Deutsches Kinderhilfswerk

„The Green Club“: Die Schü­ler­fir­ma für mehr Nach­hal­tig­keit in der Schu­le und der Welt

Jedes Jahr zeichnet der Deutsche Kinder- und Jugendpreis (DKJP) Projekte von Kindern und Jugendlichen aus, mit denen sie sich politisch, sozial und kulturell engagieren. In der Preiskategorie „Politisches Engagement“ ist dieses Jahr unter anderem das Projekt „The Green Club“ nominiert. Die Schülerfirma des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen (Nordrhein-Westphalen) plant und setzt Projekte um, die für mehr Nachhaltigkeit sorgen – in der Schule, in der Stadt und auch außerhalb von Deutschland. Wir von der kindersache-Redaktion durften die Mitglieder des „Green Clubs“ interviewen: 

Wie und warum ist der „Green Club“ entstanden? 

TGC: „The Green Club“ ist 2019 aus dem Projektkurs „Woku: Klimaschutzagentur“ entstanden mit dem Ziel, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ mithilfe von Projekten und Konzepten endlich ein größerer Teil des Schulalltags wird. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler des Projektkurses aus eigenem Antrieb und grenzenloser Motivation heraus eigenständig unsere Schülerfirma „The Green Club“ gegründet. Sie sind die sogenannte Gründungsgeneration. 

Was macht ihr im „Green Club“ alles? 

TGC: „The Green Club“ ist kein festes Projekt, sondern bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigene Ideen und Projekte rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ zu planen und zu realisieren. 

Mitglieder des "Green Clubs"

So haben wir es in der Vergangenheit immer wieder geschafft, Projekte umzusetzen, die wirklich nachhaltig etwas verändern und bewirken. Zu diesen Projekten gehört beispielsweise unsere Solarberatung für Steckersolarmodule, welche aus einer Kooperation mit der Solargenossenschaft Essen e.G. entstanden ist. 

Der „Green Club“ ist also kein Projekt, welches irgendwann vollständig umgesetzt sein wird. Wir möchten motivierten Kindern und Jugendlichen stets eine Möglichkeit bieten, um ihre eigenen Ideen zu realisieren. So können sie mit unserer Hilfe und Unterstützung einen eigenen Beitrag zum Umweltschutz leisten. 

Wofür setzt ihr euch mit „The Green Club“ ein, was möchtet ihr erreichen? 

TGC: Unsere Firma möchte nachhaltig etwas verändern. Wir schauen uns die großen Probleme auf unserer Erde an und versuchen, gemeinsam als Team Lösungen zu finden, die sowohl umweltfreundlich als auch menschenfreundlich sind. Die größten Probleme auf unserer Erde scheinen meist unglaublich klein und unbedeutend, dabei sind es genau diese, die unseren Planeten nachhaltig schädigen. 

Auf der Erde können wir alle unsere Träume tagtäglich verwirklichen und somit leben. Damit dies auch so bleibt, müssen wir uns genau anschauen, was auf unserem Planeten falsch läuft und gemeinsam dagegen vorgehen! 

„The Green Club“ beschäftigt sich mit vielen Problemen und arbeitet daran, die Erde besser und gesünder werden zu lassen. Wir wollen den Menschen zeigen, wie wichtig unser Planet ist und warum wir alle zusammenarbeiten müssen, um diesen auch für die nächsten Generationen in bestem Zustand zu erhalten. 

Gemeinsam haben wir großen Spaß daran gefunden, die Probleme in unserem Umfeld und auf der Erde zu durchleuchten und zu bekämpfen!  

Als Mitglied unserer Firma wächst man gleichzeitig zu einem kleinen Boten oder einer Botin heran. Als Bote oder Botin hat man also nun die Aufgabe, den Menschen die Augen zu öffnen und ihnen zu zeigen, dass es auch anders geht.  

Warum würdet ihr gerne gewinnen und was würdet ihr mit dem Preisgeld machen? 

TGC: „The Green Club“ würde gerne gewinnen, da wir in all die bisher entstandenen Projekte viel Arbeit und Zeit gesteckt haben. Durch die Umsetzung verschiedenster Ideen und Projekte haben wir nicht nur unseren schulischen Alltag nachhaltig verbessert, sondern auch ganz nach dem Motto „Lokal denken, Global handeln!“ etwas in der Welt erreicht.

Das Preisgeld würden wir in neue Projekte investieren und bereits bestehende Projekte ebenfalls ausbauen. Außerdem möchten wir einen Teil des potenziellen Preisgeldes an unseren Kooperationspartner „Viva Con Agua“ spenden. 

Was sind einige konkrete Nachhaltigkeits-Projekte des „Green Clubs“? 

TGC: Eines unserer Projekte ist der „Waste Walk“. Dabei geht es um die Zusammenarbeit und die Aufklärung. In Kooperation mit dem WasteWalk e.V. haben wir ein Konzept für die Entmüllung an unserer und um unsere Schule herum, dem Gymnasium an der Wolfskuhle, entworfen. Es geht darum, dass wir Schülerinnen und Schüler motivieren und einladen, gemeinsam in der Umgebung unser Bestes zu tun, um all den Müll einzusammeln und richtig zu entsorgen. 

Mitglieder des "Green Clubs"

Dabei geht es nicht nur um die direkte Unterstützung der Umwelt, sondern auch um das Aufbauen des Bewusstseins der Beteiligten, dass sie eine eigene Verantwortung auf unserem Planeten haben. 

Aber wir haben auch Projekte realisieren können, welche nicht nur in unserem direkten Umfeld etwas verändern, sondern auch weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus einen Effekt zeigen. So arbeiten wir gerade beispielsweise an einem Webshop, in dem jede und jeder nachhaltige Schreibmaterialien für den eigenen Alltag kaufen kann, sei es in der Schule oder im Büro. Dabei setzen wir auf baumpapierfreie Lösungen für Schreibblöcke, Schnellhefter und Schreibhefte. Auch unser Solarprojekt haben wir ausgebaut und tüfteln derzeit an der Umsetzung eines „Solar-Bike-Ports“!  

Doch auch vor den Grenzen Deutschlands machen wir keinen Halt. Unser Kooperationspartner „Viva con Agua“ unterstützt gemeinsam mit internationalen und lokalen Partnerorganisationen WASH-Projekte (Wasser, Sanitär, Hygiene). Zum Beispiel in Uganda, Äthiopien oder Südafrika. Und genau diese WASH-Projekte möchten auch wir weiterhin mit finanziellen Mitteln unterstützen! Die Produkte von „Viva con Agua“ verkaufen wir übrigens auch in den Hofpausen in unserem eigenen Schülerkiosk an Schülerinnen und Schüler (ganz nach dem Motto „Von Schülern, für Schüler!“). Das und noch viel mehr ist „The Green Club“! 

Alles über den DKJP 2021!

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Eure Kommentare

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Sehr interessant! Unsere Schule (Das Emmy-Noether-Gymnasium Berlin) ist zwar bereits eine "Umweltschule-in-Europa", mit Umwelt-AG, CO2 Statistiken u. ä., aber je mehr (nachhaltige!) Möglichkeiten zum Umweltschutz desto besser! PS: Der größte Teil (42%) des CO2 Ausstoßes wird übrigens von den Autos einiger Lehrer hervorgerufen.
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Wir haben hier bei uns in Magdeburg am Ödg zwar so etwas nicht, aber in unserem Schulkiosk werden bloß nachhaltige Sachen angeboten