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Hintergründe: Bürgerkrieg in Sudan

Der Sudan 

Der Sudan ist ein Land im Nordosten Afrikas. Es ist das drittgrößte Land in Afrika, in etwa fünfmal größer als Deutschland. Ungefähr 46 Millionen Menschen leben dort. Der Sudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es herrscht eine große Ungleichheit zwischen den Menschen. Im Sudan leben Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Oft werden die Menschen in zwei Gruppen unterteilt: Menschen mit arabischer und Menschen mit afrikanischer Herkunft. Das ist eine Vereinfachung. Diese Gruppen bestehen aus vielen unterschiedlichen Menschen mit verschiedenen Sprachen und Bräuchen.

Britische Kolonie 

Der Sudan war einmal eine Kolonie von Großbritannien. Das heißt, dass Großbritannien das Gebiet mit Gewalt eingenommen und über es geherrscht hat. Seit dem Jahr 1956 ist der Sudan unabhängig. Großbritannien hat dort also nicht mehr das Sagen. Seitdem gibt es immer wieder Konflikte. In einem Bürgerkrieg hat sich zum Beispiel der Süden des Landes abgespalten. Seit 2011 gibt es deshalb das Land Süd-Sudan. Außerdem gibt es immer wieder Konflikte zwischen der arabischen und afrikanischen Bevölkerung.  

Diktator Omar al-Bashir und der Darfur Konflikt 

Im Jahr 1989 gelang es Omar al-Bashir, mit dem Militär die Macht im Land zu übernehmen. Als Präsident und Diktator des Sudans ging er gewaltvoll gegen die afrikanischen Menschen im Land vor. Denn er wollte, dass nur arabische Menschen im Land leben. Dafür warb er bewaffnete Kämpfer auch aus dem Ausland an und bildete sie aus. Die bewaffnete Gruppe Dschandschawid wurde schnell weltweit für ihre Grausamkeit gegenüber der afrikanischen Bevölkerung bekannt. Auch die afrikanische Bevölkerung griff zu den Waffen, vor allem um sich zu verteidigen. Daraus entstanden verschiedene Rebellengruppen. Einige davon kämpfen noch heute gegen das Militär. Man nennt das auch den Darfur Konflikt. Der Darfur ist eine Region im Westen des Sudans, in dem die meisten Kämpfe stattfinden. 

Der Internationale Strafgerichtshof wirft al-Bashir und einzelnen Mitgliedern der Dschandschawid vor, Kriegsverbrechen und einen Völkermord in Darfur begangen zu haben. Er hat deshalb einen Haftbefehl gegen sie erlassen. Das heißt: Länder, die beim Internationalen Strafgerichtshof mitmachen, müssen al-Bashir und die Mitglieder festnehmen und zum Gerichtshof bringen.  

Übergangsregierung 

Unter al-Bashir wuchs die Ungleichheit zwischen armen und reichen Menschen im Sudan weiter. Auch Konflikte hielten an. Die Menschen waren unzufrieden. Im Jahr 2019 löste das Massenproteste im ganzen Land aus. Das Militär nahm al-Bashir fest. Es bildete sich eine neue Regierung aus Militär und nicht-militärischen Menschen. Sie sollten Wahlen im Land ermöglichen und den Sudan in eine Demokratie verwandeln. Zwei Jahre später gab es erneut einen plötzlichen Regierungswechsel durch das Militär. Die Übergangsregierung wurde aufgelöst. Das Militär versprach, eine nicht-militärische Regierung einzusetzen.  

Machtkampf zwischen zwei Generälen 

Das Militär wurde seit 2019 durch den General Fattah al-Burhan geführt. An seiner Seite war der General Miliz Daglo, auch bekannt als Hemeti. Er kontrollierte die bewaffnete Gruppe RSF. Diese kämpfte seit 2013 an der Seite des Militärs. Sie ist entstanden aus den Dschandschawid. Doch die beiden Generäle und ihre Armeen zerstritten sich. Al-Burhan forderte, dass die RSF Teil des Militärs wird. Hemeti lehnte das ab. Die Situation eskalierte. Seit 2023 kämpfen das Militär und die RSF gegeneinander. Beide Seiten werden von anderen Ländern unterstützt.   

Aktuelle Situation 

Das Militär und die RSF verletzen Kriegsrecht und die Menschenrechte. Tausende Menschen sind in dem Konflikt gestorben, Millionen sind auf der Flucht und brauchen Unterstützung. Die RSF geht besonders gewaltvoll gegen die afrikanische Bevölkerung vor. Beide Gruppen lassen die Menschen absichtlich hungern. Die USA haben kürzlich beschlossen, ihre Unterstützung für den Sudan fast ganz einzustellen. Das macht den Konflikt noch schlimmer, da die USA vorher die meiste Hilfe geleistet hatte. Der Krieg im Sudan wurde von der UN als die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit eingestuft. Das heißt, dass die Menschen im Sudan in einer großen Notlage sind. Trotzdem wird kaum über den Konflikt berichtet. Er wird deshalb auch als vergessener Konflikt bezeichnet.  

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