Deutsches Kinderhilfswerk

„Co­ro­na­Por­t“: Hil­fe für Ri­si­ko­grup­pen in der Co­ro­na-Pan­de­mie

Jedes Jahr wird der Deutsche Kinder- und Jugendpreis an Projekte verliehen, mit denen Kinder und Jugendliche sich sozial, politisch und kulturell engagieren und beteiligen. Eines der Projekte, die dieses Jahr nominiert sind, ist „CoronaPort“. Am Anfang der Corona-Pandemie wollte der sechzehnjährige Noah aus Berlin gerne Menschen helfen, für die das Virus zum Beispiel eine besonders große Bedrohung ist. Er erstellte deshalb CoronaPort.net, eine Website, auf der Menschen Hilfe suchen und auch selbst anbieten können. „CoronaPort“ ist in der Preiskategorie „Solidarisches Miteinander“ nominiert.
 

Wie bist du auf die Idee gekommen, CoronaPort.net ins Leben zu rufen?

Noah: Gerade am Krisenanfang hatten Menschen Sorge, wie sie bei einer Eskalation der Pandemie ihren Alltag bewältigen sollten. Besonders, wenn sie zu einer Risikogruppe gehörten und nicht auf Hilfe von der Familie oder Freunden zurückgreifen konnten. Sie waren auf fremde Hilfe angewiesen. Und um ihnen zu helfen, startete ich CoronaPort.

CoronaPort Startseite
So sieht die Startseite von CoronaPort.net aus

Wie funktioniert CoronaPort.net?

Noah: CoronaPort.net ist eine Internetseite, die in ganz Deutschland Nachbarschaftshilfe rund um die Bewältigung der Corona-Pandemie vereinfacht. Helferinnen und Helfer können sich mit ihrem Hilfsangebot (zum Beispiel Einkaufen, Gassi gehen, auf Kinder aufpassen) auf der Seite registrieren. Menschen, die Hilfe brauchen, können sie auf der Seite finden. Sie können dann selbstständig mit den Helferinnen und Helfern Kontakt aufnehmen.

Was machst du alles im Rahmen von deinem Projekt?

Noah: Den ersten Prototypen der Website habe ich über Nacht entwickelt und umgehend online geschaltet, um ihn im Live-Betrieb testen zu können. Den Link zur Seite habe ich in einigen Facebook-Gruppen zur Nachbarschaftshilfe gepostet. In wenigen Stunden haben wir immer mehr Nutzerinnen und Nutzer bekommen. Bis Mai habe ich die Seite intensiv verbessert und weiterentwickelt. Zunächst für Berlin, dann für ganz Deutschland.

Zu meinen Aufgaben gehört zum Beispiel: 

  • die Organisation des ganzen Projektes
  • festzulegen, wie die Website genau funktionieren soll
  • das Design der Website
  • die Programmierung
  • die Einrichtung des Servers
  • dafür zu sorgen, dass die Daten der Nutzerinnen und Nutzer auf dem neuesten Stand sind 
  • der Kontakt mit der Presse, um öffentlich über CoronaPort zu berichten

Wofür setzt du dich mit dem Projekt ein, was möchtest du erreichen?

Noah: Mit CoronaPort setze ich mich dafür ein, dass Menschen, die Hilfe brauchen, schnell und einfach Helferinnen und Helfer in ihrer Nähe finden können. Es soll sich niemand Sorgen machen müssen, dass im Ernstfall niemand für einen da ist. Außerdem versuche ich es für Menschen, die helfen möchten, besonders leicht zu machen, die eigene Hilfe anzubieten.

Warum würdest du gerne gewinnen und was würdest du mit dem Preisgeld machen?

Noah: Bei einem Non-Profit-Projekt wird man nicht durch Einnahmen belohnt. Zu sehen, dass meine Idee funktioniert und dass ich anderen damit helfen kann, sowie das Feedback, das ich für CoronaPort erhalte, freut mich sehr! Ein Preis wie der Kinder- und Jugendpreis ist eine derartige Anerkennung, die mich natürlich außerordentlich glücklich machen würde.

CoronaPort war in vieler Hinsicht besonders: Es war zum Beispiel vermutlich die erste Corona-Hilfsplattform Deutschlands. Sie wurde nur von Jugendlichen entwickelt und ist äußerst funktional und übersichtlich.

Die Öffentlichkeitswirkung, die von dem Preis ausgeht, motiviert bestimmt auch andere Kinder und Jugendliche, sich zu engagieren. Und sie verbreitet auch den Gedanken von Solidarität.

Das Preisgeld nutze ich, um die Kosten, die beim Projekt anfallen, zu decken. Ich werde es vermutlich auch als „Startkapital“ für künftige und auch soziale Projekte von mir verwenden.

Wie viele Nutzerinnen und Nutzer waren zum Ende deines Projektes auf CoronaPort registriert?

Noah: Am Ende hatten wir circa 5.000 freiwillige Helferinnen und Helfer in allen Bundesländern, davon 4.000 allein in Berlin. Wir hatten insgesamt etwa 250.000 Nutzerinnen und Nutzer. Außerdem wurde durch CoronaPort die Idee der gesellschaftlichen Solidarität verbreitet. Und natürlich konnten wir konkrete Hilfe durch Vermittlung von Helfenden leisten und das Risiko durch das Corona-Virus für andere Menschen reduzieren.

Alles über den DKJP 2021!

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