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In­ter­view: Bar­rie­re­frei­heit im In­ter­net

Philipp ist Webentwickler mit der Leidenschaft für digitale Barrierefreiheit. Er programmiert Internetseiten, die für alle zugänglich und nutzbar sind. So können auch Menschen mit einer Sehbehinderung oder körperlichen Beeinträchtigung diese Webseiten nutzen.

Sharon ist Moderatorin und setzt sich für das Thema Barrierefreiheit auf Veranstaltungen ein. Sie hilft Unternehmen dabei, dass der Veranstaltungsort, die Methoden und das Material für alle zugänglich sind. Nur so ist echte Beteiligung für alle möglich!

Philipp und Sharon geben gemeinsam Barrierefrei-Workshops. Beide haben es selbst erlebt, aufgrund einer Behinderung oder Beeinträchtigung nicht beteiligt zu werden. Daher wollen sie nun anderen dabei helfen, unsere Welt inklusiver und barrierefreier zu gestalten.

Was ist der Unterschied zwischen Barrierefreiheit im Internet und im echten Leben?  

Sharon: Barrierefreiheit und Inklusion spielen in allen Bereichen unseres Lebens eine Rolle. Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung und chronischen Erkrankungen werden leider täglich in unserer Gesellschaft ausgeschlossen. Wir alle können zu mehr Barrierefreiheit beitragen.  

Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen gleichermaßen mitmachen können, ob mit oder ohne Beeinträchtigung oder Erkrankung. Das heißt, es darf keinen Unterschied machen, ob ich betroffen bin oder nicht. Es dürfen keine Nachteile für Betroffene entstehen. Alles soll ohne fremde Hilfe zugänglich sein.

Philipp: Digitale Barrierefreiheit betrifft den digitalen Raum, also Webseiten, Social Media und Apps. Kurz gesagt: alles auf unserem Smartphone, Tablet und Computer.  

Das sind Beispiele für digitale Barrierefreiheit:

  • Eine Webseite nur mit der Tastatur bedienen können
  • Texte gut lesen können
  • Bilder haben eine Bildbeschreibung. Damit wissen auch Menschen mit einer Sehbehinderung oder -beeinträchtigung, was auf einem Bild zu sehen ist
  • Videos oder Animation auf Internetseiten können gestoppt werden
  • Videos besitzen Untertitel

Für wen ist digitale Barrierefreiheit wichtig?  

Sharon: Barrierefreiheit macht uns allen das Leben einfacher. Nicht nur Menschen mit Behinderung, Beeinträchtigung und chronischen Erkrankungen profitieren davon. Wenn die Sonne auf einen Bildschirm scheint, ist es praktisch, wenn alles gut lesbar ist, oder? Unterwegs Videos gucken ohne Kopfhörer? Dafür helfen Untertitel, sodass nicht alle mithören müssen. 

Wieso setzt ihr euch für (digitale) Barrierefreiheit ein?  

Philipp: Wir beide sind selbst betroffen und kennen es gut, wenn Barrierefreiheit fehlt. Es ist schmerzhaft, wenn man ausgeschlossen wird. Das wollen wir ändern. Alle können mitmachen und Barrierefreiheit selbst umsetzen.  

Was tut ihr für (digitale) Barrierefreiheit?  

Philipp: Ich prüfe Webseiten auf digitale Barrierefreiheit und berate die Webseiten-Betreiberinnen und Betreiber, was sie verbessern können. Außerdem achte ich auf digitale Barrierefreiheit in meiner täglichen Arbeit als Webentwickler.  

Sharon: Ich bin viel auf Social Media unterwegs und berate hier zum Thema Barrierefreiheit. Hier folgen mir Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen. Daher sind mir persönlich vor allem Bild-Beschreibungen und Untertitel sehr wichtig. Außerdem nutze ich eine gut leserliche Schrift auf den Beitrags-Bildern. Meine Inhalte sollen für alle zugänglich sein. 

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