Vesakh: Buddha feiert Geburtstag
Ein junges Fest
Vesakh gilt als wichtigster Feiertag des Buddhismus. Gleichzeitig ist das Fest noch ziemlich jung. So wie heute wird Vesakh nämlich erst seit 1950 gefeiert. Im Buddhismus gibt es viele verschiedene Richtungen. Stell dir vor, das ist wie ein Baum mit verschiedenen Zweigen. Eine Gruppe, die zu einer Richtung gehört, lebt ihren Glauben ein bisschen anders aus als eine andere. Manche beten etwas anders, manche feiern anders. Trotzdem glauben Buddhisten und Buddhistinnen verschiedener Richtungen an die Lehren von Buddha.
Vesakh ist ein besonderes Fest, weil es alle diese Richtungen zusammenbringt. Es findet zwischen April und Juni statt. Dieses Jahr fällt das Fest auf den 1. Mai.
Der erste Buddha
Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen. Buddhisten und Buddhistinnen glauben, dass sie nach dem Tod wiedergeboren werden. Das passiert so lange, bis sie die Erleuchtung finden. Das bedeutet, dass man alles ganz tief versteht und keinen Schmerz oder Kummer mehr fühlt. Dieser Zustand wird im Buddhismus Nirwana genannt. Nirwana bedeutet, sich geistig vollkommen zu fühlen. Dort gibt es Frieden und Glück. Eine Person, die die Erleuchtung erreicht hat, wird Buddha genannt. Das bedeutet “der Erwachte”. Dieses Wissen kommt von Siddhartha Gautama. Er gilt als der erste Buddha, weil er als erstes die Erleuchtung fand. Veskah feiert seine Geburt, wie auch seine Erleuchtung und seinen Eintritt ins Nirwana.
Zum Tag von Buddhas Geburt sollen ihn neun himmlische Drachen mit Wasser begossen haben. Auch erzählen Überlieferungen von Lotusblüten, die an seinem Geburtstag blühten. Als Erinnerung baden Buddhisten und Buddhistinnen heute kleine Buddha-Statuen an Vesakh.
Einheit und Harmonie
Vesakh ist ein internationaler Feiertag. An vielen Orten wird Vesakh mit unterschiedlichen Bräuchen und Traditionen gefeiert. Das liegt daran, dass das Fest und die Religion immer ein bisschen anders verstanden werden. Egal, in welchem Land Vesakh gefeiert wird, es geht überall um dasselbe: Menschen wollen als Gemeinschaft zusammenhalten und friedlich miteinander umgehen. Viele nutzen den Anlass für neue Vorsätze und gute Taten.
Lichter, Blumen und Buddha-Bilder
Vor allem in Südostasien hat Vesakh eine große Bedeutung. Dort werden die Straßen bunt geschmückt. Das heißt: Es gibt überall Lichter, Fahnen, Blumen und Buddha-Bilder. Auch Tiere spielen eine Rolle. In Nepal dürfen den ganzen Tag keine Tiere getötet werden. In anderen Ländern werden für das Vesakh-Fest Vögel freigesetzt. Das erinnert daran, dass man im Buddhismus gut zu allen Lebewesen sein soll. Viele Menschen versammeln sich an Vesakh in Tempeln oder zuhause. Sie ehren Buddha, indem sie Gebete singen, meditieren und über seine Lehren nachdenken.