Eure Geschichten

Das ver­wun­sche­ne In­ter­nat Ka­pi­tel 4

Der Turm

„Na ja, also viel ist hier nicht drin.“ Etwas enttäuscht
sah Lilly sich im Inneren des Turmes um. Sehr groß war es nicht. Links gab es eine lange Wendeltreppe aus Stein unter der sie eine kleine Höhle sah. Lilly lief ein kalter Schauer über den Rücken. Wirklich stabil schien es zwar nicht zu sein, aber sicherlich besser als den ganzen Weg wieder nach unten zu laufen.
Jenni geriet in Panik als sie die enge Treppe erblickte.
„Ähm … Ich wisst schon, dass ich Platzangst habe,
o-oder?“, erkundigte sie sich ängstlich.
Carlotta strich sich eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht. „Nun sei mal nicht so. Oder möchtest du lieber unten warten?“
„Lieber unten warten.“
„Gut, wir sind gleich wieder da, okay?“ Marie drängelte sich an Lilly vorbei, und lief die Treppe hoch. Sie war sehr steil.
„1, 2, 3, 4, 5, 6 …“, zählte Carlotta vor sich hin.
Emma drehte sich zu ihr um. „Was machst du da eigentlich?“
„Die Stufen zählen.“
Erst als sie am Ende der Treppe ankamen, hörte Carlotta auf. Oben gab es eine kleine Aussichtsplattform. Ein dunkelgrüner Zaun schützte davor runter zu fallen. Wahrscheinlich war er einmal dazu bestimmt, dass man Feinde schon von weitem sah.
„Super, ich habe jetzt auch wieder Empfang. Wen soll ich anrufen?“ Plötzlich tauchte Lilly hinter Marie auf.
„Den Schulleiter, oder die Polizei, oder die Feuerwehr“, antwortete Emma.
Doch da kam ein Schrei von unten.
„Aaaaaaahhhhhh!“
„Zähl den Krankenwagen dazu.“ Marie sprintete die Treppe wieder runter.

Unten angekommen atmete sie tief durch.
„Hilfe!“, kam es wieder.
Marie sah sich suchend um. Und da erblickte sie es! Jenni war in die Höhle unter der Treppe geklettert, und schien dort fest zu stecken.
„Was tust du da?“, wollte Marie fassungslos wissen. „Und wieso bist du hier überhaupt drinnen? Ich dachte du hast Platzangst?“
„Erzähle ich dir, wenn ich hier raus bin.“ Jenni hielt sich mit beiden Händen an der Wand fest, und versuchte sich raus zu ziehen.
Da kamen auch Emma, Carlotta, Lilly und Louise die Treppe runter gerannt.
„Was ist denn hier los?“, fragten sie.
Jenni und Marie erklärten es ihnen abwechselnd.
Dann hielten Emma und Lilly Jenni an der rechten Hand fest, während Carlotta, Marie und Louise die linke Hand nahmen.
Marie rief: „1, 2, 3 … Hau ruck!“ Alle zogen so doll sie konnten. Doch dann ließ Lilly los und die Freundinnen flogen auf den Hintern. Auch Jenni lag neben ihnen. Sie war frei!
„Aber wo ist mein Schuh?“, wollte sie wissen. 
Emma sah sich um. Da entdeckte sie den Schuh. Er war noch zwischen den Steinen in der Höhle eingeklemmt.
„Warte. Ich hole ihn dir.“ Emma stand auf und zog an dem Schuh. Dabei fiel ihr ein rot-gold glänzender Stein auf, der etwas überdeckt von Sand auf dem Boden lag. Zögernd griff sie danach, zog die Hand aber gleich wieder weg. Einen rot-goldenen Stein hatte sie wirklich noch nie gesehen. War er vielleicht gefährlich? Aber diesen Gedanken wischte sie schnell wieder fort, denn Magie oder so etwas gab es natürlich nicht. Also nahm sie den Stein in die Hand, und ließ ihn in ihrer Jackentasche verschwinden. Mit dem rosanen Schuh von Jenni unter dem Arm, kahm sie zurück zu den anderen. Carlotta war inzwischen mit  Lillys Handy nach oben gerannt, um jemanden an zu rufen. Mit lächelndem Gesicht kam sie gleich wieder runter.
„Ich habe den Schulleiter kontaktiert. Er kennt diesen Turm und holt uns gleich ab. Wir sollen ruhig bleiben und draußen warten.“
 „Okay, gehen wir raus.“ Emma half Jenni auf.
„Aber jetzt möchte ich gerne wissen, warum du da stecken geblieben bist, Jenni“, meinte Carlotta und die anderen stimmten ihr zu.
„Also gut,“, fing Jenni an zu erzählen während sie nach draußen gingen. „Ich habe eine Weile unten gewartet, wie ihr es vorgeschlagen habt. Aber dann habe ich Angst gekriegt, und wollte euch trotz meiner Platzngst nachlaufen. Es gibt für mich nämlich nichts schlimmeres als alleine irgendwo im Wald zu stehen. Da ist noch nicht mal meine Platzangst dramatischer. Also bin ich in den Turm reingegangen. Und bevor ich auf die erste Stufe treten konnte, habe ich eine Höhle unter der Treppe entdeckt. Darum bin ich neugierig geworden und habe mir die Höhle genauer angeguckt …“
„… und dann bist du mit dem Fuß stecken geblieben“, erzählte Lilly die Geschichte zu Ende.
Jenni nickte. „Ja, genau.“
Emma schaute sich erschrocken um. „Sagt mal, wo ist Marie eigentlich?“
„Ich bin hier im Turm um eine Sandprobe mit zu nehmen!“, kam es zurück.

Eine halbe Stunde später kam der Schulleiter Herr Drossel um die Ecke gebogen. Er hatte einen erste Hilfe Kasten und einen großen Rucksack dabei. In dem Rucksack befanden sich außer Äpfel und Birnen, noch eine Banane und sechs Wasserflaschen.
„Hier bedient euch“, erklärte er fröhlich.
„Herr Drossel!“, riefen die sechs Freundinnen im Chor.
Carlotta strich sich über ihre dunkelbraune Haut. „Wie gut dass ich dich erreichen konnte.“
„Darüber sprechen wir im Internat noch mal“, meinte der junge Schulleiter ernst. „Seid ihr fertig? Wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

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