Hintergründe: Krieg zwischen Israel und Palästina
Es gibt ein Gebiet am Mittelmeer, auf dem aktuell zwei Hauptgruppen von Menschen leben: Israelis und Palästinenserinnen und Palästinenser. Beide Gruppen möchten auf dem gleichen Stück Land leben, denn sie sehen es als ihre Heimat an. Die Geschichte beider Volksgruppen ist sehr lang und kompliziert. Seit vielen Jahren gibt es Streit über das Gebiet am Mittelmeer.
Viele Kulturen und Religionen
Auf dem Gebiet am Mittelmeer haben schon viele verschiedene Gruppen gelebt. Deshalb ist es ein Ort, an dem Menschen mit verschiedenen Kulturen und Religionen zusammenleben. Und es ist ein Gebiet, auf dem es viele heilige und für verschiedenen Religionen wichtige Orte gibt.
Eine der Gruppen, die auf dem Gebiet gelebt haben und leben, sind Jüdinnen und Juden. Vor rund 2000 Jahren wurden viele von ihnen durch Römer und Römerinnen aus dem Gebiet vertrieben. Für Jüdinnen und Juden ist das ein wichtiger Moment in ihrer Geschichte. Denn das Gebiet ist für sie heilig und sie sehen es als ihre Heimat an.
Der Zweite Weltkrieg
Vor dem Zweiten Weltkrieg begannen immer mehr Jüdinnen und Juden zurück in das Gebiet zu fliehen. Sie wurden in Europa verfolgt und waren deshalb auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Das verstärkte sich während des Zweiten Weltkriegs als Hitler in Deutschland an die Macht kam. Sehr viele Jüdinnen und Juden in Europa wurden von Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen gefangen genommen, verfolgt und ermordet. Man nennt das auch den Holocaust oder die Schoah.
Zu dieser Zeit wird das Gebiet von Großbritannien verwaltet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt Großbritannien seine Herrschaft ab. Es stellt sich die Frage, wer die Herrschaft übernimmt. Sollen alle Gruppen in einem gemeinsamen Staat zusammenleben oder wird das Land geteilt? 1947 schlägt die UN vor, das Gebiet in zwei Staaten zu teilen: Israel und Palästina. Die UN geht damit dem Wunsch einiger Jüdinnen und Juden nach, die einen eigenen, jüdischen Staat haben wollen.
Die Gründung Israels und Palästinas
Der Staat Israel wird 1948 gegründet. Dabei kommt es zu viel Gewalt. Viele Palästinenser und Palästinenserinnen müssen aus Israel fliehen. Die Nachbarstaaten Israels fühlen sich hintergangen. Manche sind grundsätzlich gegen die Gründung von Israel, andere finden, Israel hat das bessere Land bekommen. Vor allem um die Stadt Jerusalem wird seitdem viel gestritten. Denn dort gibt es heilige Stätten für Menschen jüdischen und islamischen Glaubens.
Nach der Gründung Israels greifen die Nachbarstaaten an, aber Israel gewinnt den Krieg. Auch in den nächsten Jahrzehnten gibt es immer wieder Konflikte und Kriege. Israel hält sich als Staat und besetzt auch Teile des Gebiets, das Palästina zugesprochen wurde. Das seht ihr auf der Karte.
Auch die Menschen in Palästina gründen einen Staat. Die dazugehörigen Gebiete sind der Gazastreifen und das Westjordanland. 146 Länder erkennen Palästina als Staat an. Das heißt, sie sagen, dass Palästina wirklich ein Staat ist. Deutschland gehört nicht dazu.
In Palästina ist nicht klar, wer den Staat leiten soll und wie mit Israel umgegangen werden soll. Manche Gruppen wünschen sich Frieden und wollen verhandeln. Andere wollen Israel mit Gewalt zerstören. Eine solche Gruppe ist die Hamas. Sie ist eine Terrororganisation und hat das Ziel, Israel zu erobern und dort den Staat Palästina zu errichten. Immer wieder verüben sie Terroranschläge und gehen mit Gewalt gegen Israel vor. Dafür werden sie von anderen Terrorgruppen und von anderen Ländern in der Nähe unterstützt.
Jahrelanger Konflikt
Das ist eine sehr kurze Zusammenfassung des Nahost-Konfliktes, den es seit vielen Jahren gibt. Viele Staaten haben in der Zeit versucht, den Streit zu schlichten. Doch es kommt immer wieder zu Gewalt und Kriegen.
Wichtig ist noch zu wissen, dass Menschen beider Gruppen (Palästinenser und Palästinenserinnen und Israelis) auch gut miteinander und nebeneinander leben. Viele der Menschen wünschen sich einfach eine Heimat und ein Leben in Frieden. Es gibt aber gewaltbereite Gruppen, die das nicht möglich machen. Und auch Israel hat eine Politik, die das schwierig macht. Zum Beispiel, indem sie einen Grenzzaun gebaut haben. Oder Menschen aus ihren Häusern vertreiben.
