird Schwarze Menschen mit großem “S” geschrieben.

Indigene Menschen (englisch: Indigenous) besiedeln schon seit tausenden von Jahren Länder in vielen Teilen der Erde. Viele dieser Länder wurden während der Kolonisation von weißen Menschen gewaltvoll besetzt. Das taten sie ohne Rücksicht auf die indigene Bevölkerung. Der Begriff indigen wird vor allem für Menschen, die zuerst in Amerika, der Karibik, Ozeanien und Australien lebten, verwendet. Indigene Menschen haben sich den Namen nicht selbst gegeben. Deswegen wird indigen auch kleingeschrieben.

Auch die Bezeichnung People of Color (PoC)/ Menschen of Color nutzen Menschen für sich selbst, die Rassismus erfahren. Den Namen zu übersetzen wäre falsch. Denn auch hier geht es nicht um Farben. Im Deutschen wird dann zu Kindern das Kind, das Mädchen oder der Junge of Color gesagt.

Menschen in Farben einzuteilen ist nicht neutral. Diese Einteilung wurde von weißen Menschen festgelegt. Dabei verknüpften sie Farben mit Charaktereigenschaften, um sie Gruppen zuzuordnen. Heute sprechen wir von Hauttönen, die bei Menschen ähnlich oder unterschiedlich sein können.  

Weiß/ weiße Menschen: Rassismus wurde von weißen Menschen erfunden. Wer weiß ist, hat viele Vorteile im Leben gegenüber BIPoC. Der Begriff weiß wird klein und kursiv geschrieben, weil es eine selbst erfundene Kategorie ist. Weiße Menschen können zwar diskriminiert werden, aber keinen Rassismus erfahren.

Sinti und Roma (weiblich: Sintize und Romnja) benennen sich Gruppen an Menschen selbst, die nach Europa eingewandert sind und schon seit dem 14. Jahrhundert dort leben. Vermutlich kamen Romagruppen vor über 1000 Jahren aus Indien. Sie unterscheiden sich durch verschiedene Sprachen und Religionen voneinander. Sinti ist eine Gruppenbezeichnung der Nachfahren der Romagruppen. Zusammen sind sie eine anerkannte Minderheit.

Einzahl: Sintiza und Romni (weiblich), Sinto und Rom (männlich)

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Eure Kommentare

Ich bin ein Schwarzes Mädchen und ich nenne mich auch so! Das ist nämlcih nix peinliches und nix schlimmes! Da geht es darum was meine Wurzeln sind. Wenn es jetzt so richtig um die Farbe geht, also wenn ich zum Beispiel beschreiben muss welche Farbe die Haut hat damit mich jemand malen kann, dann sage ich dunkel oder braun oder so etwas. Weil das dann einfach die Farbe ist. Aber ich bin trotzdem Schwarz. Das mit Bipoc und Mädchen of Color kannte ich nicht, aber ich finde es cool. Und mit indigene Menschen, Sinti und Roma usw. wusste ich auch nicht so genau.
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Ich finde die Bezeichnungen "schwarz" und "weiß" für Hautfarben nicht richtig. Meine Haut ist nicht weiß und ich habe noch nie einen Menschen mit schwarzer Haut gesehen, höchstens dunkelbraun. Ich möchte auch nicht als "Weiße" bezeichnet werden. Ich finde, die echte Hautfarbe (hellhäutig, hellbraun, dunkelbraun) würde viel netter klingen. Haare können schwarz oder weiß sein, aber bei Hautfarben habe ich das noch nie gesehen. Ich verstehe nicht, wieso man nicht einfach "dunkelhäutig" und "hellhäutig" sagt.

Hallo! Danke für deinen Kommentar und deine Meinung. Wie wir schon oben im Artikel erklärt haben, geht es hier nicht darum Farben zu benennen. Die Begriffe Schwarz und weiß verwenden wir, wenn wir über Menschen mit oder ohne Rassismuserfahrungen reden. Viele Grüße dein ks-Team