Eure Geschichten

Die al­te Vil­la #3

3. Kapitel 

Wo will der Geist hin?

Ich hatte nicht viel Zeit zu entscheiden. Wollte ich dem Geist folgen oder nicht? Ich entschied mich für ersteres. So leise wie ein Indianer schlich ich dem Geist hinterher. Wo wollte er hin? Zuerst schwebte er die steile Treppe hinunter. Als ich auf die letzte Stufe kam, knarzte diese laut unter meinem Schritt. Der Geist drehte sich um, doch er sah nichts. Schnell hatte ich mich hinter einer Blumenvase versteckt. Weiter ging es. Dieses Mal achtete ich besonders auf meine Schritte.

Der Geist trug Klara immer noch. Sie hatte noch keinen Laut von sich gegeben. Ich an ihrer Stelle hätte das schon längst getan, anscheinend war sie viel mutiger als ich immer gedacht hatte, viel mutiger als ich und das sollte etwas heißen. Schließlich glitt der Geist lautlos nach draußen. Die Menschen auf der Straße gaben keinen Laut von sich. Konnten sie das Gespenst nicht sehen? Ich konnte das ganz deutlich, logisch, denn sonst könnte ich ihm ja nicht folgen. Aber sahen sie dann Klara auch nicht? Ich hatte keine Zeit, mir darüber den Kopf zu zerbrechen, also ging ich weiter. Weiter hinter dem Geist her.

Stundenlang  schlich ich hinter dem Geist her, ohne einen Laut von mir zu geben. Als es schon dunkel war, kamen wir endlich an. Ich stand wenige Meter vor einem riesigen Schloss. Wenn es nicht so verstaubt ausgesehen hätte, hätte es sicher prachtvoll ausgesehen. Doch so sah es einfach nur altmodisch aus. Es hatte große Fenster, doch diese hätten es dringend mal wieder nötig gehabt, geputzt zu werden. Die Fensterrahmen waren mit Gold verziert, doch auch dieses war alt und verstaubt. Die Farbe des Hauses musste wohl mal Rosa gewesen sein, doch auch das konnte man nicht mehr erkennen. Kurz: Die Villa, die viel größer als die Villa war, in der wir vorhin noch unsere Mutprobe gemacht hatten, war vielleicht alt, aber schön war sie nicht mehr.

Die verstaubte Villa

Wir gingen rein, ich immer leise hinter dem Geist her, der Klara entführt hatte. Ich wollte gerne schreien, ich wollte nicht, dass das in echt passierte. Ich wollte, dass es einfach nur ein Traum war, ein guter Traum mit einem guten Ende, wie ein Abenteuerbuch. Das wollte ich. Doch leider war es nicht so, und ich musste mich auch wieder konzentrieren, sonst würde mich der Geist entdecken. Also unterdrückte ich meinen Schrei und hoffte nur noch, ich könne Klara retten. Denn sie war meine beste Freundin. Und das war es doch, was zählte.

Der Geist schwebte lautlos in das Schloss, ich war ihm dicht auf den Fersen. Innen war die Villa genauso verstaubt, wie außen. Ich wusste gar nicht, dass etwas so verstaubt sein konnte, doch anscheinend war es so. Ich schlich dem Geist hinterher, bis wir zu einem leeren Raum kamen. Wenn ich leer sage, meine ich leer. Es war nirgends irgendein Möbelstück, auch keine Plakate, keine Uhren, einfach nichts. Es war nicht einfach leer, sondern es war unnatürlich leer. Es war auch unnatürlich kalt. Das Haus hatte etwas Unnatürliches an sich.

Plötzlich knarrte es. Ich war wieder auf eine knarrende Holzplanke gelaufen. Doch bevor ich reagieren konnte, drehte sich der Geist um und schaute mir direkt in die Augen.

Das war der dritte Teil meiner Geschichte. Ich hoffe, sie hat euch gefallen! 

LG Aurela 

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Eure Kommentare

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Ich liebe deine Geschichten😊😊 ich selbst schreibe auch einer
Der vierte Teil ist draußen! Hier ist der Link: https://www.kindersache.de/bereiche/spiel-spass/eure-geschichten/die-alte-villa-4
So cool!🤗 Freue mich auf das nächste Kapitel!😉
Ui, ich bin gespannt was als nächstes passiert