Politik

Wenn El­tern sich um ihr Kind strei­ten

Was macht ein Familiengericht?

In der Familie streitet man sich manchmal. Das kennt ihr bestimmt auch. Manchmal streiten sich Eltern aber so sehr, dass ein Gericht helfen muss. So ein Gericht nennt man Familiengericht. Es hilft zum Beispiel, wenn sich Eltern trennen und sich nicht einigen können, bei wem ihr Kind wohnen soll. Wenn ein Kind nur bei seiner Mutter oder bei seinem Vater wohnt, muss das Familiengericht auch manchmal entscheiden, wie oft das andere Elternteil das Kind besuchen darf.

Manche Eltern können auch nicht selbst für ihr Kind sorgen. Dann entscheidet das Gericht manchmal, dass das Kind woanders wohnen soll. Das passiert zum Beispiel, wenn die Eltern sehr krank sind oder wenn sie ihrem Kind wehtun.

Über alles Bescheid wissen

Das Gericht muss immer die Lösung finden, die für das Kind am besten ist. Aber wer weiß, was am besten ist? Dafür gibt es Leute, die man “Verfahrensbeistand” nennt. Ein Verfahrensbeistand kann ein Mann oder eine Frau sein. Dieser Mann oder diese Frau lernt die Familie gut kennen. Er oder sie redet viel mit dem Kind und mit den Eltern darüber, was sie sich für die Zukunft wünschen.

Der Verfahrensbeistand erklärt dem Kind ganz genau, worum der Streit vor Gericht geht. Er erklärt dem Kind auch die verschiedenen Lösungen. Das Kind hat das Recht, über alles genau Bescheid zu wissen. Denn nur so kann es sich selbst eine Meinung bilden und die auch sagen. Der Verfahrensbeistand schreibt am Ende alles für das Gericht auf. Manchmal reicht das schon, damit die Eltern sich selbst einigen können.

Seine eigene Meinung sagen

Wenn die Eltern sich nicht einigen können, entscheidet das Gericht für sie. Dabei ist es sehr wichtig, dass das Kind seine Meinung sagt. Denn es geht ja immerhin um das Leben des Kindes! Zum Beispiel darum, bei wem es wohnen wird. Wenn das Kind seine Meinung vor Gericht sagt, nennt man das “Kindesanhörung”. Das heißt so, weil sich der Richter oder die Richterin anhört, was das Kind denkt und fühlt.

Im Gericht gibt es dafür oft extra Zimmer mit vielen Spielsachen. Oder der Richter oder die Richterin kommt zum Kind nach Hause. Die Eltern sind bei der Kindesanhörung nicht dabei. Dafür hilft der Verfahrensbeistand dem Kind. Er bereitet sich mit ihm zusammen auf das Gespräch vor und er begleitet das Kind zum Gericht.

Die Entscheidung des Gerichts

Für das Gericht ist es sehr wichtig zu wissen, was sich das Kind selbst wünscht. Aber natürlich gibt es noch viele andere Dinge, die für die Entscheidung des Richters oder der Richterin wichtig sind. Das Kind trifft die Entscheidung also niemals selbst. Es trägt keine Verantwortung für die Entscheidung des Gerichts.

Der Verfahrensbeistand spricht am Ende mit dem Kind über die Entscheidung des Gerichts. Wenn das Kind überhaupt nicht einverstanden mit der Entscheidung ist, hilft der Verfahrensbeistand dem Kind, sich zu beschweren. Dann kann es sein, dass ein höheres Gericht noch einmal prüft, ob es eine bessere Lösung gibt.

Info-Material: Der Verfahrensbeistand

Hier kannst du einen Text darüber lesen, was ein Verfahrensbeistand genau macht. Und einen Text darüber, was bei einer Kindesanhörung passiert.

Info-Material: Dein Vormund

Wenn Eltern sich nicht um ihr Kind kümmern können, kann es sein, dass das Kind einen Vormund oder eine Vormundin bekommt. Was das ist und was ein Vormund macht, kannst du in der Broschüre „Dein Vormund vertritt dich“ nachlesen.

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Eure Kommentare

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ich finde es einfach nicht schön wenn sich Eltern um ihre Kinder streiten