Krieg in Israel und dem Gazastreifen
Seit dem 7. Oktober 2023 gibt es Krieg in Israel und im Gazastreifen. Die Hamas hat aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel geschossen. Sie ist ins Land gedrungen und hat Orte in Israel überfallen. Sie hat über 200 Geiseln genommen und Menschen getötet. Noch am selben Tag hat Israel den Gazastreifen angegriffen. Im und um den Gazastreifen ist jetzt Kriegsgebiet.
Der Gazastreifen ist ein kleines Stück Land, auf dem viele Palästinenserinnen und Palästinenser leben. Die Lage für die Menschen dort ist sehr schlimm. Viele werden verletzt oder sterben durch die israelischen Angriffe. Außerdem greift die israelische Armee Häuser, Krankenhäuser und Schulen an. Die Menschen müssen fliehen. Sie haben nicht genug zu essen und zu trinken, weil Israel viele Hilfsorganisationen und eine Zeit lang jede Lieferung von Hilfen verboten hat.
Das ist einer der Gründe, weshalb der Internationale Strafgerichtshof am 21. November 2024 einen Haftbefehl gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu erlassen hat. Netanjahu wird vorgeworfen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Auch gegen einen ehemaligen israelischen Verteidigungsminister und gegen mehrere Anführer der Terrororganisation Hamas wurden Haftbefehle erlassen. Der Internationale Strafgerichtshof hat aber keine eigene Polizei, die Menschen festnehmen kann. Deshalb braucht er die Hilfe der Polizei aus seinen Mitgliedsländern. Auch Deutschland ist Mitglied beim Internationalen Strafgerichtshof. Das heißt, sollte Netanjahu nach Deutschland reisen, ist Deutschland verpflichtet ihn festzunehmen. Israel hat Einspruch gegen den Haftbefehl eingelegt, also gesagt, dass er nicht gerechtfertigt ist.
Update: Seit dem 10. Oktober gibt es eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten haben einem Plan des US-Präsidenten Donald Trump zugestimmt. Die Hamas soll die Geiseln des Terroranschlags vom 7. Oktober freilassen. Im Austausch lässt Israel 2.000 palästinensische Gefangene frei – vor allem Frauen und Kinder. Israel soll auch seine Truppen bis zu einer Linie zurückziehen. Soldaten und Soldatinnen aus den USA, Türkei, Katar, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen die Waffenruhe sichern. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Es gibt noch große Streitpunkte zwischen Israel und der Hamas.
Liebe Leserinnen und Leser,
wir wissen, dass der Nahostkonflikt ein komplizierter Konflikt ist. Es gibt verschiedene Sichtweisen. Wir haben versucht, die wichtigsten Fakten in dem Text zu erwähnen und diese für Kinder gut zu erklären. Dadurch sind einige komplizierte Themen relativ kurz und einfach beschrieben. Wenn ihr noch Fragen oder hilfreiche Anmerkungen zu dem Text habt, schreibt uns gerne übers Kontaktformular.
Schlimm
cool
Also in meiner Klasse ist eine Palästinenserin und bei ihr ist es so, dass ihr Opa aus seinem Haus geworfen wurde und er wegziehen musste, obwohl er gar nix gemacht hat. Das ist auch unfair, also die Hamas sind nicht die einzigen, die was schlimmes machen. Also es ist extrem schlimm was die Terroristen machen und die friedlichen Israelis haben das auch nicht verdient, es wurden ja sogar Geiseln genommen und Zivilisten getötet. Aber irgendwie wird immer nur das berichtet und nicht, dass in Palästina die meisten Leute einfach friedliche Leute sind und keine Terroristen und wurden trotzdem getötet seit über 70 Jahren immer wieder ohne Grund, nur da berichten die Medien irgendwie nicht so viel drüber. Meine Eltern finden auch das in Deutschland darüber voll einseitig berichtet wird und hier auf KS ist es gerade auch so, aber es gibt zwei Seiten.
Hallo Niah, danke für deinen Beitrag. Der Konflikt geht schon sehr viele Jahre und ist sehr kompliziert. Wir bemühen uns sehr um eine ausgewogene Berichterstattung - also von beiden Seiten aus. Es ist sehr wichtig zu betonen, dass nicht alle Palästinenser die Hamas unterstützen. Viele Grüße, dein ks-Team
Gut
Ich habe Angst, dass wir auch in den Krieg hineingezogen werden!
Hallo! Wir verstehen deine Sorgen sehr gut. Du kannst mit deinen Eltern und Freunden darüber sprechen, warum du davor Angst hast und wie sie das sehen. Natürlich kannst du auch mit anderen Personen sprechen, denen du vertraust. Es kann helfen über seine Ängste und Sorgen zu teilen. Viele Grüße, dein ks-Team
Echt schlimm